Du sitzt nach der Tour im Biergarten, das Glas ist kalt, der Durst groß – und irgendwer bestellt ein "Radler". Spätestens dann kommt die Klassikerfrage auf, die garantiert schon tausendmal am Tisch gestellt wurde: Woher kommt der Begriff "Radler" – und warum heißt das Getränk wie wir? Gute Nachricht: Genau dafür gibt’s diese Rubrik. Keine dummen Fragen.
Radler: Was ist das eigentlich genau?
Ein Radler ist in Deutschland meist ein Biermischgetränk aus Bier und Zitronenlimonade (oft ungefähr 50:50). Ergebnis: spritzig, erfrischend, weniger alkoholstark als pures Bier – und damit für viele die naheliegende Wahl nach sportlicher Aktivität (oder wenn’s einfach leicht bleiben soll).
Woher kommt der Begriff "Radler"?
Biergarten-Legende und doch die Realität? Fakt ist: Es lässt sich nicht seriös belegen, welche Brauerei den Begriff "Radler" als erste offiziell genutzt hat. Dennoch heißt es der Legende nach, dass um 1922 auf der Kugler Alm bei Deisenhofen nahe München der Wirt Franz Xaver Kugler einer größeren Anzahl Radfahrer ein Bier kredenzen sollte, er dieses aber mit Limonade strecken musste, weil nicht genug Bier vorhanden war. Das "Radler-Maß", kurz "Radler" war geboren.
Verifizieren lässt sich diese Legende nicht genau und könnte auch in frage gestellt werden, da bereits um 1900 in Bayern "Radlermaßen" erwähnt wurden. Trotzdem bleibt es eine schöne Geschichte.
Radler heißt nicht überall Radler: Regionale Namen in Deutschland
Wer in Deutschland Rad fährt, weiß: Dialekte, Begriffe und Bestellrituale ändern sich schneller als der Untergrund von Asphalt auf Schotter. Beim Radler ist das genauso. Daher hier mal die umgangssprachlichen Begriffe in verschiedenen Regionen Deutschlands:

In Bayern wird die Radler-Variante mit Weizenbier auch "Russ'n" genannt.
Norddeutschland: "Alsterwasser"
Im Norden (Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen) heißt das, was viele als Radler kennen, oft Alsterwasser. Inhaltlich bedeutet das: Pils-Bier + Zitronenlimonade.
Berlin/Brandenburg: "Potsdamer"
Rund um Berlin und Brandenburg ist der Begriff "Potsdamer" als Regionalwort bekannt – ebenfalls für Bier mit Limo/Brause.
Bayern: "Russ’n" (meist als Weizen-Variante)
In Bayern ist "Radler" zwar geläufig, aber wenn jemand "Russ’n" bestellt, meint er meist die Variante mit Weißbier (Hefeweizen) + Zitronenlimonade. Also: gleiche Idee, nur andere Basis.





