Daniel Schulze Waltrup nimmt uns im Interview mit und spricht über seine Erfahrungen und Einblicke im Ultracycling, von der Vorbereitung bis zum Rennen, und darüber, warum diese extremen Herausforderungen ihn so faszinieren. Er erzählt, wie er sich mental und physisch auf das Top-Level für das Transcontinental Race vorbereitet hat, und teilt seine Erfahrungen vom Ultra-Radrennen, die Herausforderungen, Highlights und die wichtigsten Lektionen, die er daraus gezogen hat. Er gibt wertvolle Tipps für zukünftige Teilnehmer und zeigt, wie man mentale und physische Grenzen überwinden kann.
Zur Person: Daniel Schulze WaltrupDer 28-jährige Dortmunder Daniel Schulze Waltrup ist passionierter Ultra-Radfahrer, dessen sportliche Reise in Lippstadt mit Fußball und einer anschließenden zwölfjährigen Baseball-Karriere begann, dabei kurzzeitig sogar in der 2. Bundesliga landete. Seine Leidenschaft für den Radsport entfachte er während des Studiums, als er sich ein altes Rennrad für den Weg zur Universität kaufte.
Aus Neugier und dem Wunsch nach neuen Herausforderungen entwickelte er sich vom Pendler zum Bikepacker und entdeckte zu Corona-Zeiten schließlich das Ultracycling bei einer spontanen 320-Kilometer-Fahrt zu seinen Eltern. Heute stellt er sich extremen Wettkämpfen wie dem Three Peaks Race und dem legendären Transcontinental Race (TCR) und sieht mentale Stärke als entscheidenden Faktor für den Erfolg.
Nach dem Baseball habe ich während des Studiums angefangen, mit einem alten Stahlrennrad von 1964 zur Uni zu fahren. Aus Langeweile habe ich dann angefangen, damit einfach durch die Gegend zu fahren, und bin so zum Bikepacking gekommen. Meine erste Tour war jenseits von Gut und Böse. Danach habe ich jedes Jahr ein, zwei Touren gemacht und bin dann zufällig während einer Corona-Erkrankung auf die Ultra-Cycling-Bubble gestoßen. Dokus über Rennen wie das Three Peaks Bike Race und das Transcontinental Race wurden in meinen Feed gespült und ich dachte: "Krass, das ist im Grunde genau das, was ich machen will!" So kam eins zum anderen.
Meine allererste Ultra-Erfahrung war eine Fahrt von Mannheim zu meinen Eltern nach Lippstadt, das waren 320 Kilometer. Meine längste Tour davor waren vielleicht 40 Kilometer. Ich bin die Strecke in zwei Tagen gefahren, komplett bescheuert, mit einem 70-Liter-Wanderrucksack auf dem Rücken, weil ich keine Taschen hatte. Das war 2017. Stück für Stück habe ich mich dann besser ausgestattet. Als ich dann krank auf dem Sofa lag und nach einer neuen sportlichen Herausforderung suchte, sah ich die Dokus von Jana Kesenheimer. Der kompetitive Gedanke beim Fahrradfahren hat mich sofort gepackt. Ich habe mich dann für das Three Peaks 2025 angemeldet, ohne wirklich zu wissen, was das bedeutet. Erst danach habe ich gemerkt, wie krass die Vorbereitung sein muss. Das war mein erstes Rennen, und danach wusste ich: Das ist es wirklich.

Fokussiert, mit einem enormen Trainingspensum vorab, ging es ins Rennen des weltberühmten TCR.
Als ich die Dokus schaute, dachte ich noch, das Transcontinental sei unerreichbar – die "Tour de France des Unsupported-Racings". Aber nachdem ich das Three Peaks gefinished hatte, war ich im klassischen Post-Race-Blues und suchte die nächste Herausforderung. Das TCR kam mir wieder in den Kopf. Ich habe mich beworben, ohne zu wissen, ob ich einen Platz bekomme, aber es hat zum Glück alles geklappt. Danach habe ich mich ein ganzes Jahr lang gezielt darauf vorbereitet. Das Rennen hat einfach diesen Mythos, der einen anzieht, wenn man dafür empfänglich ist.
Das ist das Transcontinental RaceDas Transcontinental Race (TCR) ist ein jährliches, unsupported Ultra-Distanz-Radrennen, das über mehrere tausend Kilometer quer durch Europa führt. Es wurde 2013 vom britischen Ultra-Radsportler und Szene-Legende Mike Hall (†2017) ins Leben gerufen, dessen Vision es war, ein Rennen zu schaffen, das weit über die rein körperliche Leistung hinausgeht. Die Besonderheit des TCR liegt im "unsupported"-Format: Die Teilnehmer sind komplett auf sich allein gestellt und müssen ihre Route zwischen den vorgegebenen Kontrollpunkten selbst planen, ohne auf Begleitfahrzeuge oder organisierte Hilfe zurückgreifen zu können. Damit werden nicht nur Ausdauer, sondern vor allem mentale Stärke, Planungsgeschick und Selbstständigkeit auf die ultimative Probe gestellt. Aufgrund dieses anspruchsvollen Konzepts gilt das Rennen bis heute als die inoffizielle Weltmeisterschaft und der ultimative Test im Unsupported-Racing.
Hat es für dich irgendeine Rolle gespielt, als du gesehen hast, dass das Rennen das erste Mal so weit nördlich in Norwegen startet?Meine Entscheidung, mich zu bewerben, stand eigentlich schon fest, bevor die Route überhaupt bekannt war. Als die Strecke dann aber veröffentlicht wurde, dachte ich nur: ‚Okay, geil!‘ Das war definitiv ein zusätzlicher Anreiz. Die Vorstellung, durch so viele verschiedene Länder und Klimazonen zu fahren, bringt natürlich eine enorme Herausforderung mit sich, aber genau das hat mich noch mehr motiviert.

Am Start in Trondheim, bei Ausgabe 12 des Transcontinental Race 2026.
Training: Zwischen Datenanalyse und Körpergefühl
Du sprichst von einem Jahr Vorbereitung. Wie sah deine Trainingsphilosophie aus? Waren Vorbereitungsrennen das beste Training?Körperlich würde ich sagen, sind Rennen keine gute Vorbereitung; da macht man eher seinen Trainingsstand kaputt. Aber für das Mentale und die Praxis – wie verhalte ich mich im Rennen, wie manage ich Schlaf und Ernährung – sind sie essenziell. Mein DNF ("Did Not Finish", d. Red.) beim Mittelgebirge Classique war mental sogar das größte Learning. Ich habe gelernt, wie wichtig der Spaß an der Sache ist. Die körperliche Vorbereitung war bei mir sehr strukturiert und datengetrieben. Ich habe mich tief eingearbeitet, mit erfahrenen Leuten gesprochen, etwas KI genutzt und mir so einen fast zwölfmonatigen Trainingsplan erstellt. Der Spruch "Radfahrer werden im Winter gemacht" stimmt ein Stück weit – ich saß unzählige Stunden auf der Rolle, teilweise vier bis fünf Stunden für eine Grundlageneinheit. Das war gleichzeitig auch mentales Training. Ich konnte messbar sehen, dass ich besser werde. Allerdings bin ich auch ins Übertraining geraten, weil ich zu sehr auf die Daten und zu wenig auf mein Körpergefühl gehört habe. Meinen Fitness-Peak hatte ich schon im Februar. Das ist eine wichtige Lektion: Im Rennen zählt am Ende fast nur noch das Körpergefühl. Da schalte ich sogar die Watt-Zahlen auf meinem Computer weg.
"Ich würde sagen, 80 Prozent war mein Plan eher datengetrieben und 20 Prozent Bauchgefühl."
Ja, in den letzten zwölf Monaten waren es knapp 20.000 Kilometer, davon rund 15.000 Kilometer reines Training. Das ist viel, und ich kann das auch nur machen, weil ich keine Familie oder große Verpflichtungen habe. Das muss man immer einordnen.
Das Material: Ein detaillierter Blick auf das Set-up
Kommen wir zum Material, das die Leute immer brennend interessiert. Mit welchem Set-up bist du losgefahren?Ich bin das TCR mit einem Canyon Endurace CF 7 gefahren, ausgestattet mit einer elektronischen Sram Rival-Schaltung. Ich bin großer Sram-Fan wegen der wechselbaren Akkus. Dazu Carbonfelgen und die Conti GP5000 AllSeason-Reifen, die ich kurz vorher auf Tubeless umgerüstet habe – die absolut richtige Entscheidung, ich hätte sonst unzählige Platten gehabt. Meine Rahmentasche und Top-Tube-Bag waren von Tailfin, die Arschrakete von Y-Mount. Bei den Klamotten setze ich stark auf Albion, weil deren Sachen auf Ultra-Distanzen spezialisiert sind und mir die Bips einfach perfekt passen. Ein interessanter Punkt: Ich hatte nur einen Schlafsack und einen Notfall-Biwaksack dabei, keine Luftmatratze. Das würde ich wieder so machen, auch wenn es dazu geführt hat, dass ich eine Nacht auf Büchern geschlafen habe. Bei der Übersetzung hatte ich vorn 44/33 und hinten eine 10–36-Kassette, um auch untersetzt fahren zu können. Bei 23 % Steigung auf Schotter schiebst du mit müden Beinen aber trotzdem.

Mit seinem Set-Up war Daniel durchweg zufrieden.
Die einfachste Antwort ist das Handy. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wären es meine Kopfhörer. Musik hören und unterwegs vernünftig telefonieren zu können, ist Gold wert. Etwas, das ich anders machen würde, ist der Trinkrucksack mit Trinkblase. Nach 14 Tagen wurde meine Haut am Rücken richtig trocken und hat durch das ständige Schwitzen angefangen zu piksen, wie mit kleinen Nadelstichen. Das war nicht so geil. Ansonsten habe ich tatsächlich alles, was ich dabeihatte, mindestens einmal gebraucht.
Die Königsdisziplin: 60 Stunden Routenplanung
Ein riesiger Teil des TCR ist die Routenplanung zwischen den vorgegebenen Checkpoints und Parcours. Wie bist du da vorgegangen?Das ist eine Wissenschaft für sich. Man muss nicht nur die Checkpoints, sondern auch eine lange Liste verbotener Straßen berücksichtigen. Insgesamt habe ich knapp 60 Stunden in die Planung investiert. Mein Haupttool war Ride with GPS, wo ich auf möglichst wenig Höhenmeter und Schotter geachtet habe – ich fahre lieber 20 Kilometer flachen Asphalt mehr. Danach habe ich die Route durch ein Tool namens Open Road gejagt, das auf verbotene Straßen prüft. Zusätzlich habe ich die GPX-Files manuell in die Google Map des TCR kopiert, um alles abzugleichen. Dann kommen noch länderspezifische Regeln dazu, wie das Verbot von E-Straßen in Tschechien und der Slowakei. Dafür habe ich mir mit KI ein kleines Tool gebaut, das auf OpenStreetMap basiert. Das hat ganz gut funktioniert. Der letzte Schritt war dann, die fertige Route durch VeloPlanner zu jagen, um POIs (Points of Interest, d. Red.) wie Tankstellen, Wasserstellen oder Hotels zu finden. Die Booking.com-Integration dort ist ein Gamechanger. Zur Sicherheit hatte ich alle Routen aber auch offline in Komoot gespeichert.
"Im Grunde fährst du schon mal gefühlt die 5000 Kilometer per Street View vorher ab."
Ja, ich habe mir eine Zielzeit gesetzt, wann ich eigentlich ankommen wollte, was ich im Nachhinein nicht noch einmal machen würde. Und dann ergibt sich quasi so ein Tagesdurchschnitt. Das wären dann in etwa 350 Kilometer pro Tag gewesen.
Der Start in Norwegen und die ersten Tage
Nach all der Planung stehst du an der Startlinie in Norwegen. Was war das für ein Gefühl?Ich hatte 36 Stunden Anreise mit Bus und Bahn. Ich bin erst mit dem Zug nach Hamburg und dann von dort mit dem Flixbus nach Oslo und von dort nochmal mit dem TCR-Bus, also mit dem Bus vom Veranstalter nach Trondheim. Es war eine positive Aufregung, eine riesige Vorfreude. Ich war aber verhältnismäßig entspannt, weil ich wusste, dass ich alles getan hatte, was ich konnte. Alles, was nun passiert – Wetter, Defekte –, liegt nicht mehr in meiner Hand. Natürlich hatte ich zehn Minuten vor dem Start noch ganz andere Probleme: Ich habe gemerkt, dass meine Ventile Luft verlieren. Aber im Grunde war es einfach ein cooles Gefühl.

Die Startnummer auf der offiziellen Race Cap.
Man startet voller Adrenalin und Euphorie und überpaced natürlich. Ich habe in der ersten Nacht Josh Ibbett und Jana Kesenheimer überholt und dachte mir: "Läuft!" Die ersten 1000 Kilometer in Norwegen waren landschaftlich unglaublich schön, mit tollen Straßen und wenig Verkehr. Die Herausforderung war die Kälte: In der ersten Nacht hatten wir minus drei Grad, damit hatte ich nicht gerechnet. Dazu kam eine schwierige Verpflegungslage. Die ersten drei Tage brauchte ich, um mich einzugrooven. Der dritte Tag ist der Klassiker, er war der beschissenste. Ich konnte kaum essen, hatte einen Leistungsabfall und dachte mir: "Okay, das Ganze jetzt noch elf Tage. Schauen wir mal."

Ganz einsam auf den Straßen war Daniel nicht immer.
Krisen, Pannen und mentale Stärke
Gab es auf der langen Strecke größere Pannen, extreme Wetterverhältnisse oder mentale Krisen?Ich glaube, ich hatte das entspannteste TCR von allen. Ich hatte genau einmal für fünf Minuten Regen, als ich zufällig an einer Tankstelle stand. Technisch hatte ich bis auf die undichten Ventile, derentwegen ich 3500 Kilometer mit unter zwei Bar gefahren bin, keine Probleme. Etwas lustig war, dass ich einen Platten in Griechenland auf perfektem Asphalt hatte, aber der war mit einem Tubeless-Plug in fünf Minuten repariert.

Mentale Stärke, auch in schwierigen Situationen: Davon profitierte Daniel.
Die größte mentale Herausforderung war wohl der Moment in Ungarn, als ich realisiert habe, dass ich mein Ziel von 14 Tagen nicht schaffen würde. An dem Tag hatte ich heftigen Gegenwind und einen kleinen medizinischen Zwischenfall wegen meines Diabetes, der mich eineinhalb Stunden gekostet hat. Da dachte ich kurz, die Welt bricht zusammen. Aber nach der klassischen Maßnahme – was essen und schlafen gehen – sah die Welt wieder anders aus. Der Gedanke an einen Abbruch kam mir aber nie. Für mich gibt es nur zwei Gründe aufzugeben: ein technischer Defekt, den ich nicht beheben kann, oder ein körperliches Problem, das langfristige Schäden verursachen würde. Beides ist nicht eingetreten.
Ernährung und Schlaf: Die Strategien für die Langstrecke
Wie sah deine Ernährungs- und Schlafstrategie aus?Bei der Ernährung hatte ich für die ersten 40 Stunden etwa drei Kilo Kohlenhydrate in Form von Pulver und Gels dabei. Danach bin ich hauptsächlich auf Gummibärchen, Kekse und Twix umgestiegen. Meine Strategie war, abends eine richtige Mahlzeit zu essen, meistens Pizza. Daraus wurde die "Zwei-Pizzen-Strategie": eine abends essen, eine halbe morgens zum Frühstück und die andere Hälfte für unterwegs mitnehmen. Ansonsten habe ich mich an Tankstellen versorgt. Auf dem Balkan waren Mentos und die "Seven Days"-Croissants meine Hauptnahrung. Beim Schlafen habe ich festgestellt, dass ich fünf Stunden brauche, sonst funktioniere ich nicht. Weniger hat nicht geklappt. Ich habe hauptsächlich in Unterkünften geschlafen, weil die Schlafqualität viel besser ist. Eine Nacht musste ich draußen schlafen, an einer Art Bushaltestelle mit offenem Bücherregal in der Slowakei. Da ich keine Iso-Matte dabei hatte, habe ich mir aus acht Büchern eine Unterlage gebaut. Das war nicht mal der schlechteste Schlaf, den ich hatte.

Wenn keine Iso-Matte dabei ist, helfen notfalls auch Bücher, die es kurioserweise in einer Bushaltestelle gab.
"Durch die ehemalige olympische Bobbahn in Sarajevo zu fahren, war cool. Das war Teil des Parcours."
Begegnungen, Landschaften und der emotionale Zieleinlauf
Abseits der Strapazen: Was sind deine Highlights in Bezug auf Begegnungen und Landschaften?Landschaftlich war Norwegen der Hammer, aber mein Lieblingsland war Albanien. Unglaublich schön, mit den krassesten Sonnenauf- und -untergängen. Generell hatte ich auf dem Balkan die schönsten Begegnungen. Ich hatte das Gefühl, der ganze Balkan spricht Deutsch. Jeder fragt, wo du herkommst, und wenn du "Germany" sagst, kennen sie alle jemanden, der dort lebt. Das waren viele, wenn auch kurze, sehr herzliche Begegnungen.

Die Straßen waren nicht immer im guten Zustand, wie hier.
Alles. Der letzte Parcours hatte es mit 4000 Höhenmetern auf den letzten 200 Kilometern noch einmal richtig in sich. Die letzte, fast 40 Kilometer lange Abfahrt nach Kalamata war unglaublich. Ich habe die ganze Zeit geheult. Du lässt die letzten zwei Wochen Revue passieren, die gemeisterten Situationen, aber auch die zwölf Monate Vorbereitung. Es ist einfach alles auf einmal: die krassesten Hochs und die krassesten Tiefs in kürzester Frequenz. Im Ziel waren zum Glück meine Freundin und ihr Bruder da. Ich war einfach nur happy, froh, aber auch komplett tot. Ich war 36 Stunden wach und bin davon fast 30 Stunden Rad gefahren.

Die Sonnenauf- und untergänge in Albanien bezeichnet Daniel als unfassbar schön.
Auch da waren alle Gefühle gleichzeitig da. Ich war froh, dass es vorbei war, aber auch traurig. Es war eine sehr besondere Erfahrung. Ich war froh, traurig, happy und stolz – alles auf einmal.
"Das Transcontinental Race ist etwas ganz Besonderes."
Reflexion: Die wichtigsten Lektionen und der Blick nach vorn
Was ist die wichtigste Lektion, die du aus dem TCR für dich persönlich mitgenommen hast?Zwei Dinge. Erstens: Fokussiere dich auf die Sachen, auf die du einen Einfluss hast. Es bringt nichts, sich über Gegenwind oder Hitze aufzuregen. Akzeptiere es und frage dich, was du jetzt tun kannst. Zweitens: Knüpfe deinen Selbstwert nicht an irgendwelche Kilometerzahlen oder Zeiten. Ich habe mein 14-Tage-Ziel um 19 Stunden verfehlt, und das ist mir jetzt völlig egal. Aber in dem Moment, als ich es realisierte, hat es mich heruntergezogen. Zu lernen, dass diese Zahl nichts mit meinem Wert zu tun hat, war enorm wichtig.

Ohne mit der Wimper zu zucken: Daniel würde (fast) sofort wieder am Start des TCR stehen wollen.
(Wie aus der Pistole geschossen) Ja, auf jeden Fall! Ob es nächstes Jahr sein wird, weiß ich noch nicht, aber irgendwann ganz sicher. Es ist etwas sehr Besonderes.
Mich hat das Rennen an sich – also Verpflegung, Unterkünfte, Startgebühr, An- und Abreise – am Ende etwa 3100 bis 3200 Euro gekostet. Das geht auch günstiger, andere haben unter 2000 Euro ausgegeben. Es ist ein teures Hobby, dessen muss man sich bewusst sein. Ich habe mir bewusst keine Tagesbudgets gesetzt. Wenn du 48 Stunden wach bist und im Niemandsland eine Unterkunft brauchst, ist dir der Preis egal. Dann gibst du auch 160 Euro für ein Hotelzimmer aus, in dem du nur fünf Stunden schläfst.
Daniel, vielen Dank für diese tiefen und ehrlichen Einblicke.





