Du möchtest dein Bike deutlich schneller, leichter und komfortabler machen, ohne allzu tief ins Portemonnaie greifen zu müssen? Unsere Tipps sind perfekt sowohl für Einsteiger als auch für Profis.
Das solltest du vorher wissen
Weniger Gewicht spart bekanntlich Energie bergauf, aerodynamische Upgrades wie Laufräder und Cockpit können die Durchschnittsgeschwindigkeit um entscheidende km/h erhöhen und optimierte Reifen verbessern Rollwiderstand und Grip. Auch ein Bike-Fitting kann für mehr Effizienz und Langstrecken-Spaß sorgen, ohne dass gleich tausende Euro investiert werden müssen. Das kann nämlich schnell geschehen, gerade, wenn es um Laufräder und Carbon-Teile geht.
☝️Tuning lohnt sich und ist kostengünstig: Wenn du gezielt priorisierst und im Kleinen anfängst, wie bspw. mit dem optimierten Reifendruck, und dich dann vorarbeitest.

Leichte, schnelle Reifen montieren
Leichtlaufende Reifen mit geringem Rollwiderstand sollten deine erste Wahl beim Tuning sein. Damit kannst du schnell ein paar hundert Gramm einsparen und einmal montiert, wirst du den Unterschied direkt spüren. Alle bekannten Hersteller, wie Schwalbe, Pirelli und Continental haben entsprechende Reifen in verschiedenen Größen im Programm. Aber Achtung: Das Gewichtsersparnis geht manchmal auch zulasten der Pannensicherheit. Schaue daher, welcher Anbieter welchen Pannenschutz integriert. TT-Reifen fürs Zeitfahren bieten meist den geringsten Pannenschutz, sind aber logischerweise äußerst leicht. Wichtig: Behalte deinen Einsatzzweck im Auge.
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Luftdruck optimal einstellen
Zu unterschätzen ist nicht das Tuning-Potenzial beim richtigen Luftdruck. Fahre daher nicht den„maximal“ vorgegebenen Druck, der auf dem Reifen steht (niemals den Wert überschreiten beim Fahren!), sondern den zu deinem Gewicht passenden Bereich – etwas weniger Druck erhöht den Komfort und oft sogar die Kontrolle und Geschwindigkeit auf schlechtem Asphalt. Einige Hersteller bieten entsprechende Luftdruckrechner an. Die am Ende berechneten Werte können dir als Basis dienen, um deinem ganz persönlichen Ideal in kleinen Schritten näherzukommen. Zum Beispiel hat Sram einen ausführlichen Rechner auf der Website, ebenso CSBikes oder Silca. Du wirst überrascht sein, was ein richtig angepasster Luftdruck ausmachen kann.
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Schlauch- oder Tubeless-Tuning
Das Tuning-Potenzial bei Reifen & Co ist weiterhin nicht zu Ende und zeigt deutlich, wo man am schnellsten Gewicht einsparen und eine bessere Performance erzielen kann. Die modernen TPU-Schläuche reduzieren deutlich das Gewicht und verringern den Rollwiderstand gegenüber herkömmlichen Butylschläuchen spürbar. Zudem lassen sie sich oft mit geringerem Luftdruck fahren, ähnlich wie beim Tubeless Set-Up, das ohne Schlauch auskommt, dafür aber die eingefüllte Dichtmilch im Reifen für erhöhte Pannensicherheit sorgt. Der Rollwiderstand durch die Dichtmilch ist zu vernachlässigen.
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Überflüssige Teile entfernen
Keine Panik, du musst das Rad nicht auseinanderbauen. Aber alles, was du dir selbst ans Fahrrad geschraubt hast, gehört überprüft. Flaschenhalterungen bieten sich beispielsweise zur Gewichtsoptimierung an. Oder musst du unbedingt ein altes, schweres Schloss am Rahmen mitführen, wenn du ohnehin keinen Stopp auf deiner Hausrunde einplanst? Benötigst du die große Satteltasche überhaupt und vor allem: brauchst du den gesamten Inhalt? Wenn du nur auf die Trainingsrunde gehst, nimm daher nur das kleine Multitool mit und entferne (jetzt wird es nerdig) die Bits, die du ohnehin nicht gebrauchen kannst. Zwei Ersatzschläuche dabei? Was für ein Luxus! Einer reicht, dazu ein Flicken-Set und schon hast du wieder etliche Gramm Gewicht eingespart. Schau dir also deine Bike-Gadgets genau an und entscheide konsequent, was runter kann – jedes Gramm weniger hilft vor allem am Berg.

Sattel und Sattelstütze anpassen
Der Standard-Sattel, der beim Kauf deines Renners montiert ist, passt nicht immer direkt ideal zu deinem Gesäß. Hier steckt mehr Tuning-Potenzial drin, als du denkst. In zweierlei Hinsicht. Erstens kannst du durch die Wahl eines für deine Beckenknochen passenden Sattels den Komfort spürbar erhöhen und somit fällt es dir auch auf längeren Touren leichter, in die Pedale zu treten, was sich wiederum auf dein Leistungsvermögen einzahlt. Zum Zweiten lässt sich auch noch ein amtliches Gewicht einsparen, ist das Sattelgestell zum Beispiel aus Carbon, genau wie der Bezug oder der Sattel direkt aus dem 3D-Druck. Das macht ihn zwar etwas teurer, kann sich aber bei Vielfahrern lohnen. Auch Potenzial zur Optimierung hat die Sattelstütze. Gerade die klassische Rundsattelstütze lässt sich schnell gegen ein leichteres Modell austauschen. Achte nur auf die Vorgaben des Radherstellers und den richtigen Durchmesser.
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Sauberes Fahrrad & Schaltung
"Wie soll mich das schneller und effizienter machen?" Ganz klare Antwort: Eine gut gewartete, saubere Kette samt Ritzel und Kettenblatt sorgen für bessere Schaltpräzision und Leichtgängigkeit und du sparst dadurch ein paar Watt. Generell solltest du dein Rennrad für größtmögliche Effizienz stets nach der Fahrt in sauberem Zustand bringen. Ob du mit Öl oder Wachs schmierst, ist dabei egal. Nicht egal sollte dir aber in dem Zuge deine Übersetzung der Kassette sein, die womöglich nicht zu deinem Fahrerprofil passt. Daher kannst du überlegen, dir eine leichtgängige Kassette zu montieren, die deinem Tritt mehr entgegenkommt. Geht zwar etwas ins Geld, aber hilft, Gewicht zu sparen: Die top-preisigen Schaltkomponenten der Hersteller sind meist leichter. Da lassen sich innerhalb der Schaltgruppe leicht ein paar hundert Gramm einsparen. Es gilt abzuwägen, ob ein Tausch von Schaltwerk-Komponenten für dich infrage kommt.
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Deine Radbekleidung
Zwar fühlt sich nicht jeder darin wohl, aber definitiv reduziert eng anliegende, aerodynamische Kleidung den Luftwiderstand. Die Materialforschung ist enorm weit, sodass gerade bei den Profis an den entscheidenden Stellen neuartige, aerodynamische Materialien eingenäht oder eingeschweißt werden, die in der Lage sind, das ein oder andere Watt einzusparen. Diese Materialien finden sich teils in den Produkten, die im Fahrradladen hängen, wieder. Die Preisdifferenz kann durchaus hoch sein. Zunächst würde generell leichte, eng anliegende Kleidung statt Flatterklamotten schon einiges bewirken. Kostengünstig könntest du in großen Shops wie Decathlon fündig werden. Einige Watt Einsparpotenzial bieten auch Aero-Rennradhelme. Auch, wenn du denkst, die Luftschlitze sind halt einfach so zur Belüftung hineingemacht: Sie sind technisch so ausgereift, dass sie Luftverwirbelungen verhindern und Luftwiderstand verringern können.
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Laufrad
Auch, wenn dies nicht die kostengünstigste Lösung ist, gehört der Punkt dennoch mit zur Auflistung. Bei Laufrädern bietet sich das allergrößte Einsparpotenzial an Gewicht und Effizienz. Gute Laufräder müssen zwar nicht immer teuer sein, sind es aber meistens (leider). Der Unterschied zu einem montierten Standard-Laufradsatz ist enorm, sind die hochwertigen Modelle doch durch unzählige Tests im Windkanal gelaufen, sind die Speichen so geformt, dass Luftverwirbelungen verhindert und sogar Gegen- oder Seitenwind durch entsprechende Speichen- und Felgenformen in Vortrieb umgewandelt werden. Was die Aerodynamik allein an den Laufrädern ausmacht, ist enorm, aber leider meist ein teures Vergnügen beim Tuning.
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Bikefitting
Ein richtig eingestelltes Rennrad, genau an deinen Körper angepasst, kann eine ganze Menge Vorteile mitbringen. So wird beim Bikefitting nicht nur der Komfort im Sattel verbessert, sondern auch deine Sitzposition so weit optimiert, dass du allein durch eine kleine Veränderung einige Watt einsparen kannst und dabei noch leichter in die Pedale trittst. Außerdem können Schmerzen beim Radfahren abgestellt, zumindest aber stark reduziert werden. Nach dem Bikefitting musst du dich eventuell noch etwas an die neue Sitzposition gewöhnen, aber wenn du auf Leistungswerte aus bist, wirst du den positiven Effekt schnell feststellen. Im Verhältnis gesehen, ist dies eine kostengünstige Möglichkeit, wenn du ambitioniert Rennrad fährst.
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Du selbst besitzt Potenzial
Seien wir ehrlich: Nicht jeder von uns sieht aus wie ein Rennrad-Model und trägt Größe XS und das ist auch gut so. Dennoch bieten sich jedem von uns Möglichkeiten, besser und stärker auf dem Rennrad unterwegs zu sein. Das fängt bei der Optimierung der Nahrung an und hört bei strukturiertem Training auf. Es kommt darauf an, was du selbst für dich ganz allein mit dem Renner erreichen möchtest. Eine gute Vorbereitung auf die Saison lässt dich Rennen einfacher bestreiten, ein angemessenes Körpergewicht ist am Berg immer von Vorteil. Kräftige Beinmuskeln, eine gut trainierte Rückenmuskulatur ist schon die halbe Miete, um sich einfach besser zu fühlen. Wichtig: Überlege dir, was du an dir verbessern möchtest, und trainiere gezielt auf deine Vorstellung hin. Entweder mit Anleitung im Studio oder allein. Viele Übungen können einfacher in deinen Alltag integriert werden, als du denkst! Und kosten außer Schweiß und Zeit nicht allzuviel. Gut, oder?
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