Ochain stammt aus dem Downhill- und Enduro-Racing und verfolgt ein klares Ziel: Durch die Entkopplung des Kettenblatts um wenige Grad von der Kurbel sollen störende Einflüsse im Antrieb reduziert werden. Weniger Pedal-Feedback bedeutet weniger Schläge an den Füßen – das bringt Komfort, bessere Traktion und ein freier arbeitendes Fahrwerk.
Kurz&knapp: Ochain OC-R/OC-N
- entkoppelter Kettenblatt-Spider gegen Pedal-Feedback/-rückschlag
- Einsatz: v. a. Enduro/Downhill; Trail/AM je nach Bike-Setup
- Verstellung: OC-R 0/3/6/9/12° (extern), OC-N 9° ab Werk, intern 6/12°
- Setup-Tipp: 6–9° Allround, 12° DH (mehr Pedal-Leerweg), 0–3° effizient
- Montage/Gewicht/Wartung: 3- oder 8-Loch, ca. +100 g, Service 100 h / Tausch 200 h
- Sonstiges: Zwei E-MTB-Versionen; Preis ab 310 Euro
Klassischer Pedal-Kickback entsteht unter anderem, wenn beim Einfedern die Kettenstrebe länger wird. Dadurch baut sich Zug auf dem oberen Kettenstrang auf, der die Kurbel rückwärtszieht. Laut Sram spielt dieser Effekt in der Praxis allerdings eine geringere Rolle als häufig angenommen. Relevanter seien Dynamiken wie Kettenschlagen, die durch vor- und rückwärts rotierende Kassette beim Einfedern oder ein blockierendes Hinterrad entstehen. Genau hier soll Ochain laut Sram im Vergleich zu rein nabenbasierten Lösungen wirksamer entkoppeln.
Nach der Integration von Ochain in die Sram-Familie wurde das System gemeinsam mit dem italienischen Team überarbeitet. Die Kernpunkte: längere Serviceintervalle, verbesserte Dichtungen und eine Produktion, die auf größere Stückzahlen ausgelegt ist – mit dem Ziel, Ochain einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen.

Ochain soll nur 100 g Mehrgewicht bringen, ist per 3- oder 8- Loch-Mount nachrüstbar.
Wie funktioniert Ochain?
Ochain wird zwischen Kurbelarmen und Kettenblatt montiert und soll so eine kontrollierte Rückwärtsrotation des Kettenblatts unter Belastung ermöglichen. Dadurch sollen störende Kräfte vom Fahrwerk entkoppelt werden. Ein möglicher Nachteil bleibt jedoch: Die kleinste kompatible Kettenblattgröße liegt bei 32 Zähnen. Gerade für Fahrer und Fahrerinnen, die gerne sehr steile oder technische Anstiege fahren und auf kleinere Übersetzungen angewiesen sind, kann das ein spürbarer Kompromiss sein. Ein weiterer Nachteil: Ochain bringt ein Mehrgewicht von rund 100 g mit sich und muss regelmäßig gewartet werden (siehe unten).
Die neuen Modelle im Überblick
- Ochain R (380 €) – High-End-Modell mit externer Einstellung (0°, 3°, 6°, 9°, 12°) für maximale Flexibilität
- Ochain N (310 €) – Einstiegsmodell mit interner Anpassung (serienmäßig 9°, umrüstbar auf 6° oder 12°)
- Ochain S (380 €) – E-MTB-Version mit externer Verstellung (0°, 3°, 6°, 9°, 12°), Montage direkt am Motor (Bosch BDU38 / CX Gen 5, 104 BCD)
- Ochain E (310 €) – E-MTB-Variante mit internem Setup (9°, optional 12°), ebenfalls für Bosch BDU38 / CX Gen 5 Motoren (104 BCD)

Der entkoppelte Kettenblatt-Spider soll Antrieb und Federung voneinander trennen – fast so, als würde man ohne Kette fahren. Ziel sind eine frei arbeitende Federung und ein Eliminieren von Pedalrückschlag.
Serviceintervalle Ochain
Die Wartung des Ochain-Systems soll einfach sein. Laut Sram gelten folgende Intervalle:
- Nach 100 Stunden: Dichtungen prüfen und Schmierung erneuern
- Nach 200 Stunden: Elastomere und interne Gleitlager austauschen
Dank überarbeiteter Dichtungen konnten die Serviceintervalle im Vergleich zu den Vorgängerversionen leicht verlängert werden.












