Kurz & knapp: Tatze DC und Two-Face²
Tatze DC:
- neues Klickpedal für Gravel, XC und Trail
- SPD-kompatibler Klickmechanismus
- Wahl zwischen Stahl- und Titanachse
- Preis: 99 Euro (Stahl-Achse); 159 Euro (Titan-Achse)
- Gewicht pro Pedal: 170 g (Stahl); 147 g (Titan)
- 4 Farben: Schwarz, Rot, Orange und Blau
Tatze Two-Face²:
- zweite Generation des Kombipedals
- Eine Seite dient als Flatpedal, die andere besitzt ein SPD-Klicksystem
- Wählbar zwischen Titan- oder Stahlachse
- Preis: 149 Euro (Stahl-Achse); 189 Euro (Titan-Achse)
- Gewicht pro Pedal: 212 g (Stahl); 185 g (Titan)
Tatze DC ein Pedal für Race und Tour

Mit dem Tatze DC präsentieren die Tiroler ein Pedal für Racer und Freizeitfahrer.
Tatzes neues Pedal, das DC, richtet sich vor allem an die Biker, die auf weniger Federweg, oder gar eine Starrgabel setzen. Erhältlich ist es in vier verschiedenen Farben und wahlweise mit Stahl- oder Titanachse. Die günstigere Stahl-Option findet für 99 Euro den Weg an das eigene Bike. Möchte man 40 Gramm sparen, ist das DC TI für 159 Euro die richtige Wahl.

Durch den breiteren Pedalkörper und dadurch die größere Aufstandsfläche als beispielsweise an Shimanos aktuellen Klickpedalen spürt man bei geradem Stand das Feedback des Untergrunds und kann das Fahrrad auch in Kurven besser beeinflussen. Einziges Manko für mich ist die für Racer vorteilhafte direkte Verbindung zum Pedal, die eher wenig und fast widerstandslos seitliche Bewegung (Float) zulässt. Als Freizeitfahrer hätte ich mir hier eine Cleat-Option mit etwas mehr Bewegungswinkel und mehr Gegenhalt gewünscht.
Sowohl an Gravel-, als auch an Cross-Country- oder Trailbikes möchte das Pedal maximale Effizienz, geringes Gewicht und einen sicheren Stand im Downhill vereinen. Dafür verwendet Tatze einen flachen, CNC-gefrästen Pedalkörper, sodass der Schuh nicht nur über den Cleat mit dem Pedal verbunden ist, sondern auch etwas Standfläche auf der Plattform findet. Systemtechnisch haben sich die Tiroler beim über Jahre bewährten SPD-Mechanismus bedient. Auf jeden Fall kein Fehler, ist das ursprünglich von Shimano entwickelte System wohl eines der wenigen Institutionen des Mountainbike-Sports, das heutzutage wohl kaum mehr Kritiker findet. Auch wenn andere Systeme eigene Vor-, aber auch Nachteile bieten, setzen nicht grundlos unzählige Hersteller auf SPD.
Das Einklicken erfolgt gewohnt unkompliziert, der Ausklick-Punkt lässt sich, wie von Shimano bekannt, per Inbusschlüssel anpassen. Der Float ist XC-typisch eher knapp bemessen, alternative Cleats bietet Tatze nicht an, allerdings lässt Tatze auch die Verwendung von Cleats anderer Hersteller zu – hier sollte jedoch vor dem Einsatz auf den Trails die Kompatibilität getestet werden.
Tatze Two-Face² – Der perfekte Kompromiss für Trail und Alltag?

Tates Two-Face² geht nun in die zweite Generation und bekam für die kommende Saison ein paar Updates verpasst.
Für die kommende Saison überarbeitete Tatze ihr Two-Face²-Pedal. In der jetzigen zweiten Generation bekommt es mit 16 Pins nun zwei Madenschrauben mehr verpasst. Das SPD-kompatible Klicksystem wurde überarbeitet und die Kontaktflächen um die Bindung herum wurden vergrößert.

Im Alltagseinsatz und auf den Trails bot das Two-Face² viel Grip und sicheren Stand auf der Flat-Pedal-Seite. Das Ein- und Ausklicken funktionierte problemlos und man merkt schnell, dass Tatze Wert darauf gelegt hat, die Pedalhöhe möglichst gering zu halten. Probleme mit Aufsetzern hatte ich auf meinen Hometrails keine. Für den Alltagsnutzen sind die Kombipedale ziemlich praktisch, in Zukunft werde ich für den Traileinsatz dennoch wieder zu reinen Flat- oder Klickpedalen tauschen. Auf dem Trail ist es mir einfach zu unberechenbar, ob das Pedal sich nicht doch verdreht, wenn man bei rutschigen Bedingungen einen Fuß vom Pedal nehmen muss.
Wie das Tatze DC ist auch das Two-Face² als Stahl- oder Titanversion verfügbar. Die günstigere Stahlversion kostet 149 Euro, die Titanversion 40 Euro Aufpreis. Auch am Two-Face² stehen verschiedene Farben zur Auswahl.

Die Two-Face²-Pedale bieten zwei Gesichter: Eine Seite Klickpedal, die andere Flat.
Sind Kombipedale die ultimative Lösung für den Alltag zwischen Trail und Alltag?
Die Theorie klingt zumindest danach: Bei sportlichen Trailtouren nutzt man das Klicksystem, auf dem Weg ins Büro trägt man Sportschuhe und nutzt die flache Oberfläche, sodass man nicht über die Flure klappert.
Außerdem kann man auf dem Weg in die Bike-Garage noch schnell entscheiden, ob man bei nassen Trails nicht doch auf die Flat-Pedale ausweicht, ohne anfangen zu müssen, den Inbusschlüssel hervorzukramen.
Die Vorteile sind natürlich auch in der Praxis nicht zu leugnen, allerdings tritt im Traileinsatz schnell ein großer Nachteil auf: Gefühlt steht das Pedal stets auf der falschen Seite: Möchte man einklicken, trifft man nur die Flatpedalseite. Nimmt man in ruppigen Passagen den Fuß vom Pedal, um einen Rutscher abzufangen, rutscht man beim Neusortieren von der Klickseite ab und erlebt den nächsten Schreckmoment. Zugegeben, das ist etwas überdramatisiert, aber die Momente, bei denen etwas nicht so läuft, wie es soll, prägen sich einfach eher im Gehirn ein, als die, in denen alles funktioniert.
Die Antwort auf die Frage, was die beste Option für den Alltag ist, ist also abhängig von persönlichen Vorlieben. Nimmt man die Male, bei denen man auf der falschen Seite einklicken möchte, in Kauf und ist häufiger auf zahmeren Trails oder weit in der Komfortzone unterwegs, dann können Kombis die richtige Lösung sein. Ist man jedoch oft in ruppigem Gelände unterwegs und möchte häufiger den Fuß vom Pedal nehmen, ist man mit spezifischen Pedallösungen und dem Mehraufwand des Pedaltauschs oft besser beraten. Mit Einheitspedalen, egal ob Flats oder Klicks, trainiert man sich schnell spezifische Reflexe an, die einen vor Stürzen bewahren können. Die Kombipedale funktionieren einfach nur in 50 Prozent der Fälle so, wie man sie erwartet.











