Ratgeber: Radausrüstung richtig pflegen

Radausrüstung desinfizieren
Die richtige Pflege für dein Rad-Equipment

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.01.2026
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Young man Cyclist riding mountain bike on trail at moring
Foto: E+

Helm

Der Helm ist nicht nur Kopfschutz – er ist auch ein oft vernachlässigter Bakterienfänger. Nach jeder Fahrt sollte er zunächst einmal vollständig trocknen. Aber: Die Polster saugen sich mit Schweiß voll und sollten regelmäßig (etwa alle drei bis fünf Fahrten) von Hand oder bei 30 °C in einem Wäschenetz in der Maschine gewaschen werden. Auch die Helmgurte zieren gerade im Sommer oft unschöne Salzränder – hier helfen lauwarmes Seifenwasser und eine weiche Bürste. Für die Außenschale genügt ein feuchtes Mikrofasertuch oder bei Bedarf ein Hygienespray. Wichtig: Den Helm niemals auf der Heizung oder in der Sonne trocknen lassen, da sonst das Material porös werden kann und dann seine Schutzeigenschaften verliert.

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Abus

Rennradhelme: Ausprobiert und getestet

Schuhe

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Dynamic

Radschuhe sind wahre Keim-Hotspots. Sie werden feucht, warm und bleiben oft lange geschlossen – perfektes Klima für Bakterien also. Deshalb gilt: Nach jeder Ausfahrt gut auslüften, die Innensohlen herausnehmen, bei Nässe Zeitungspapier einlegen bzw. Schuhspanner verwenden. Die Innensohle kann darüber hinaus von Hand mit etwas Waschmittel gewaschen werden. Besonders nach Regenfahrten, intensiven Indoor-Sessions oder an heißen Tagen ist vollständiges Trocknen der Schuhe Pflicht. Zur Entfernung von grobem Schmutz die Schuhe in einem Eimer mit warmem Wasser und Spüli einschäumen und mit einer sanften Bürste schrubben, danach klar ausspülen. Gegen hartnäckige Gerüche und Keime helfen spezielle Schuhsprays (z. B. von Muc-Off oder Dynamic)

Portrait,Dagmar Behringer
Dagmar Behringer
Art Director

10 Top-Rennradschuhe im Test

Baselayer

Riechender Baselayer
Agron Beqiri

Funktionsunterhemden wäscht man genauso wie auch die Regenschutzbekleidung am besten mit Funktionswaschmittel und ohne Weichspüler. Mit einer Einschränkung: Besteht die Funktionswäsche aus Wolle, sollte sie im Schonprogramm gewaschen werden, am besten mit einem speziellen Wollwaschmittel. Zum Trocknen an der frischen Luft aufhängen. Tipp: Ein müffelndes Unterhemd kann mit Hygienespüler oder etwas Essigessenz wieder aufgefrischt werden. Wenn auch das nicht klappt: Bei 60 °C in der Maschine mitwaschen – als letzter Ausweg, wenn man es wegen des Geruchs sonst nicht mehr tragen würde.

Sportwäsche richtig waschen: Tipps vom Experten

Radmützen

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Agron Beqiri

Jede Radmütze ist ein Statement – und ein Schweißfänger. Sie sind konstruktionsbedingt wegen des Schilds nicht waschmaschinenfest und sollten nur von Hand gewaschen werden. Mit einer kleinen Menge milden Waschmittels und anschließendem Ausspülen mit klarem Wasser werden sie wieder sauber. Biegen und Reiben des Stoffs im Bereich des Schildes besser vermeiden.

Kopfhörer

Young man running on a treadmill wiping his sweat with towel
iStockphoto

Musik, Podcast, Telefonie: Gerade beim Indoor-Training oder auf langen Fahrten leisten kabellose In-Ears vielen Sportlern treue Dienste – und sammeln dabei jede Menge Schweiß an. Die kleinen Geräte stecken oft stundenlang im Ohr, werden warm und feucht – ein Paradies für Keime. Daher sollten sie nach jeder Nutzung mit einem milden Hygienespray gereinigt und mit einem weichen Tuch abgewischt werden. Viele Modelle haben abnehmbare Silikonaufsätze – diese regelmäßig von Schmutz und Ohrenschmalz befreien. Unbedingt die Pflegeanleitung des Herstellers checken, um die Elektronik beim Reinigen zu schützen.

Winterhandschuh-Test
Eric Gutglück
Redakteur

Bibshorts

Sitzpolster,Pilze
Getty Images: Zorisa Nastasic, Many Rodriguez

Die Bibshorts sind das intimste Bekleidungsstück im Radsport – und auch das hygienisch heikelste, da sie ohne Unterhose getragen werden. Deshalb unbedingt nach jeder Fahrt waschen – auch wenn es nur der kurze Weg zur Arbeit war. Das Polster nimmt nämlich Bakterien, Feuchtigkeit und Wärme auf – daher besser kein zweites Mal tragen, auch um Sitzproblemen vorzubeugen. Bei 30° C mit Sportwaschmittel wird sie im Normalfall sauber. Gegen Gerüche hilft ein Schuss Hygienespüler oder Essigessenz. Bei hartnäckigen Flecken wie "Bremsspuren" hilft Gallseife.

Handschuhe

Schmutzige Radhandschuhe
Getty Images: Dmitryi Kazitsyn

Schweiß, Gel-Reste, Nasensekret und Sonnencreme – Radhandschuhe nehmen einiges mit. Eine Mischung, die auf Dauer durchaus kritisch wird – hygienisch wie geruchlich. Regelmäßiges Waschen ist daher Pflicht, aber bitte mit Gefühl: Denn die Maschinenwäsche kann Materialien und Polster beschädigen. Besser: lauwarme Handwäsche mit etwas Seife oder Sportwaschmittel. Danach mit reichlich klarem Wasser ausspülen, gut ausdrücken und an der Luft trocknen lassen. Nicht auf die Heizung legen!

Brille

Brillenreiniger,Linslove
Dynamic

Schweiß, Staub, Sonnencreme – Rennradbrillen fangen alles auf. Damit Sicht und Haut sauber bleiben, sollten sie nach jeder Fahrt gereinigt werden. Am besten funktioniert das mit einem milden Brillenreiniger (z. B. "Lens Love" von Dynamic) oder mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spüli. Die Gläser mit einem weichen Mikrofasertuch trocknen, nicht mit Küchenkrepp, damit sie nicht verkratzen. Auch Nasenpads und Bügel verdienen Aufmerksamkeit: Wattestäbchen oder weiche Zahnbürsten helfen hier, Schweißreste zu entfernen.

Trinkflasche

Collage,Reinigungstabletten,schmutziges Wasser
Gustavo Mellossa/ Longha2006;

Zuckerhaltige Getränke als Inhalt, Speichel und Schweiß beim Trinken, dazu Schmutz von der Straße: Trinkflaschen gehören zu den größten Hygiene-Fallen im Radsport. Nach jeder Fahrt solltest du sie unmittelbar mit Spülmittel, warmem Wasser und einer weichen (Flaschen-)Bürste reinigen. Auch der Deckel muss, so gut es geht, auseinandergebaut und geschrubbt werden. In der Spülmaschine reichen je nach Modell und Programm die Temperaturen nicht aus, um alle Keime abzutöten. Gegen hartnäckige Ablagerungen helfen Hausmittel wie Gebissreiniger, Essig (1:1) mit Wasser verdünnt oder Natron (50 g/Liter Wasser). Achtung bei beschichteten Flaschen (z. B. von Keego): Diese nicht ausbürsten, sondern nur ausspülen und kopfüber lufttrocknen lassen.

Pulsgurt

Pulsgurt Garmin
Garmin

Direkter Hautkontakt, Schweiß und Bewegung – Pulsgurte sind nah dran am Geschehen. Deshalb gilt: Nach jeder Fahrt gründlich ausspülen. Hersteller Garmin etwa rät: Kommt das Modell mit abnehmbarem Sender, kann der Gurt (ohne Elektronik) bei 30 °C in die Waschmaschine – ohne Weichspüler oder Bleiche, am besten in einem Wäschenetz. Alternative: die Handwäsche mit etwas Seife. Dann ausspülen und lufttrocknen lassen. Für Modelle mit festem Sender kommt nur Handwäsche in Frage. Übrigens: Ein sauberer Gurt misst genauer und beugt Hautreaktionen vor.

Lenkerband

Lenkerbänder abgewickelt
Det Goeckeritz

Gerade im Sommer oder auf der Rolle sammelt sich unter den Händen einiges: Salz, Schweiß, Gel-Reste. Lenkerbänder werden bei der Materialpflege oft vergessen – dabei sind sie echte Keimfallen. Die Reinigung ist allerdings einfach: mit einem milden Bike-Reiniger und viel Wasser abreiben, danach gut trocknen lassen. Stark beanspruchte Stellen mit einer weichen Bürste bearbeiten. Spätestens wenn das Band porös oder muffig ist: besser ersetzen. Auch das Material ist entscheidend: Günstiges Tape aus Kork saugt sich schnell mit Schweiß voll und muss häufiger gewechselt werden – erst recht bei Lenkern aus Aluminium. Hier droht sonst Korrosion – und womöglich Materialversagen.

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