Wo die Alpen nicht nur Kulisse, sondern Spielplatz sind, beginnt ein Bike-Abenteuer der Superlative: Zwischen Pinzgau und Pillerseetal spannt sich mit Saalbach Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn Österreichs größte zusammenhängende MTB-Region auf. Über 105 Kilometer eigens angelegte Trails und Lines, neun Bergbahnen, drei Übungsareale und ein nahezu endloses Wegenetz für jede Konditionsstufe.
Ob flowige Einsteiger-Line, wurzeliger Naturtrail, legendärer Klassiker oder frisch geshapte Neuheit: diese Region lebt von Vielfalt, Tempo und stetiger Weiterentwicklung. An einem verlängerten Wochenende tauchen wir ein in das "Home of Lässig", rollen durch "The EPIC Bikepark" und entdecken die stilleren, aber nicht minder reizvollen Ecken in Fieberbrunn. Drei Tage und unzählige Tiefenmeter zeigen, was das größte Trail-Revier Österreichs zu bieten hat.

Von hart bis zart: Während die gebauten Strecken, wie im großen Bild in Leogang, alle Könnensstufen ansprechen ,locken auch Genusstouren in die Region.
Kurz & knapp: Saalbach Hinterglemm, Fieberbrunn und Leogang
⛰️ Region & Orte: Die MTB-Region erstreckt sich über zwei Täler und die Berge des Glemmtals – mit den Orten Saalbach Hinterglemm und Saalfelden Leogang im Pinzgau (Bundesland Salzburg) sowie Fieberbrunn im Tiroler Pillerseetal. Im Winter tobt der "Skicircus", im Sommer rückt das Thema E-MTB in den Fokus. Die Infrastruktur mit neun Bergbahnen ist perfekt, es gibt Trails, Bikepark-Lines und Touren aller Art.
🛏️ Übernachtung: Als touristisch rundum erschlossene Regionen ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten enorm groß. Die Internetseiten (siehe unten) geben Auskunft.
🌦️ Klima: Mitten in den Alpen gelegen, können die Winter lang sein. Am besten orientiert man sich an den Sommerzeiten der Bahnen, die von Anfang Juni bis in den Spätherbst reichen.
Mehr Infos unter bike.saalbach.com
Drei Tage zwischen Fieberbrunn, Leogang und Saalbach
Tag 1: Fieberbrunn – Sanfter Beginn

Kleiner, aber feiner Start in Fieberbrunn.
Sanfter Beginn – wir starten unseren dreitägigen MTB-Trip in Fieberbrunn. Die 4600 Einwohner zählende Tiroler Marktgemeinde ist der erste Ort der bundeslandübergreifenden MTB-Region, den man etwa von München kommend erreicht. Die dortige Bike-Infrastruktur ist überschaubar, aber gut gemacht. Der familiäre Ort ist angenehm ruhig, denn der große Bike-Trubel bleibt hier noch aus.
Neuland- Zu Beginn lassen wir uns von der neuen Streubödenbahn gen Himmel chauffieren. Ausgestattet mit Panoramafenstern geht es in 10er-Sitzkabinen "nonstop to the top". Platz für Bikes ist reichlich vorhanden, sodass wir an der Mittelstation entspannt aussteigen und uns in die ebenfalls brandneue "Streuböden-Line" stürzen. Der leichte Flowtrail bietet mit verschiedenen Features auf rund drei Kilometer Länge spaßige Herausforderungen: Northshores, Wellen, Steilkurven und rollbare Sprünge wechseln sich ab.
Und die Skills? Nach der ersten Abfahrt ist es Zeit, kurz die Fahrtechniksinne nachzuschärfen. An der Talstation der Bahn startet zu diesem Zwecke der Schlepplift Obingleitn, der uns zur familienfreundlichen "Hänsn-Line" bringt. Bestens präpariert nehmen wir die Streubödenbahn bis zur Mittelstation und wagen uns an den roten "Iglmoos-Trail", der Schmankerl im S2-Bereich offeriert. Die Linienführung schlängelt sich bis zur Hälfte des Schweinestbergs und geht nahtlos in die Schweinestberg-Line über, die in sanfter Flowtrail-Manier ins Tal führt, wo wir im Restaurant Alpenstyle eine verdiente Mittagsrast einlegen.
Tourenspaß – gut bei Kräften haben wir uns die "Lärchfilzhochalm-Tour" (Nr. 256) für den Rest des Tages ausgesucht. Die Hausrunde von Fieberbrunn am Fuße des Wildseeloders bietet auf 19 Kilometern und bei rund 800 Höhenmetern urige Hütten – und den Sprung in einen Badesee. Von Fieberbrunn aus biken wir an der Ache entlang Richtung Eiserne Hand/Lärchfilzhochalm, ehe wir auf halber Strecke abbiegen und der Straße hinauf folgen. Weiter geht es über die Grießenbodenalm Richtung Lärchfilzkogel. Ab der Weggabelung in der Senke folgt ein "Shared Trail": Rücksicht auf Wanderer nehmen, Tempo anpassen! Am Gasthof Wildalpgatterl vorbei fahren wir links über die Wiese. Die ersten Kurven gen Zillstattalm sind knifflig, ehe wir genüsslich dem Schotterweg bis zur Asphaltstraße folgen, wo bald das kühle Nass des Lauchsees wartet.
Tag 2: Saalbach Hinterglemm – Home of Lässig

Home of Lässig: Saalbach-Hinterglemm.
Home of Lässig – für den zweiten Tag ist das riesige Bergrad-Paradies von Saalbach Hinterglemm unser Ziel: das "Home of Lässig", wie es das Marketing augenzwinkernd nennt. Auf jeden Fall gibt es lässig viele Möglichkeiten. Neben sechs Bergbahnen mit fast 20 angeschlossenen Lines wartet ein MTB-Streckennetz von imposanten 400 Kilometern.
Panoramareich – auch wir wollen den Tag mit einem kleinen Ausdauerprogramm starten und machen uns auf die "Panorama-Alm-Runde" (SH31) mit aussichtsreichen 680 Höhenmetern. Los geht es beim Schattberg X-press, den wir aber links liegen lassen. Stattdessen queren wir die Saalach und radeln den Glemmtal-Radweg talauswärts bis zum Ortsteil Bergerkreuz, um dann dem asphaltierten Bergerkreuzweg bergauf zu folgen. Erst auf Asphalt, dann auf Schotter führt uns die Strecke kurvig und bei konstanter Steigung hoch. Wir passieren Berger- sowie Thurneralm und erreichen den höchsten Punkt bei der Panorama-Alm, die sich zur Einkehr anbietet. Alternativ lohnt es, am Spielberghaus, der Heimat von Downhill-Star Vali Höll, Rast zu machen: Die ikonische Hütte liegt am Abfahrtsweg. Frisch gestärkt, nehmen wir den mittelschweren, kurzen, ungemein spaßigen "Höllen-Trail" mit, ehe wir flott auf der Forstpiste nach Saalbach surfen.
Rüttelplatte – Dort angekommen steigen wir in die Kohlmaisbahn und schwingen uns in den "Wurzel-Trail". Dieser kann in beide Richtungen befahren werden und ist – nomen est omen – eine fürwahr holprige Angelegenheit. Einmal kräftig durchgeschüttelt, wollen wir mehr und hüpfen in die neue "Thurner-Line", die zunächst ebenfalls mit kräftigem Wurzelwerk, später mit natürlichen Hindernissen, abwechslungsreichen Kurven und pfiffigen Sprüngen aufwartet. Wir landen wieder an der Panorama-Alm, wählen aber diesmal die leichte, flüssige Kurvenfahrt der "Monti-Line" ins Tal.
Lines, Lines, Lines – am Nachmittag lassen wir noch einmal das Pedal (sanft) glühen und transferieren nach Hinterglemm. Ab nun gilt: zurückgelehnt mit der Bahn hoch, angriffslustig runter. Wie immer empfiehlt es sich, locker zu beginnen. Zum Beispiel mit der neuen, maximal flowigen "12er Sky-Line", die an der Bergstation der oberen Sektion der Zwölferkogelbahn, einem der schönsten Panoramapunkte der Region, startet. Ab der Mittelstation geht es dann in die "Z-Line", die das Feeling der legendären "A-Line" aus dem kanadischen Whistler in die Alpen bringt. Danach ist einer der großen Euro-Klassiker an der Reihe: Der "Hacklberg-Trail" ist sicher einer der besten natürlich gebauten MTB-Pfade überhaupt und auch Jahre nach seiner Entstehung ein Erlebnis der Extraklasse. Hoch geht es mit der Westgipfelbahn und dann über wunderbar abwechslungsreiches Gelände via Hacklbergeralm zur Mittelstation. Vollgepumpt mit Endorphinen, rocken wir ab da die blau-leichte "Buchegg-Line" hinab nach Hinterglemm und lassen den Tag in einem der vielen Lokale ausklingen.
Tag 3: Leogang – Einfach episch

Einfach episch in Leogang.
Einfach episch – ein Ort fehlt noch. Genau, Leogang. Die Gemeinde beheimatet nicht nur rund 3600 Seelen, sondern auch "The EPIC Bikepark". Dort geht es mit den beiden Gondeln Asitzbahn und Steinbergbahn flott in die Höhe und 15 Lines sowie sechs naturbelassene Trails hinab – wow! Und gleich vier der Lines wurden für den hiesigen Sommer frisch gebuddelt und gebaut.
Von leicht bis schwer – "Gateway" heißt eine der neuen Strecken, die sich für den Start in den Tag ideal anbietet. Sie verbindet die Mittelstation der Steinbergbahn mit der beliebten "Steinberg Line by Fox". Die Strecke führt auf 600 Metern über Holzstege und durch landschaftlich herrliche Abschnitte. Natürlich wählen wir danach die erwähnte, ebenfalls leichte "Steinberg-Line", ehe wir – weiter im blauen Bereich – den "Hangman II" anhängen. Apropos: Der weiter oben startende Namensvetter "Hangman I" wurde mit neuen Varianten in Schwarz und Rot aufgewertet. Die knackig-schwere schwarze Variante hat sich dabei den Namen "Hangover” verdient, der aus einem Voting auf Instagram entstanden ist. Auch die Bezeichnung einer weiteren Novität entstammt der Social-Media-Community. Der naturbelassene Trail "Back to the Roots" bietet auf 1,3 Kilometern ein Wurzelfeuerwerk. Wer so etwas liebt, der sollte sich am Nachmittag dann den Natur-Trails widmen: Klassiker wie die mittelschweren Trails "Alte-Schmiede" und "Asitz" bieten ebenso unvergessliche Fahrfreude wie die schweren, spannenden Pfade "Matzalm" und "Forsthof".
Tage wie diese – Nach dem letzten Trailmeter des Tages wundern wir uns selbst, was wir in so kurzer Zeit alles erlebt und vor allem alles er- und abgefahren haben. Und diese Teile Tirols und Salzburgs umfassende Region hat ihr Versprechen wirklich gehalten: Sie ist die und das Größte.










