„Enduro ist tot“? Yeti ist das egal und baut die vielleicht radikalste Rennmaschine 2027

Das neue Yeti LT
Neues Enduro mit Sixfinity-Sechsgelenker

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.07.2026
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E-Bike-Tech wird auf Bio-Bikes übertragen? Vor wenigen Jahren würde man für diese Prognose noch schief angeschaut werden. Tatsächlich ist es allerdings soweit. Anfang 2016 begann Yeti mit der Entwicklung eines neuen Hinterbau-Designs: Sixfinity. Ursprünglich gedacht, um am Tretlager Platz für einen Motor freizugeben. An den bisherigen Yeti-Modellen mit Switch-Infinity-Hinterbau werkelt knapp über dem Tretlager ein mit Fox entwickelter Link, der die Hinterbaukinematik optimieren soll. Dieser fällt mit dem neuen Design weg, vielseitig anpassbar bleibt der Hinterbau durch die sechs Gelenke dennoch.

Kurz & knapp: Yeti LT

  • Enduro-Racebike mit 170 mm Federweg an Front und Heck
  • Als Full 29er oder im MX-Setup fahrbar
  • Progressionsverstellung: 15, 20 oder 25 Prozent
  • Anpassbare Geometrie über Steuersatzschalen und Flip-Chips
  • 4 Größen: Small, Medium, Large, Extra Large
  • X Ausstattungsvarianten ab 7499 Euro
  • Rahmenset für 5499 Euro erhältlich

Enduro ist tot?

Enduro ist in einer Krise, nur sieben Factory-Teams stehen in dieser Saison im Weltcup am Start, immer abfahrtstauglichere Trail-Bikes übernehmen beim Endkäufer immer mehr die Rolle des Alleskönners. Yeti hält jedoch am Rennsport fest, mit großer Boxen-Anlage und gleich drei Top-Fahrern, die regelmäßig die Sprünge auf das Podium schaffen. Gleichzeitig werden die Bikes auf ein Ziel hin entwickelt: Speed. Entwickelt im Renneinsatz, um jeden Fahrer schneller zu machen. So zumindest der Claim der Amerikaner.

Rahmen und Geometrie

Yeti LT
Hersteller

Als erstes Yeti überhaupt besitzt das neue LT ein Rahmenstaufach. Dadurch lassen sich Regenjacke, Multitool und Spare-Parts blitzschnell erreichen und die Fahrer können Defekte noch on Stage reparieren. Yeti-typisch setzt das LT auf einen Vollcarbon-Rahmen mit dem ikonischen angeschraubten Spitzhacken-Emblem.

Yeti LT
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Perfekt auf individuelle Vorlieben und die Eigenheiten der Strecken einstellen lässt sich das LT über einen Flip-Chip an der unteren Dämpferaufnahme (15, 20 oder 25 Prozent Progression) und die Kettenstrebenlänge lässt sich über verschiedene Ausfallenden um 10 Millimeter längen (auf 465 Millimeter in Größe L). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Laufradgröße am Heck anzupassen, ohne die Geometrie zu verändern. Dies geschieht über einen weiteren Flip-Chip an der Sitzstrebe.

Yeti LT
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Über einen "Low-"Flip-Chip ermöglicht es im MX-Setup, das Tretlager um 6 Millimeter zu senken (von 350 Millimetern in Größe L) sowie den Lenkwinkel um ein halbes Grad flacher zu stellen. Im Standard-Setting liegt der Lenkwinkel bei typischen 64 Grad, der Reach ist mit 485 Millimetern in Größe L auf der moderat langen Seite. Dem aktuellen Trend zur höheren Front folgt Yeti nur bedingt. Mit 635 Millimetern Stack ist das LT zwar 5 Millimeter höher als das des Vorgängers SB165, aber dennoch etwas flacher als viele der anderen Enduros auf dem Markt. Damit liegt der Fokus auf sehr direktem Fahren, der Komfort soll über eine gute Fahrwerksabstimmung und das persönliche Cockpit-Setup erreicht werden.

Yeti LT
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Sixfinity statt Switch-Infinity

Yeti LT
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Erst das E-Bike, jetzt die Bio-Räder: Am neuen LT setzt Yeti auf einen Sechsgelenker-Hinterbau ohne den von den bisherigen SB-Modellen bekannten Switch-Infinity-Link. Das neue Sixfinity-Design wurde ursprünglich entwickelt, um am Tretlager für einen Motor Platz zu schaffen. Durch das Sechsgelenker-Design lassen sich alle Drehpunkte einzeln anpassen. Durch die vielen möglichen Positionen kann man so Anti-Squat (der Widerstand, den das Hinterbau-Design einem Einfedern beim Pedalieren entgegenstellt), Anti-Rise (der Widerstand, den der Hinterbau einem Einfedern beim Entschleunigen entgegenstellt) und die Kennlinie präzise und unabhängig voneinander beeinflussen.

Yeti LT
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Auf dem Trail äußert sich dies in einem für ein 170-mm-Enduro untypisch effizienten Pedalierverhalten und einem aktiven Federverhalten, auch wenn man bremst. Einige Hinterbauten verleiten auf der Bremse zum Verhärten oder Stempeln, d. h., sie prallen an Hindernissen ab, statt die Energie aufzunehmen. Mit dem neuen Design kann Yeti hier tief in die Kinematik-Trickkiste greifen und das Fahrgefühl optimieren. Sogar für die unterschiedlichen Rahmengrößen sind die Lager leicht verschieden platziert, um allen Fahrertypen das gleiche Federverhalten zu ermöglichen.

Ausstattungsvarianten

Vier Ausstattungsvarianten und ein Frameset bieten die Amerikaner an. Günstig sind sie alle nicht, das Rahmenkit liegt bei 5499 Euro, das günstigste Komplettrad startet bei 7400 Euro. Damit richtet sich Yeti an Racer, die wirkliches Profimaterial über die Stages steuern möchten, oder eben an Zahnärzte und Chirurgen mit dem passenden Jahresgehalt.

Yeti LT 90 (7.400 Euro)

Federgabel: Fox 38 Performance
Dämpfer: Fox Float X Performance
Laufräder: DT Swiss E1900
Antrieb: Sram Eagle 90 Transmission
Bremsen: Sram Maven Base

Yeti LT X0/90 (8.800 Euro)

Federgabel: Fox 38 Factory
Dämpfer: Fox Float X2 Factory
Laufräder: DT Swiss E1900
Antrieb: Sram Eagle 90/X0 Transmission
Bremsen: Sram Maven Silver

Yeti LT XT Di2 (9.500 Euro)

Federgabel: Fox 38 Factory
Dämpfer: Fox X2 Factory
Laufräder: ST Swiss E1900
Antrieb: Shimano XT Di2
Bremsen: Shimano XT 4-Kolben

Yeti LT X0 (10.900 Euro)

Federgabel: Fox 38 Factory
Dämpfer: Fox Float X2
Laufräder: DT Swiss EXC 1700 Evo
Antrieb: Sram X0 Transmission
Bremsen: Sram Maven Silver

Fazit