Giant Reign Advanced E+ 1 im Test: Top-Tech zum Einstiegspreis

Giant Reign Advanced E+ 1 im Test
Top-Tech zum Einstiegspreis

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.02.2026
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Vom Entwicklungsprojekt zum Serienbike: Vor Kurzem noch als getarnter Prototyp unterwegs, jetzt serienreif in unserem Testkeller – das Reign Advanced E+. Für Giant markiert das neue Reign-Line-up einen großen Schritt: Es ist das erste E-Enduro der Marke mit vollständig selbstentwickelter Motorsoftware und bietet zudem praktische Features wie Ortung per Smartphone und integrierten Diebstahlschutz. Weniger gut geschützt ist hingegen der 560-Wh-Akku: Er lässt sich werkzeuglos und ohne Schlüssel entnehmen. Am Bahnhof sollte man das Bike daher besser nicht unbeaufsichtigt stehen lassen.

Kurz & Knapp: Giant Reign Advanced E+ 1

  • E-Enduro mit 180/170 mm Federweg
  • Giant Sync Drive Pro 3 48 V, 560-Wh-Akku
  • Carbon-Rahmen
  • Gewicht: 23,3 kg (Größe M)
  • Preis: 7999 Euro

Der Giant Sync Drive Pro Motor

Die geringere Wattstundenzahl des Akkus begründet Giant mit dem Umstieg auf ein zellenschonenderes 48-Volt-System, das zugleich eine höhere Effizienz und damit mehr Reichweite ermöglichen soll. Und tatsächlich kann sich die Reichweite trotz des kleinen Akkus sehen lassen: Auf unseren Hometrails absolvierte das Bike im höchsten "Power"-Modus rund 20 km und etwa 900 hm mit einer Akkuladung.

Zum Vergleich: Auf einem ähnlich langhubigen Bike mit großem 800-Wh-Akku und Bosch-Motor holten wir im "Turbo"-Modus rund eine halbe Stunde mehr Fahrzeit sowie etwa 6 km und 400 hm zusätzlich aus einer Akkuladung. Für Feierabendrunden reicht der Akku des Giants jedoch vollkommen aus. Auf längeren Touren empfiehlt es sich hingegen, die 90 Nm Drehmoment und 800 Watt Spitzenleistung etwas zurückzunehmen, um Reichweite zu sparen. Unser Reichweitenrechner kommt in der Mixberechnung auf rund 1335 hm. Der optionale EnergyPak Plus 280 erweitert die Kapazität auf insgesamt 840 Wh. Genug Reichweite, weiter im Text.

Detailaufnahme eines Giant E-Mountainbikes mit entnehmbarer Batterie im Unterrohr. Eine Person mit Handschuhen entnimmt den Akku aus dem Rahmen. Das Bike steht in einem Waldgebiet, der Fokus liegt auf dem Batteriewechsel.
Stefan Eigner - eignerframes

Giant Reign Advanced E+ 1: die Ausstattung

Unser Testbike, das 7999 Euro teure Reign Advanced E+ 1, kommt mit durchweg hochwertigen Komponenten, verzichtet jedoch auf absolute Top-End-Parts. Goldene Kashima-Standrohre bleiben dem rund 3000 Euro teureren Spitzenmodell vorbehalten. Im Test überzeugten die TRP-DHR-Evo-Bremsen mit hoher Bremskraft und sehr guter Dosierbarkeit. Während die Fox 38 Performance Elite an der Front aufgrund von Gewicht und üppigem Federweg des Giant etwas satt am Boden klebte, zeigte sich der Hinterbau überraschend poppig und verspielt. Ein Grund dafür könnte der "kleine Fox-Float-X-Dämpfer" sein. Weniger Popp, dafür ein etwas feineres Ansprechverhalten dürfte der am Topmodell verbaute großvolumige Float X2 liefern.

Fahreindruck am Giant Reign Advanced E+ 1

Denjenigen, die nicht der letzten Sekunde hinterherjagen, bringt das Heck mit dem kleineren Dämpfer allerdings ein lebendigeres Fahrverhalten. Trotz üppigem Federweg und langer Kettenstreben lädt das Reign E+ dazu ein, mit dem Gelände zu spielen und aktiv nach kleinen Gaps und Alternativ-Lines auf dem Trail zu suchen.

Im ruppigen, technischen Gelände vermittelt der viele Federweg im Zusammenspiel mit der hohen Front viel Sicherheit. Einziges Manko war hier die mit 170 mm recht kurze Variostütze unseres Testbikes. Bergauf zeigt sich das E-Enduro auf technischen Anstiegen sehr kletterfreudig. Mit knapp über 1,80 m Körpergröße fühlte sich Tester Finn Sandmann leicht über den Lenker gebeugt. Dadurch lässt sich die Front intuitiv belasten und das Vorderrad bleibt auch in steilen Passagen zuverlässig am Boden. Der Maestro-Hinterbau arbeitet in steinigem Terrain aktiv und sorgt für Komfort und Traktion berghoch. In steilen Stufenpassagen machen sich allerdings der lange Federweg und das Gewicht bemerkbar und erfordern aktives Anheben der Front. Der Motor unterstützt angenehm kraftvoll, reagiert aber etwas weniger direkt auf Pedal-Input.

Fazit