E-Bike-Leasing: Alles, was du wissen musst

Jobrad, Bikeleasing & Co.
E-Bike-Leasing: Alles, was du wissen musst

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.11.2025
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Aktives Seniorenpaar mit Fahrrädern bei Sonnenaufgang am Meer.
Foto: AzmanL / Getty Images

Leasing? Das verband der bewegte Mensch viele Jahre lang mit Audi, BMW oder Mercedes. Ein neues Bike konnte man sich leisten – oder eben nicht. Spätestens mit der Pandemie brachte ein Anbieter das Ganze jedoch auf zwei Rädern ins Rollen: Jobrad. Dem Branchenprimus sind viele gefolgt – und heute ist Dienstrad-Leasing ein fester Bestandteil in vielen Firmen.

Was ist E-Bike-Leasing?

Fahrrad-Leasing funktioniert meist über den Arbeitgeber: Dieser least über einen Dienstradanbieter ein sogenanntes Wirtschaftsgut, das Fahrrad. Dieses stellt er dem Arbeitnehmer zur Verfügung, auch zur privaten Nutzung ohne Kilometerbeschränkung. Sogar Rennteilnahmen sind eingeschränkt möglich. Bei der Auswahl von Marke oder Modell bist du frei in der Auswahl. Das Highend-E-Enduro ist ebenso drin wie das E-Lastenrad für Kind und Kegel.

E-Bike-Leasing: Pro und Contra

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Für Arbeitnehmer:

 Geringere monatliche Kosten durch Gehaltsumwandlung – oft deutlich günstiger als Direktkauf oder Privatfinanzierung.

 Rundum-sorglos-Paket: Versicherung, Verschleißschutz und Pannenhilfe in der Regel inklusive.

 Freie Modellwahl bei kooperierenden Händlern und Online-Shops.

Für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende

 Sofort absetzbar: Leasingraten können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

 Flexibilität bei der Fahrzeugflotte für kleine Betriebe (z. B. Lastenräder für Lieferdienste).

Für Arbeitnehmer:

 Reduzierte Sozialabgaben: langfristig geringere Renten- und Lohnersatzleistungen.

 Übernahme am Ende nicht garantiert bzw. zu zusätzlichen Kosten.

 Komplexität bei Jobwechsel, Sabbatical oder längerer Krankheit.

Für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende:

 Risikofaktor bei Krankheit oder Geschäftseinbruch, da die Raten weiterlaufen.

 Weniger attraktive Konditionen als bei Arbeitnehmern, da keine Gehaltsumwandlung greift.

Wie funktioniert die Finanzierung?

Bezahlt wird der Zweiradspaß von dir in monatlichen Raten, üblich sind Laufzeiten von 24, 36 oder 48 Monaten. Am Ende des Zeitraums kann das Rad zum Nice Price übernommen werden, hier sind rund 15 Prozent des Neupreises Usus. Bis dahin ist das Fahrrad gegen Schäden und Unfälle grundsätzlich versichert, auch eine 24-Stunden-Pannenhilfe ist meist an Bord.

Die Rate wird von deinem Bruttogehalt abgezogen, du versteuerst nur einen Bruchteil (0,25 Prozent) des Listenpreises als geldwerten Vorteil. Durch die Gehaltsumwandlung wird das zu versteuernde Einkommen deutlich reduziert, was den Netto-Lohnzettel freut. Damit zahlen Leasing-Biker zudem weniger Lohnnebenkosten.

Was sind die Nachteile vom E-Bike-Leasing?

Da du weniger Lohnnebenkosten zahlst, zahlst du auch weniger in die Sozialkassen ein. Klingt doch gut? Jein, denn es mindert Rentenansprüche und alle einkommensabhängigen Zahlungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld, schwächt zudem das Sozialsystem. Auch gilt es vorab zu prüfen, was bei einer entgeltfreien Zeit wie einem Sabbatical oder längeren Krankenstand passiert – und natürlich im Falle einer Auflösung des Dienstverhältnisses.

Rechenbeispiel: E-Bike für 6000 Euro

Für ein Rad mit einem Listenpreis von 6000 Euro fallen zusätzlich 648 Euro an Versicherung und Pannenhilfe an, die der Arbeitgeber übernimmt. Bei einem Bruttogehalt von 3800 Euro pro Monat in Steuerklasse 3 sind dann monatlich netto (bei 36 Monaten Laufzeit) 109 Euro fällig. Das entspricht am Ende 3924 Euro, bei einem voraussichtlichen Übernahmepreis von 1080 Euro macht dies in Summe 5004 Euro – und eine Ersparnis von rund 1000 Euro zum Neupreis, den Versicherungsschutz mit eingerechnet, sind es exakt 1644 Euro.

Welche Anbieter für E-Bike-Leasing gibt es?

In Deutschland gibt es mittlerweile eine Fülle an Leasing-Anbietern. Die Angebote unterscheiden sich etwa im Brutto-Höchstwert der angebotenen Bikes oder in den angebotenen Versicherungspakten.

  • Jobrad: bekanntester Anbieter mit unzähligen Kooperationspartnern
  • Bikeleasing: bereits seit 2015 aktiv, auch für Freiberufler
  • Eurorad: eine Tochter der ZEG, kooperiert auch mit Canyon oder Rose
  • Deutsche Dienstrad: Familienunternehmen, das auch Haibike gegründet hat
  • BusinessBike: 2014 als Start-up gegründet
  • Mein Dienstrad: 2012 in Oldenburg in Niedersachsen gegründet

Noch Fragen? Großes FAQ zum Thema E-Bike-Leasing