Mindestens zwei Merkmale des Aluminium-Gravelbikes Nuroad SLX aus dem Hause Cube haben unsere Testfahrer staunen lassen. Erstens ist das Rad optisch erst beim genaueren Hinsehen von seinem "großen Bruder" Nuroad C:62 aus Carbon zu unterscheiden. Ein wesentlicher Grund dafür sind die aufwendig verschliffenen Schweißnähte an Steuerrohr und Sitzrohr. "Smooth Welding" nennt Cube das Verfahren auf Neudeutsch. Fakt ist: Man muss schon genau hingucken, um etwa am Tretlager hinter der Kurbel oder am Hinterbau die für Alu-Räder eigentlich typischen Schweißnähte zu entdecken. Für eine hochwertige Optik, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht, sorgen auch die unter dem Vorbau im Rahmen verschwindenden Züge und Bremsleitungen.
Zweitens bietet das Nuroad SLX eine für den Kampfpreis von 1699 Euro wirklich sehr starke Ausstattung. So ist etwa Shimanos GRX-Schaltgruppe in der 1 × 12-Version mit dem hochwertigsten mechanischen Schaltwerk der Serie an Bord. Dazu kommen Carbon-Parts an Lenker oder Sattelstütze. Was wirklich zählt, ist natürlich nicht die Optik. Wirklich wichtig ist am Ende des Tages die Performance auf dem Schotter. Die gute Nachricht: In dieser Hinsicht kann das Nuroad SLX ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen. Dank einer ausgewogenen Geometrie sitzt der Fahrer oder die Fahrerin sehr angenehm im Sattel.

Das sieht gut aus: Die Schweißnähte sind aufwendig verschliffen.
Auch im Lenkverhalten gibt sich Cubes Alu-Gravelbike ausgeglichen. Mitverantwortlich dafür: die hohe Spurtreue dank der langen Kettenstreben. So präsentiert sich das Alu-Nuroad als ein klassischer Vertreter seiner Zunft: als vielseitiges Allround-Gravelbike für alle Fälle. Egal ob beim sportlich-flotten Einsatz am Wochenende, während der entspannten Feierabendrunde oder beim ausgiebigen Bikepacking-Abenteuer: Dieses Rad macht alles mit – und es nimmt mit Leichtigkeit jede Hürde. Dafür sorgt etwa die breite Übersetzung der Schaltung mit 40er-Kettenblatt vorn und 10–51-Ritzelpaket am Heck.
Speziell Bikepacking-Fans freuen sich über die zahlreichen Montagepunkte an Rahmen und Gabel. Hier lassen sich zum Upgrade auf ein Commuter-Gravelbike bei Bedarf auch Schutzbleche anbringen. Perfekt für Gravelbike-Abenteuer ist die satte Reifenfreiheit von 50 Millimetern, standardmäßig rollt das Nuroad SLX auf flotten Schwalbe G-One R in 45 Millimeter Breite. Ein Komfortwunder ist das Alu-Bike allerdings nicht – trotz der vergleichsweise breiten Reifen.
Das Gewicht von 10,3 Kilogramm (Größe M) geht dagegen für die Preisklasse mehr als in Ordnung. Der leichte Rahmen bietet aber Potenzial für noch mehr. Carbon-Laufräder wären vielleicht etwas zu hoch gegriffen, doch schon mit der vergleichsweise überschaubaren Investition in leichtere Reifen und eine höherwertige Kassette dürfte sich das Gesamtgewicht des Nuroad SLX unter die 10-Kilogramm-Marke drücken lassen.
Fazit
👍 Das gefällt
Die edle Carbon-Optik des toll verschweißten Alu-Rahmens und die Ausstattungsdetails machen das Nuroad SLX zu einem echten Preis-Leistungs-Knaller.
👎 Das gefällt weniger
Trotz breiter Reifen nicht besonders komfortabel.
❤️ Das perfekte Rad für...
...alle, die ein sehr vielseitiges, gut ausgestattetes Allround-Gravelbike für den Alltag, die schnelle Feierabendrunde und das nächste Bikepacking-Abenteuer suchen.





