Dieser Motor steckt sonst in High-End-E-Bikes: Steppenwolf Tundra im Test – der Spar-Tipp?

Steppenwolf Tundra 9.0 im Test
Kultmarken-Comeback mit DJI-Avinox-Antrieb

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.03.2026
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Die deutsche Kultmarke Steppenwolf ist zurück! Der 1995 gegründete Hersteller machte besonders in den 2000er Jahren mit seinen Bikes von sich reden. 2025 übernahm die Zweirad-Union die traditionsreiche Marke. Mit dem Tundra, das mit dem begehrten Avinox-M1-Antrieb kommt, landeten die Bayern auf der letztjährigen Eurobike zunächst einen öffentlichkeitswirksamen Volltreffer. Doch kann das Bike auch im Detail überzeugen?

Bjoern Haenssler

Kurz & Knapp: Steppenwolf Tundra 9.0

  • 160/160 mm Federweg
  • DJI Avinox M1, 800 Wh
  • Carbon-Rahmen
  • Gewicht: 22,5 kg (Größe M)
  • Preis: 5199 Euro

Steppenwolf Tundra 9.0: Ausstattung und Geometrie

Steppenwolf bietet das Tundra mit zwei unterschiedlichen Rahmendesigns an. Das Topmodell 11.0, das mit zahlreichen Edelkomponenten ausgestattet ist, besitzt ein eigenes Rahmendesign mit stehend angeordnetem Dämpfer. Günstiger geht es ebenfalls: Für 7999 Euro kommt das Tundra 10.0 mit Rock-Shox-Ultimate-Fahrwerk, Sram X0 Transmission und Maven-Bremsen daher und soll 21,7 Kilogramm wiegen.

Wir entschieden uns bewusst für das 5199 Euro teure Tundra 9.0, das als Einstiegsmodell in die sportive Tundra-Familie dennoch mit einer erstaunlich hochwertigen Ausstattung aufwartet. Neben einem etwas exotischeren SR-Suntour-Fahrwerk kommen bewährte Komponenten wie die SRAM-70-Transmission, Magura-MT5-Bremsen sowie Eigenmarken-Anbauteile an Cockpit, Sattelstütze und Aluminium-Laufrädern zum Einsatz.

Für das erstaunlich geringe Gewicht von 22,5 Kilogramm sorgen unter anderem die leichten Maxxis-Rekon-Reifen sowie der Vollcarbon-Rahmen, der den Dämpfer über eine massive Aluminium-Wippe ansteuert.

Ebenfalls im Lieferumfang: das handliche DJI-Ladegerät, das den Akku allerdings etwas langsamer mit Energie versorgt als das optional erhältliche Schnellladegerät von Avinox.

Der bayerische Hersteller bietet das Tundra in drei Rahmengrößen an. Die Modelle 9.0 und 10.0 fallen dabei etwas gemäßigter aus, während das 11.0 insgesamt länger und progressiver ausgelegt ist.

Bjoern Haenssler

Das Tundra 9.0 in der Praxis

Zurück zu unserem Testbike: Auf dem Tundra 9.0 nimmt man eine angenehm zentrale Sitzposition ein. Geometrie und Ergonomie passen gut zur Ausrichtung des Bikes. Der Reach fällt eher kompakt aus, Lenk- und Sitzwinkel sind moderat gewählt.

Dass das Bike serienmäßig nur mit einer Fernbedienung für das Avinox-System auf der linken Seite kommt, fällt im Alltag kaum negativ auf. Selbst mit Handschuhen lässt sich der Touchscreen gut bedienen – auch wenn das Loslassen des Lenkers in ruppigen Offroad-Passagen natürlich etwas Aufmerksamkeit verlangt. Wer möchte, kann für rund 60 Euro eine zweite Remote nachrüsten. Ergonomisch weniger gelungen sind die großen Magura-Bremshebel, die eigentlich aus dem S-Pedelec-Bereich stammen.

Fahreindruck am Steppenwolf Tundra 9.0

Immerhin überzeugt die Bremsleistung der schwäbischen Stopper. Bergab präsentiert sich das Tundra ausgesprochen verspielt. Auf Flowtrails fährt es sich ausgewogen und lebendig, ohne dabei nervös zu wirken. Wird das Gelände verblockter, arbeitet die feinfühlige Gabel auf sehr hohem Niveau. Das Heck kann bei schnellen Schlagfolgen allerdings nicht ganz mithalten – besonders im mittleren Federwegsbereich dürfte das Fahrwerk etwas mehr Gegenhalt bieten. Auch die Maxxis-Reifen fühlen sich eher auf Flowtrails zu Hause. Wer häufiger in ruppigem Gelände unterwegs ist, sollte über griffigere Gummimischungen und eine stabilere Karkasse nachdenken.

👍 Das gefällt

 tolles Gesamtpaket zum fairen Preis

 eindrucksvolles (Leicht-)Gewicht

 trailtaugliche Ausstattung

👎 Das weniger

 Reifenwahl (Grip, Pannenschutz)

 klobige Bremshebel

 Hinterbau fehlt teils Gegenhalt