Das Laufrad gehört zu den am stärksten belasteten Bauteilen am Fahrrad. Kein anderes Teil muss gleichzeitig Schläge, Seitenkräfte, Bremsmomente und harte Landungen wegstecken. Gerade am Mountainbike oder E-MTB wirken enorme Kräfte auf Felgen, Speichen und Lager.
Speichen setzen sich durch den Wechsel von Zug und Druck, Torsionsbelastungen und Schläge wirken auf Felgen und Lager und verpatzte Landungen bringen das Laufrad so richtig ans Limit. Doch regelmäßige Kontrollen und Austausch defekter Einzelteile erhalten die Stabilität des Laufrads und verlängern die Lebensdauer.
5 einfache Schritte: Laufrad-Check für zu Hause

Ein kurzer Technik-Check lohnt sich in regelmäßigen Abständen – vor allem nach Bikepark-Tagen, langen Touren oder ruppigen Trails.
Schritt 1: Zeigen die Kugellager der Nabe Spiel?
Hierfür das Laufrad demontieren, kräftig festhalten und die Achse hin und her bewegen.
Schritt 2: Weist das Laufrad einen Höhen- oder Seitenschlag auf?
Dies ist bei demontiertem Reifen in einem Zentrierständer festzustellen. Denn der Reifen kann Unwuchten der Felge kaschieren, oder selbst Ursache für ein scheinbar "eierndes" Laufrad sein.
Schritt 3: Ist die Speichenspannung rundum konsistent?
Eine Prüfung per Tensiometer ist wichtig, denn eine stark schwankende Speichenspannung kann ein instabiles Laufrad zur Folge haben. Bei Scheibenbrems-Laufrädern ist die gleichmäßige Speichenspannung wichtiger als ein perfekter Rundlauf. Prüfe zudem, ob gerissene Speichen ausgetauscht werden müssen. Behelfsmäßig kann die Speichenspannung durch Zusammendrücken zweier gekreuzter Speichen geprüft werden. Die Freilaufseite ist etwas stärker gespannt als die Gegenseite.
Schritt 4: Zeigt die Felge Beulen von harten Durchschlägen und sollte getauscht werden?
Harte Durchschläge hinterlassen Spuren – besonders bei niedrigem Reifendruck oder schweren Bikes. Typische Warnzeichen sind Dellen, Beulen, Risse an den Speichenlöchern oder abgeflachte Stellen. Kleine Macken sind meist unkritisch. Sichtbare Verformungen oder Risse können jedoch die Stabilität massiv beeinträchtigen. Wichtig: Carbonfelgen sollten besonders sorgfältig geprüft werden. Nicht jeder Schaden ist sofort sichtbar.
Schritt 5: Sitzt der Freilauf spielfrei auf dem Nabenkörper des hinteren Laufrads?
Dazu das größte Ritzel der Kassette mit Handkraft hin und her bewegen. Bei werkzeuglos demontierbaren Naben sind die Kugellager besonders leicht zu kontrollieren. Eine Fettschicht zwischen Lager und Endkappen verhindert das Eintreten von Feuchtigkeit und verlängert deren Lebensdauer.
Ersatzteilversorgung nicht unterschätzen

Wer ein neues Laufrad kaufen möchte, sollte nicht nur auf Gewicht oder Optik achten. Ein oft unterschätzter Punkt ist die Ersatzteilversorgung.
Vor dem Laufradkauf ist eine Beurteilung der Ersatzteilversorgung sinnvoll, denn nicht jeder Hersteller stellt diese samt der nötigen Informationen zur Verfügung. Prüfe zunächst, ob der Hersteller Standardlagergrößen verwendet, die frei erhältlich sind und sich mit gängigen Einpresswerkzeugen montieren lassen. Recherchiere zudem, ob Ersatzteile wie Lager, Endkappen oder Freilaufkörper direkt beim Hersteller oder über Vertriebspartner verfügbar sind – oft genügt dafür eine schnelle Online-Suche.
Fazit: Regelmäßige Check-ups verlängern die Lebensdauer
Das Laufrad ist ein Verschleißteil – aber kein Wegwerfprodukt. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, kleine Probleme frühzeitig zu erkennen und teure Schäden zu vermeiden. Besonders wichtig sind gleichmäßige Speichenspannung, spielfreie Lager und eine unbeschädigte Felge. Wer sein Laufrad regelmäßig prüft und wartet, fährt nicht nur sicherer – sondern hat meist auch deutlich länger Freude am Bike.





