Helm
Der Helm ist nicht nur Kopfschutz – er ist auch ein oft vernachlässigter Bakterienfänger. Nach jeder Fahrt sollte er zunächst einmal vollständig trocknen. Aber: Die Polster saugen sich mit Schweiß voll und sollten regelmäßig (etwa alle drei bis fünf Fahrten) von Hand oder bei 30 °C in einem Wäschenetz in der Maschine gewaschen werden. Auch die Helmgurte zieren gerade im Sommer oft unschöne Salzränder – hier helfen lauwarmes Seifenwasser und eine weiche Bürste. Für die Außenschale genügt ein feuchtes Mikrofasertuch oder bei Bedarf ein Hygienespray. Wichtig: Den Helm niemals auf der Heizung oder in der Sonne trocknen lassen, da sonst das Material porös werden kann und dann seine Schutzeigenschaften verliert.

Abus Pad Fresh MS
Das geruchsbindende Reinigungsspray mit Microsilver soll eine bessere Hygiene bei der Helmpolsterpflege bieten. Dazu die Helminnenpolster nach der Fahrt einsprühen und trocknen lassen.
Kosten: 14,95 Euro für 30 ml Spray.

Dynamic Funky Feet
Als Schuh-Deo gegen üble Gerüche wirkt das Spray von Dynamic. Gut schütteln und vor bzw. nach der Fahrt in die Schuhe sprühen, trocknen lassen. Kosten: 8,99 Euro.
Radschuhe sind wahre Keim-Hotspots. Sie werden feucht, warm und bleiben oft lange geschlossen – perfektes Klima für Bakterien also. Deshalb gilt: Nach jeder Ausfahrt gut auslüften, die Innensohlen herausnehmen, bei Nässe Zeitungspapier einlegen bzw. Schuhspanner verwenden. Die Innensohle kann darüber hinaus von Hand mit etwas Waschmittel gewaschen werden. Besonders nach Regenfahrten, intensiven Indoor-Sessions oder an heißen Tagen ist vollständiges Trocknen der Schuhe Pflicht. Zur Entfernung von grobem Schmutz die Schuhe in einem Eimer mit warmem Wasser und Spüli einschäumen und mit einer sanften Bürste schrubben, danach klar ausspülen. Gegen hartnäckige Gerüche und Keime helfen spezielle Schuhsprays (z. B. von Muc-Off oder Dynamic)

Mein Tipp: „Gegen unangenehme Schuhgerüche lege ich über Nacht getrocknete Schwarzteebeutel in die Schuhe.“

Wenn das Baselayer müffelt, gibt es ein paar Möglichkeiten, den unangenehmen Geruch wieder loszuwerden.
Funktionsunterhemden wäscht man genauso wie auch die Regenschutzbekleidung am besten mit Funktionswaschmittel und ohne Weichspüler. Mit einer Einschränkung: Besteht die Funktionswäsche aus Wolle, sollte sie im Schonprogramm gewaschen werden, am besten mit einem speziellen Wollwaschmittel. Zum Trocknen an der frischen Luft aufhängen. Tipp: Ein müffelndes Unterhemd kann mit Hygienespüler oder etwas Essigessenz wieder aufgefrischt werden. Wenn auch das nicht klappt: Bei 60 °C in der Maschine mitwaschen – als letzter Ausweg, wenn man es wegen des Geruchs sonst nicht mehr tragen würde.

Auch die bei vielen Radsportlern beliebten Racecaps benötigen zwischendurch Pflege.
Jede Radmütze ist ein Statement – und ein Schweißfänger. Sie sind konstruktionsbedingt wegen des Schilds nicht waschmaschinenfest und sollten nur von Hand gewaschen werden. Mit einer kleinen Menge milden Waschmittels und anschließendem Ausspülen mit klarem Wasser werden sie wieder sauber. Biegen und Reiben des Stoffs im Bereich des Schildes besser vermeiden.
Kopfhörer

Wird oft unterschätzt: Schweiß und Ohrenschmalz setzen auch Kopfhörern zu. Regelmäßige Reinigung ist unabdingbar.
Musik, Podcast, Telefonie: Gerade beim Indoor-Training oder auf langen Fahrten leisten kabellose In-Ears vielen Sportlern treue Dienste – und sammeln dabei jede Menge Schweiß an. Die kleinen Geräte stecken oft stundenlang im Ohr, werden warm und feucht – ein Paradies für Keime. Daher sollten sie nach jeder Nutzung mit einem milden Hygienespray gereinigt und mit einem weichen Tuch abgewischt werden. Viele Modelle haben abnehmbare Silikonaufsätze – diese regelmäßig von Schmutz und Ohrenschmalz befreien. Unbedingt die Pflegeanleitung des Herstellers checken, um die Elektronik beim Reinigen zu schützen.

Mein Tipp: „Zur Desinfektion von Kopfhörern eignen sich kleine UV-Boxen – gibt’s für Brillen und Zahnbürsten – sehr gut.“
Bibshorts

Keine Kompromisse: Die Bibshort sollte nach jeder Fahrt gewaschen werden.
Die Bibshorts sind das intimste Bekleidungsstück im Radsport – und auch das hygienisch heikelste, da sie ohne Unterhose getragen werden. Deshalb unbedingt nach jeder Fahrt waschen – auch wenn es nur der kurze Weg zur Arbeit war. Das Polster nimmt nämlich Bakterien, Feuchtigkeit und Wärme auf – daher besser kein zweites Mal tragen, auch um Sitzproblemen vorzubeugen. Bei 30° C mit Sportwaschmittel wird sie im Normalfall sauber. Gegen Gerüche hilft ein Schuss Hygienespüler oder Essigessenz. Bei hartnäckigen Flecken wie "Bremsspuren" hilft Gallseife.
Handschuhe

Eine Gemengelage aus Schweiß, Gel-Resten oder Nasensekret lagert sich schneller an Handschuhen ab, als man denkt.
Schweiß, Gel-Reste, Nasensekret und Sonnencreme – Radhandschuhe nehmen einiges mit. Eine Mischung, die auf Dauer durchaus kritisch wird – hygienisch wie geruchlich. Regelmäßiges Waschen ist daher Pflicht, aber bitte mit Gefühl: Denn die Maschinenwäsche kann Materialien und Polster beschädigen. Besser: lauwarme Handwäsche mit etwas Seife oder Sportwaschmittel. Danach mit reichlich klarem Wasser ausspülen, gut ausdrücken und an der Luft trocknen lassen. Nicht auf die Heizung legen!
Brille

Radbrillen benötigen ebenso eine Pflege, fangen sie doch unter anderem Schweiß, Staub oder Sonnencreme ab.
Schweiß, Staub, Sonnencreme – Rennradbrillen fangen alles auf. Damit Sicht und Haut sauber bleiben, sollten sie nach jeder Fahrt gereinigt werden. Am besten funktioniert das mit einem milden Brillenreiniger (z. B. "Lens Love" von Dynamic) oder mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spüli. Die Gläser mit einem weichen Mikrofasertuch trocknen, nicht mit Küchenkrepp, damit sie nicht verkratzen. Auch Nasenpads und Bügel verdienen Aufmerksamkeit: Wattestäbchen oder weiche Zahnbürsten helfen hier, Schweißreste zu entfernen.
Trinkflasche

Aufwendig, aber wichtig: Die Reinigung von Trinkflaschen sollte sorgfältig erledigt werden.
Zuckerhaltige Getränke als Inhalt, Speichel und Schweiß beim Trinken, dazu Schmutz von der Straße: Trinkflaschen gehören zu den größten Hygiene-Fallen im Radsport. Nach jeder Fahrt solltest du sie unmittelbar mit Spülmittel, warmem Wasser und einer weichen (Flaschen-)Bürste reinigen. Auch der Deckel muss, so gut es geht, auseinandergebaut und geschrubbt werden. In der Spülmaschine reichen je nach Modell und Programm die Temperaturen nicht aus, um alle Keime abzutöten. Gegen hartnäckige Ablagerungen helfen Hausmittel wie Gebissreiniger, Essig (1:1) mit Wasser verdünnt oder Natron (50 g/Liter Wasser). Achtung bei beschichteten Flaschen (z. B. von Keego): Diese nicht ausbürsten, sondern nur ausspülen und kopfüber lufttrocknen lassen.
Pulsgurt

Direkter Kontakt mit der Haut bedeutet viel Schweiß, den der Brustgurt aufnimmt.
Direkter Hautkontakt, Schweiß und Bewegung – Pulsgurte sind nah dran am Geschehen. Deshalb gilt: Nach jeder Fahrt gründlich ausspülen. Hersteller Garmin etwa rät: Kommt das Modell mit abnehmbarem Sender, kann der Gurt (ohne Elektronik) bei 30 °C in die Waschmaschine – ohne Weichspüler oder Bleiche, am besten in einem Wäschenetz. Alternative: die Handwäsche mit etwas Seife. Dann ausspülen und lufttrocknen lassen. Für Modelle mit festem Sender kommt nur Handwäsche in Frage. Übrigens: Ein sauberer Gurt misst genauer und beugt Hautreaktionen vor.
Lenkerband

Salz,Schweiß, Gel-Reste: Das Lenkerband muss so einiges einstecken und bedarf somit einer stetigen Pflege.
Gerade im Sommer oder auf der Rolle sammelt sich unter den Händen einiges: Salz, Schweiß, Gel-Reste. Lenkerbänder werden bei der Materialpflege oft vergessen – dabei sind sie echte Keimfallen. Die Reinigung ist allerdings einfach: mit einem milden Bike-Reiniger und viel Wasser abreiben, danach gut trocknen lassen. Stark beanspruchte Stellen mit einer weichen Bürste bearbeiten. Spätestens wenn das Band porös oder muffig ist: besser ersetzen. Auch das Material ist entscheidend: Günstiges Tape aus Kork saugt sich schnell mit Schweiß voll und muss häufiger gewechselt werden – erst recht bei Lenkern aus Aluminium. Hier droht sonst Korrosion – und womöglich Materialversagen.





