Tour de France: Warum die 14. Etappe in den Vogesen alle begeisterte

Legendäre 14. Etappe der Tour de France 2026
Vogesen-Wahnsinn: Purer Radsport am Col du Haag

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.07.2026
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113th Tour de France 2026 - Stage 14
Foto: Velo

Vogesen-Wahnsinn pur: Gänsehaut und Kletter-Fest auf der 14. Etappe!

Radsport-Herz, was willst du mehr? Das vergangene Tour-de-France-Wochenende hat uns eine 14. Etappe geliefert, die noch lange in den Waden der Profis, im Gedächtnis der Fans und in der Radsportgeschichte nachbrennen wird. Am Samstag, den 18. Juli 2026, wurde das Elsass zum Epizentrum der internationalen Radsportwelt. Wenn die Tour durch die Vogesen pflügt, dann bedeutet das für die Fans: kurze Anfahrtswege, atemberaubendes Terrain und ein grenzübergreifendes Fest der Radsport-Verrückten.

113th Tour de France 2026 - Stage 14
Velo

Die Stimmung am Streckenrand: Irrwitziges Menschen-Spalier

Schon Stunden vor der Durchfahrt des Pelotons war die Atmosphäre komplett am Anschlag. Zehntausende Fans säumten die ohnehin schon engen Serpentinen und verwandelten die gnadenlosen Anstiege in ein regelrechtes Tollhaus, das an die legendärsten Alpenpässe erinnerte. Der Geruch von gebratenen Merguez lag in der Luft, während unzählige deutsche Fans die geografische Nähe nutzten, um zu Tausenden über die Grenze zu pilgern und gemeinsam mit den französischen Zuschauern entspannt dieses Spektakel zu feiern.

113th Tour de France 2026 - Stage 14
Velo

Die Profis wurden die steilen Rampen hochgebrüllt, jeder noch so abgehängte Gruppetto-Fahrer nach vorn gepeitscht, und die Fans sorgten so für absolute "Gänsehautmomente" am Berg. Diese überschäumende Begeisterung an der Strecke zeigte einmal mehr, wie der Radsport boomt. So eine ekstatische, friedliche Partystimmung im Freiluftstadion Vogesen machte deutlich, wie großartig die Verbundenheit untereinander ist. Rivalität bei den Fans? Gibt es nicht. Hier wurde zusammen gefeiert, was das Zeug hält. Honoriert wurde das von zahlreichen Profis, die freihändig fahrend Laola-Wellen initiierten. Was für ein Wahnsinn, was für unvergessliche Radsport-Momente, die sich in das kollektive Gedächtnis gebrannt haben.

Nicht nur live vor Ort, sondern auch zu Hause an den Fernsehern schwappte die Begeisterung über. In den sozialen Medien wurde die Stimmung tausendfach festgehalten. Zu sehen war, wie die Begleitfahrzeuge auf der engen Straße durchgeschüttelt, der berühmte niederländische Fan-Tanz "Links Rechts" zu dem gleichnamigen Partysong der niederländischen Band Snollebollekes getanzt oder das "Wikinger-Rudern" (Viking Row) als Kult-Jubel der norwegischen Fans bei der Fußball-WM 2026 sitzend auf dem Asphalt zelebriert wurden.

Die Kletterprüfungen: Ein brutales Sägeblatt-Profil

Doch wo gefeiert wird, muss auf dem Sattel auch gelitten werden – und wie! Die Streckenplaner der A.S.O. hatten für diesen 155,3 Kilometer langen Ritt vom Start in Mulhouse bis hinauf nach Le Markstein ein fieses Profil entworfen, das kaum einen flachen Meter bot. Satte 3800 Höhenmeter zwangen das Feld tief in den roten Bereich.

Der erste Scharfrichter ließ nicht lange auf sich warten: Bereits nach knapp 14 Kilometern ging es in den legendären Grand Ballon. Mit seinen gut 21,5 Kilometern Länge und einer durchschnittlichen Steigung von 4,8 % war dieser Gigant bestens dafür geeignet, das Feld früh zu sprengen.

113th Tour de France 2026 - Stage 14
Velo

Nach einer rasanten Abfahrt und einem großen Strecken-Loop folgten die nächsten echten Härtetests Schlag auf Schlag: Zunächst forderte der Col du Page (9,8 km bei 4,7 %) die Oberschenkel, direkt im Anschluss war der berüchtigte Ballon d'Alsace (8,9 km bei knackigen 6,9 %) auf dem Menü. Hier zeigte sich unweigerlich, wer an diesem Samstag wirklich die Kletterbeine mitgebracht hatte. Über den Col du Schirm und den Col du Hundsruck ging es schließlich unweigerlich in Richtung absoluten Showdown.

Das Finale: Pogi in einer eigenen Liga

Das ultimative Spektakel lieferte der letzte, entscheidende Anstieg: Der Col du Haag, die absolute Schlüsselstelle dieser Etappe. Insgesamt 11,2 Kilometer bei durchschnittlich 7,3 % Steigung, die auf dem finalen Kilometer vor dem Gipfel noch einmal erbarmungslose Rampen von 9,5 % bereithielten.

CYCLING TOUR DE FRANCE 2026 STAGE 14
AFP

Genau hier, im steilsten Terrain, trat der Mann in Gelb erneut auf den Plan: Tadej Pogačar bewies abermals seine unfassbare, fast schon einschüchternde Dominanz. Mit unwiderstehlichen Watt-Werten ließ der Slowene das restliche Klassement-Feld hinter sich. Auf den finalen, leicht welligen sechs Kilometern nach der Bergwertung ließ er den Sieg nicht mehr aus den Händen gleiten und hämmerte allein in Richtung Ziel.

Nach exakt 4 Stunden und 7 Sekunden überquerte "Pogi" triumphierend den Zielstrich auf 1.192 Metern Höhe in Le Markstein. Doch auch hinter ihm bebte die Straße: Die Nachwuchs-Sensation Isaac Del Toro (Mexiko) riss mit 38 Sekunden Rückstand als Zweiter die Arme hoch, zeitgleich mit dem herausragenden französischen Toptalent Paul Seixas, der sich durch diesen wilden Ritt sensationell das Weiße Trikot überstreifte.