Kann die nunmehr fünfte Generation des SuperSix Evo von Cannondale die extrem hohen Erwartungen an einen solchen Klassiker gerecht werden? Rein äußerlich sind die Unterschiede zum bewährten Vorgänger überschaubar, die charakteristische Silhouette des Rahmens kommt nahezu identisch. Im Detail hat sich dennoch einiges getan.

Das neue SuperSix Evo, hier in der getesten SuperSix Evo 1-Version mit Sram Force AXS und Reserve-Laufrädern.
Kurz & knapp: Cannondale SuperSix Evo
- Rahmenvarianten: SuperSix Evo Lab71, SuperSix Evo Hi-Mod, SuperSix Evo
- Getestetes Modell: SuperSix Evo 1 (Sram Force), 8499 Euro
- Gewicht: 7,34 kg (Gr. 56)
- Größen: 44/ 48/ 50 /52/ 54 /56/ 58/ 61
- Preis: ab 4499 Euro (SuperSix Evo5 mit Shimano 105 Di2)
Die wesentliche Verbesserung: eine effizientere Aerodynamik, die das neue SuperSix genauso schnell machen soll wie Cannondales ausgewiesenen Aero-Renner SystemSix. Und damit zu einem der schnellsten Räder im Peloton. Dafür wurden die Rohrprofile optimiert und vor allem das neue SystemBar-Cockpit entwickelt, das bei geringerem Gewicht deutlich weniger Luftwiderstand aufweisen soll als das Vorgängermodell. Generell, so berichten die Entwickler, habe man bis in jedes Detail versucht, die Aerodynamik so weit zu verbessern, wie es ohne Kompromisse in Sachen Gewicht möglich war.

Zusammen mit dem SuperSix hat Cannondale das neue SystemBar Road-Cockpit entwickelt.
Doch zurück auf die Straße. Das neue SuperSix fährt sich wendig-agil und bringt die eingesetzte Kraft beeindruckend effizient auf die Straße. Mit wenigen Pedaltritten ist das Rad auf Tempo gebracht. Hohe Geschwindigkeiten hält es mit spielerischer Leichtigkeit. Die Sitzposition fällt passend zum Anspruch sportlich aus, im Unterlenker bietet man dem Wind wenig Angriffsfläche, das nur 38 cm schmale Cockpit greift sich gut und erlaubt sichere Radkontrolle. Perfekt, um mit Highspeed über die Straßen zu jagen. Selbst der Komfort geht für einen so sportlichen Renner absolut in Ordnung.

Die Front des neuen SuperSix ist schlenker und schneller geworden.
Angesichts dieser beeindruckenden Fahrperformance fällt kaum auf, dass die getestete SuperSix Evo 1-Version mit 7,34 Kilogramm keine Gewichtsrekorde aufstellt. Immerhin: Cannondale bietet das SuperSix zusätzlich in zwei speziellen Superleicht-Versionen an, die mit flacheren Felgen und eigens entwickeltem, nochmals 110 Gramm leichterem Cockpit aufwarten. So kommt das Lab71 SL-Topmodell auf ein Gewicht von 6,35 Kilogramm, das SuperSix Evo 1 SL soll bei 6,8 Kilogramm liegen. Interessant zu wissen: Der Lab71-Toprahmen wiegt mit 728 Gramm gerade mal 53 Gramm weniger als der Hi-Mod-Rahmen mit 781 Gramm – der ist dafür deutlich erschwinglicher.

Egal ob bergauf oder bergab: Als echter Allrounder ist das neue SuperSix überall in seinem Element.
Bergauf klettert das SuperSix erfreulich leichtfüßig und ausdauernd. Für weniger geübte Abfahrer ein weiterer Vorteil: die satte Straßenlage. Als Teststrecke diente die Abfahrt von Els Àngels hinunter nach Girona: ein idealer Parcours mit gutem Asphalt, ordentlichem Gefälle sowie schnellen, teils engen Kurvenkombinationen. Hier vermittelt das SuperSix extrem viel Sicherheit, lässt dank steifem Rahmen und ebensolchem Lenkkopf zu keiner Zeit Unruhe aufkommen. Kurz: Es liefert eine rundum überzeugende Vorstellung, die dem Anspruch an einen neuen Toprenner voll gerecht wird.

Das SuperSix Evo 4 mit Sram Rival AXS ist eine der Einstiegsvarianten.
SuperSix Evo: Modell-Varianten und Preise
Cannondale bietet das neue SuperSix in insgesamt drei Rahmenvarianten an, alle sind ausschließlich für die Montage elektronischer Schaltungen ausgelegt: SuperSix, SuperSix Hi-Mod und das Topmodell Lab71. Preislich startet es als SuperSix Evo 5 mit Shimano 105 Di2 ab 4499 Euro. Mit Shimano Ultegra Di2 oder Sram Force AXS kostet es ab 6299 Euro (Ultegra) oder 6499 Euro (Force). Für das Lab71-Topmodell werden 11 999 Euro fällig. Das SuperSix Evo 1 und das Lab 71 bietet Cannondale auch als leichtere SL-Version für 7999 bzw. 12 799 Euro an.

Kompromissloser Speed: Cannondales neues SuperSlice.
SuperSlice: Neue Zeitfahrmaschine
Neben dem neuen SuperSix hat Cannondale aber auch noch ein weiteres Rad neu vorgestellt, und zwar die Zeitfahrmaschine SuperSlice, die beim Team EF Education – Easy Post bei Zeitfahren zum Einsatz kommen wird. Cannondale will das SuperSlice aber auch für Jedermann/Jederfrau anbieten – allerdings nur als Rahmenset für 6999 Euro. Zu den spannendsten Features gehören die Reifenfreiheit von 32 mm, außerdem soll es – natürlich – im Vergleich zum Vorgänger schneller geworden sein. Cannondale beziffert den Aero-Vorteil auf 14 % oder 10 Watt bei 50 km/h. Und wer nicht an Zeitfahren teilnehmen möchte und dennoch keine Sekunde zu verschenken hat: Das SuperSlice lässt sich auch zum Triathlon-Rad umbauen.
Das SuperSix ausprobieren
Cannondale plant gemeinsam mit seinen Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz Community-Rides, bei denen sich Interessierte anmelden können, um das neue SuperSix einmal selbst fahren zu können. Diese Rides sollen voraussichtlich im April/Mai stattfinden. Ausführliche Infos folgen.





