Mit dem Milemaster schickt Winspace aus Xiamen seinen Aero-Renner Milemaster M6 in den ROADBIKE-Test. Die klare Formensprache mit kurzem Steuerrohr, flächigem Unterrohr, breiten Gabelscheiden und den tief angesetzten Sitzstreben macht deutlich: Aerodynamik ist Trumpf, auf dem Milemaster geht es sprichwörtlich um jede Sekunde. Auch mit optischen Reizen geizt das Milemaster nicht, wie etwa das leicht irisierende Finish auf dem One-Piece-Cockpit zeigt.

Hingucker: das leicht irisierende Finish auf dem ergonomisch überzeugenden One-Piece-Cockpit, das gut in der Hand liegt.

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.
Und schon auf den ersten Metern im Sattel bestätigt sich der erste Eindruck: Hier geht’s rasant zur Sache. Das Milemaster bringt die Fahrerin oder den Fahrer in eine sportlich-gestreckte Sitzposition. Besonders im Unterlenker geht es weit nach unten, um dem Fahrtwind möglichst wenig Widerstand entgegenzusetzen.

Das Milemaster ist am Heck recht hart.
Auf Antritte reagiert das Milemaster extrem direkt, sodass man schon nach wenigen Pedaltritten die Reisegeschwindigkeit erreicht hat. Dank der hohen, gut rollenden und mit 2548 Gramm sehr leichten Hyper D50-Laufrädern der Eigenmarke Lún mit ihren Carbon-Messerspeichen lässt sich diese gefühlt ohne größeren Kraftaufwand halten. Allerdings reagieren insbesondere die breiten Gabelscheiden in Kombination mit den hohen Felgen sensibel auf Seitenwind.
Stichwort Top-Speed: Am Testrad passt die Übersetzung mit 50/34-Kompaktkurbel und 11–34er-Kassette nicht wirklich zum sportlich-ambitionierten Anspruch. Bergauf sicherlich von Vorteil, wer aber auf langen Flachetappen sattes Tempo vorlegen will, sollte an dieser Stelle zumindest über eine Semi-Kompaktkurbel nachdenken, um für Sprinteinlagen mehr Reserven zu haben. Shimanos Ultegra Di2 erweist sich am Winspace einmal mehr als rundum zuverlässige Schaltung mit beeindruckend präzisen und schnellen Gangwechseln.
In Sachen Handling zeigt sich das Milemaster erfreulich ausgewogen: Es reagiert direkt, aber nicht überempfindlich auf Lenkimpulse und überzeugt gleichzeitig mit satter Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten und in schnellen Abfahrten. Unruhe oder gar Unsicherheit kommt zu keiner Zeit auf. Zudem folgt es präzise durch schnelle Kurvenpassagen und lässt auch hier keine Wünsche offen.

Alles auf Aero: Die breiten Gabelscheiden sollen den Luftwiderstand verringern...
Das alles kommt nicht von ungefähr, punktet der Milemaster-Rahmen im ROADBIKE-Labortest doch im Tretlager als auch im Lenkkopf mit satten Steifigkeitswerten. Die erweisen sich auch im Wiegetritt bergauf als echte Stärke. Und so klettert das nur 7,38 Kilogramm schwere Milemaster recht leichtfüßig, bleibt dabei stets souverän, auch bei richtig Druck auf dem Pedal.
Einzig beim Komfort bleibt auch hier Luft nach oben: Mit 319 N/mm gibt sich das Milemaster am Heck recht hart, viele andere Aero-Renner bieten da mittlerweile mehr Komfort.

... genauso wie die Carbon-Messerspeichen an den Lún Hyper D50-Laufrädern von Winspace.
👍 Das gefällt
Das Winspace Milemaster ist gemacht für die Jagd über den Asphalt und punktet mit explosivem Vortrieb.
👎 Das weniger
Kehrseite der flächigen Gabelscheiden: Das Winspace Milemaster reagiert etwas sensibel auf Seitenwind.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die einen ausgewiesenen und trotzdem leichten Aero-Renner mit angenehm ausgewogenem Handling, sportlicher Sitzposition und einem starken Vortrieb suchen.

* Größe M





