Ein echtes Rennrad – oder doch ein Gravelbike? Für alle, die sich nicht entscheiden können oder wollen, hat Rose ein interessantes Angebot: das Blend. Der entscheidende Clou: Den Alu-Renner gibt es mit identischem Rahmen sowohl als Straßen- als auch als Gravel-Variante. Heißt im Umkehrschluss: Mit anderer Bereifung lässt es sich mit vergleichsweise geringem Aufwand umrüsten. Möglich macht das die satte Reifenfreiheit von 40 mm, die der Rahmen bietet. Ebenfalls praktisch: die integrierten Aufnahmen für Schutzbleche, mit denen man das Blend perfekt für schlechtes Wetter ausstatten kann – hilfreich für alle, die auf der Suche nach einem möglichst vielseitigen, nicht zu teuren Rad für den täglichen Weg zur Arbeit sind.

Cleaner Look: Die Züge werden aufgeräumt unter dem Vorbau ins Steuerrohr geführt.
In der getesteten Straßenversion kommt das Blend Road für 1300 Euro mit Shimanos neuer Einstiegsgruppe Cues mit zwei Kettenblättern vorne und einer 11–39er-Kassette mit zehn Ritzeln. Diese passend gewählte Übersetzung bietet ausreichend kleine Gänge, sodass auch Ungeübte nicht vor Anstiegen zurückschrecken müssen: entspannt klettern, ohne dicke Gänge treten zu müssen. Die Cues-Gruppe arbeitet wie von Shimano gewohnt: zuverlässig und überzeugend auf sehr ordentlichem Niveau, wenn auch im direkten Vergleich nicht ganz so geschmeidig wie die darüber angesiedelten Tiagra oder gar die 105.
Die Bremsen verzögern gut dosierbar und erfordern nur geringe Handkräfte, die 180er-Bremsscheibe am Vorderrad erscheint fast überdimensioniert. Info am Rande: Für 2000 Euro bietet Rose das Blend auch mit Shimanos elektronischer 105 Di2 an – aktuell wohl eines der günstigsten Rennräder mit elektronischer Schaltung auf dem Markt. Wer den nicht unerheblichen Aufpreis von 700 Euro stemmen kann, erhält dafür in Sachen Schaltperformance und Langzeitspaß ein starkes Upgrade.
Auch jenseits der Schaltung ist das Blend konsequent auf Einsteiger ausgerichtet, angefangen bei der ausgesprochen entspannten, sehr aufrechten Sitzposition mit kurzem Oberrohr und hohem Lenker. Die satte Laufruhe dank langem Radstand erlaubt entspanntes Rollen auf der Straße und jederzeit gute Kontrolle beim Graveleinsatz. Gleiches gilt für den mit 42 Zentimetern eher breiten Lenker. Ab Werk setzt die Straßenversion auf die 32 mm breiten UltraSport III-Reifen von Continental. Die rollen ordentlich und beklagen sich auch nicht, wenn der Untergrund mal rauer wird. Auf Asphalt können sie ihr höheres Gewicht aber nicht ganz kaschieren, was zusammen mit den eher schweren G20-Alu-Laufrädern von Rose den Vortrieb des Blend doch etwas einbremst. Ein etwas leichterer Reifen wäre hier ein sinnvolles und unmittelbar spürbares Upgrade.
Die satte Reifenfreiheit macht das Blend zur guten Wahl für alle, die Road- und Gravelbike in einem wollen.
👎 Das weniger
Mit deutlich mehr als 10 Kilo ist das Blend kein Leichtgewicht, die schweren Reifen bieten ordentlich Tuning-Potenzial.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die ein sehr vielseitiges, dazu günstiges Rad suchen, das mit entspannter Sitzgeometrie und ausgeprägter Laufruhe auf der Straße wie auf Schotter funktioniert.
* Größe M





