Diese deutsche Marke hat niemand auf dem Zettel: Kann deren günstiges E-MTB überzeugen?

Fischer Montis 10.0i Ultimate im Test
E-Fully-Preisbrecher mit Brose-Power

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.04.2026
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Fischer? Taucht in unseren Testfeldern normalerweise nicht auf. Doch sobald es um E-Fullys mit besonders heißem Preis-Leistungs-Versprechen geht, mischt die Traditionsmarke aus der Pfalz plötzlich vorne mit.

Stefan Eigner - eignerframes

Kurz & Knapp: Fischer Montis 10.0i Ultimate

  • 160/150 mm Federweg
  • Brose Drive S Mag Motor, 711-Wh-Akku
  • Aluminium-Rahmen
  • Gewicht: 28,9 kg (Größe 43)
  • Preis: 3999 Euro

Fischer Montis 10.0i Ultimate: Ausstattung und Geometrie

Das Montis 10.0i kommt mit solidem Aluminiumrahmen, Brose Drive S Mag mit 90 Nm und sattem 711-Wh-Akku – auf dem Papier also durchaus konkurrenzfähig.

Für Geländetauglichkeit sorgen eine Rock-Shox-35-Silver-Luftgabel sowie ein Rock-Shox-Deluxe-Dämpfer. Für das Einstiegssegment in Ordnung, im Vergleich zu Cube und Canyon jedoch eher unterdurchschnittlich. Zudem bietet Fischer nur zwei Rahmengrößen an: "43" soll laut Hersteller für Fahrerinnen und Fahrer von 160 bis 185 cm passen. Geschaltet wird mit einer Sram-SX-12-fach-Gruppe, gebremst mit Shimano-Vierkolbenbremsen und großen, standfesten Scheiben – angesichts der mit 29 kg extrem hohen Masse für ein MTB eine sinnvolle Wahl.

Stefan Eigner - eignerframes

Der Brose Drive S Mag unterstützt bei hoher Kadenz angenehm kraftvoll und leise. Er bringt das Montis auch steile Anstiege gut hinauf. In technischen Uphills mit niedriger Kadenz fällt die Unterstützung jedoch deutlich schwächer aus, als es die 90 Nm vermuten lassen.

Positiv: Die Reichweite profitiert von den vier sinnvoll abgestimmten Modi – auch wenn die von Fischer angegebenen bis zu 170 Kilometer etwas zu optimistisch erscheinen. Der Akku lässt sich seitlich aus dem Unterrohr entnehmen. Die Bremsanlage überzeugt mit solider Power und guter Verlässlichkeit. Der kompakte Zwei-Finger-Bremshebel gefiel den Testern. Links am Cockpit sitzt das gut ablesbares Brose-Display, das zugleich die Remote darstellt.

Die kompakte Bauweise gefällt, lässt sich in Sachen Ergonomie jedoch nicht optimal einstellen: Für eine gute Ablesbarkeit stehen die Tasten zu tief. Richtet man diese besser aus, wandert der rückseitige Power-Button ungünstig hinter den Bremshebel und ist kaum noch bedienbar.

Fahreindruck am Fischer Montis 10.0i Ultimate

Bergauf und in der Ebene gefällt die angenehm zentrale Sitzposition. Das Pedalieren fühlt sich kraftvoll und effizient an. Der Reach fällt jedoch recht kompakt aus – für unsere Tester (max. 1,83 m) wirkte das Bike bereits grenzwertig klein. Der Hinterbau arbeitet zuverlässig und sensibel, was durch das eher weiche Fahrwerkssetup verstärkt wird.

Das Bike lässt sich gut über Wellen pushen und bleibt trotz kompakter Geometrie berechenbar. Für gemütliche Waldwege und einfache Trails ideal. Wird das Tempo jedoch höher, stößt das Fahrwerk trotz straffer Einstellungen schnell an seine Grenzen. Harte Schläge und schnelle Passagen überfordern das System spürbar.

In Summe überrascht uns das Montis dennoch als solides E-Fully, das auch auf Trails keine schlechte Figur macht – nicht zuletzt dank der gut gewählten Maxxis-Reifen. Aktuell gewährt Fischer drei Prozent Rabatt auf die UVP. Zudem bieten die Pfälzer auf ihrer Website vereinzelt Neuware mit optischen Mängeln bereits ab einem Einstiegspreis von 3399 Euro an.

Wichtig: Die Ersatzteilversorgung für den Brose-Motor soll gesichert sein – schließlich wurde die deutsche Marke kürzlich von Yamaha übernommen.

👍 Das gefällt

 attraktiver Preis

 vollwertige MTB-Ausstattung

 einsteigerfreundliches Fahrverhalten

 hohe Reichweite

 komfortables Fahrwerk

👎 Das weniger

 extrem hohes Gesamtgewicht

 Fahrwerk schnell am Limit

 weniger moderne Geometrie

 kurze Vario-Stütze