Mit dem Avinox-System ist DJI ein echter Senkrechtstart im E-Bike-Markt gelungen. Kaum ein anderes Antriebssystem wurde zuletzt so intensiv diskutiert, getestet und gehyped. Branchenkenner sprechen von bis zu 30.000 verkauften Einheiten im ersten Jahr – ein außergewöhnlicher Wert für einen Newcomer in diesem Segment.
Doch offenbar will sich DJI auf diesem Erfolg nicht ausruhen und das im Tech-Business gewohnte Tempo hochhalten. In Branchenkreisen mehren sich derzeit Hinweise, dass bereits im April ein neues Motorensystem vorgestellt werden könnte. Das mögliche Update soll noch einmal deutlich zulegen: Im Gespräch sind bis zu 150 Newtonmeter Drehmoment, womit DJI die Messlatte im E-MTB-Segment nochmals auf ein höheres Level anheben würde.

Legt DJI schon dieses Jahr mit einem neuen Motor nach?
Wenn man mich fragt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch. Schon jetzt setzen die Chinesen Branchenprimus Bosch massiv unter Druck. Die Amflow-Bikes – und inzwischen auch andere Modelle mit DJI-Motor – sind extrem gefragt.
Dass nun knapp zwei Jahre nach dem Launch des Motors bereits ein neues System in den Startlöchern stehen könnte, ist angesichts der Produktzyklen der Techwelt mehr als denkbar. Allein der Fakt, dass rund 6.000 Menschen in der DJI-Zentrale im Entwicklungsbereich arbeiten, zeigt die enorme Schlagkraft des Konzerns.
Ob es am Ende wirklich zu den kolportierten, fast schon abartigen Leistungsdaten von bis zu 150 Nm kommt? Ich hoffe es ehrlich gesagt nicht. Das hat für mich schlicht nichts mehr mit E-Mountainbiken zu tun.Aber: Um sich klar vom Markt abzugrenzen, wäre ein derartiges Power-Statement durchaus vorstellbar.
Fakt ist: Das Frühjahr wird spannend. Ich rechne fest damit, dass DJI pünktlich zu Ostern einen neuen Motor präsentiert.
Mehr Leistung, mehr Kapazität – aber kein Range-Extender
Interessant ist dabei die strategische Ausrichtung. Ein Range-Extender soll laut aktuellen Informationen nicht Teil des neuen Systems werden. Stattdessen habe DJI den Fokus auf die Weiterentwicklung der Akku-Technologie gelegt. Ziel sei es, bei identischem Bauraum eine höhere Kapazität zu realisieren – ein Ansatz, den der Konzern bereits aus seinem Kerngeschäft kennt.
Eine vergleichbare Strategie verfolgt DJI seit Jahren erfolgreich bei seinen Drohnen, bei denen Effizienzsteigerungen, optimierte Zellchemie und intelligentes Energiemanagement regelmäßig für spürbare Reichweiten- und Leistungsgewinne sorgen. Diese Philosophie scheint nun konsequent auf den E-Bike-Bereich übertragen zu werden.

Auf der Website sind die Bikes von Amflow stark reduziert. Ein weiteres Indiz, das auf den neuen Motor hinweisen könnte?
Gute Nachrichten für Bikehersteller – und Kunden
Besonders spannend für Hersteller wie auch Endkunden: Der Motoren-Mount soll unverändert bleiben. Damit wäre es theoretisch möglich, aktuelle Modelle mit Avinox-Antrieb auf das neue System nachzurüsten – ein starkes Argument in einem Markt, der zunehmend auf Langlebigkeit und Upgrade-Fähigkeit achtet. Ein aktuelels DJI-Bike auf den neuesten Motor umzubauen wird Endkunden jedoch vermutlich nicht möglich sein.
Zusätzliche Nahrung erhalten die Gerüchte durch auffällige Marktbewegungen bei DJIs hauseigener Bikemarke Amflow. Deren E-MTB wird aktuell mit ungewöhnlich hohen Rabatten angeboten – ein klassisches Indiz dafür, dass entweder ein Modellwechsel oder ein technisches Update bevorsteht.
Viel Rauch, vielleicht bald Feuer
Noch handelt es sich um unbestätigte Informationen, doch die Hinweise verdichten sich. Sollte DJI tatsächlich bereits im Frühjahr ein noch stärkeres Avinox-System präsentieren, würde das nicht nur die eigene Position im Markt festigen, sondern auch den Wettbewerbsdruck auf etablierte Motorenhersteller deutlich erhöhen.
Der April könnte für den E-Bike-Markt also spannender werden, als viele erwartet haben.





