Mit starken Laufrädern hat sich Leeze in den vergangenen Jahren einen sehr guten Ruf erworben, doch damit wollte sich der westfälische Hersteller nicht zufriedengeben. Mit dem One kommt nun der erste Carbon-Aero-Renner aus dem Münsterland. Die Entwicklung habe gezeigt, dass Rahmen und Laufräder nur im Zusammenspiel und perfekt aufeinander abgestimmt eine optimale und damit auch schnelle Symbiose erreichen können, begründet man bei Leeze diesen Schritt. So sei das One "ein kompromisslos abgestimmtes Aero-System – entwickelt für Rennen, bereit für neue Bestzeiten". Auch klar, dass wir diesem Versprechen gründlich auf den Zahn fühlen wollten.
Für bestmögliche Aerodynamik setzt Leeze beim One auf ein tiefes Steuerrohr und ein optimiertes Unterrohr, das die Luft möglichst effizient am Rahmen vorbeileiten soll. Am Heck fallen die tief angesetzten Sitzstreben auf, die nicht nur auf die Aero-Performance einzahlen sollen, sondern auch der Sattelstütze ermöglichen, gut zu flexen, um so den Komfort zu verbessern. Mit 7,46 Kilogramm kommt das One für die Preisklasse und die Ausstattung mit Shimanos Ultegra Di2 auf ein ordentliches Gesamtgewicht, das sich nicht verstecken muss. Das Highlight in der Ausstattungsliste bilden wenig überraschend die Leeze CC 60 Pro R-Laufräder, die wir im fahrbereiten Set-up mit leichten 2400 Gramm gewogen haben – da kommen teils deutlich teurere Konkurrenten nicht ran. Zusammen mit Contis GP5000-Reifen in 30 mm Breite rollt das Leeze leichtfüßig und nimmt im Handumdrehen Tempo auf. Sprintattacken geht es explosiv mit – sehr zur Freude aller Ortsschildsprinter.
Dazu passt die sportliche Übersetzung mit 52/36-Kurbel mit 11–30er-Kassette. Auffällig: Leeze stattet das One mit einer kurzen 165-mm-Kurbel aus und folgt dem Profi-Trend. Der 38 Zentimeter schmale, sehr gut in der Hand liegende Lenker bringt den Fahrer in eine aerodynamisch günstige Position – die Sekundenjagd auf Flachetappen macht so einfach nur Spaß. An langen oder steilen Anstiegen fehlen hingegen die kleineren Berggänge für ausdauerndes Klettern, ein 32er- oder 34er-Ritzel wäre hier zu begrüßen. Bergab liegt das One sicher auf der Straße, allerdings reagieren die hohen Felgen etwas sensibel auf Seitenwind.

Endschneller Aero-Renner. Dazu ein fairer Preis. Das Leeze One liefert ab.
In Sachen Komfort offenbaren sich keine echten Schwächen, auch wenn die von uns am Heck gemessenen 260 N/mm noch etwas Luft nach oben lassen. Zusammen mit den aufgezogenen 30er-Reifen geht der Komfort des Gesamtsystems absolut in Ordnung. Außerdem bietet der Rahmen Platz für bis zu 34 mm breite Reifen – das Potenzial für spätere Upgrades in Sachen Vielseitigkeit ist also durchaus vorhanden.
👍 Das gefällt
Dank der leichten Laufräder und der guten Aerodynamik ist das Leeze One ein begnadeter Tempobolzer.
👎 Das weniger
Die hohen Felgen zeigten sich auf den Testfahrten recht sensibel bei Seitenwind. Sie erfordern eine geübte Hand.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die auf der Suche nach einem endschnellen, dazu noch sehr fair kalkulierten Aero-Renner sind, der sich abseits vom Mainstream positioniert.

* Gesamtgewicht ohne Pedale





