Ein unauffälliges Produkt, welches oftmals gar nicht richtig wahrgenommen wird, spielt eine größere Rolle, als man denkt: das Lenkerband!
Es gibt auf dem Markt unzählige Varianten. Sie alle haben den Anspruch, bestmöglichen Grip und maximalen Komfort für die Hände zu bieten. So sollte es zumindest sein. Auch die niederländische Marke Fabric hat ein solches Lenkerband im Programm. Das "Knurl" kommt in 2,5 mm Stärke, besitzt ein sogenanntes schaumverstärktes Kraton-Gummi und soll einfach zu wickeln sein. Wir haben es ausprobiert.

Seit vielen Jahren fahre ich mit großer Leidenschaft bei jeder Gelegenheit mit dem Gravelbike oder dem Rennrad. Ob es die Schotter-Hausrunde ist, die Ausfahrt mit dem Radsportverein oder episch lange Touren bei Ultracycling-Events – meist kommen so am Jahresende um die 14.000 Kilometer zusammen.
Auch als Redakteur, wo immer wieder neue Räder aller Art getestet werden, lassen sich spannende Entwicklungen ausmachen. Herauszufinden, wo der Mehrwert liegt, sich Räder vom Vorgänger unterscheiden oder neue Produkte auszuprobieren und sie der Leserin und dem Leser verständlich vorzustellen, sind mein Ansporn, dem ich mit viel Begeisterung nachkomme. Denn auch als Redakteur bin ich genauso ein Verbraucher, wie jeder andere und möchte selbst möglichst alles über neue Produkte zu unserem liebsten Hobby erfahren.
Um den Finger wickeln
Nur sprichwörtlich gesehen. Denn das Wickeln des robusten Lenkerbands geht leicht von der Hand. Wenn an einer Stelle einmal unsauber gearbeitet wurde, lässt sich der Fehler schnell wieder beheben, ohne dass das Weiterwickeln anschließend Probleme bereitet. Und: Je 200 cm reichen völlig aus, um den ganzen Lenker vernünftig abzudecken.
Die Endstopfen sind solide und werden festgeschraubt. Weil der Stopfen dadurch besser hält, gefällt uns diese Ausführung eher als so mancher Stopfen, der einfach nur in das Lenkerende gedrückt wird.

Gefiel bei der Montage: kleine Korrekturen beim Wickeln des Knurl-Lenkerbands waren kein Problem.
Aufpassen sollte man beim Abschlussklebeband, welches sich beim Abziehen von der Trägerfolie schnell verdreht. Gut, wenn man selbst etwas Isolierband oder ein ähnliches Abschlussklebeband als Ersatz in der Werkstatt liegen hat.
Schweiß, Gripp und die Pflege
Ist das Lenkerband erst einmal gewickelt, steht einem Test nichts mehr im Wege. Also raus in die Spätsommer-Sonne und ab geht die wilde Fahrt, die um diese Jahreszeit noch für reichlich Schweißbildung sorgt.
Dank der zahlreichen feinen Noppen machen feuchte Hände dem Lenkerband nichts aus. Der Griff in den Lenker bleibt stets sicher, ein Abrutschen gibt es nicht und es hinterlässt beim Griffgefühl ebenfalls einen ausgezeichneten Eindruck. Auch mit Handschuhen gibt es keine Probleme auf den rund 400 Test-Kilometern zu verzeichnen.

Die feinen Noppen sorgen für sicheren Griff in allen Fahrsituationen.
Das Komfortplus durch das rückseitige 2,5‑mm-Silikonband fällt nicht ganz so deutlich aus, die Dämpfung geht dennoch in Ordnung. Lange Touren auf der Straße sind kein Problem. Als Lenkerband fürs Gravelbike würde ich das Knurl jedoch nicht verwenden und der Hersteller sieht es zudem auch nicht vor.
Letzter Punkt: die Pflege. Ja, auch ein Lenkerband möchte gepflegt werden. Etwas Wasser und milde Seife helfen bereits, die Hinterlassenschaften des Schweißes zu entfernen. Durch den Gummi-Grip bedarf es eines mehrmaligen Wischens mit dem feuchten Lappen. Glattere Bänder haben es da einfacher, sind dafür aber auch nicht ganz so griffig.

Für 27,90 Euro ist das Fabric Knurl im Handel erhältlich.
Fazit
Ausgezeichneter Grip dank feiner Noppen
leicht zu wickeln
Korrekturmöglichkeiten
Fairer Preis
Dämpfung unaufällig
Pflege etwas aufwendiger





