Morgens rauf auf den Sattel und ab zur Arbeit – und abends den gleichen Weg zurück. Das ist für viele von uns Alltag. Trotzdem bleiben die Strecken, die wir täglich mit dem Rad pendeln oft unsichtbar. Dabei wären genau diese Daten wertvoll für Planer von Fahrrad-Infrastruktur.
Die Trainingsapp Strava will diese Lücke jetzt schließen und hat für ihren Commute Report Daten von Radpendlerinnen und Radpendlern auf der ganzen Welt ausgewertet.
550 Millionen Kilometer – Radpendeln auf Rekordniveau
Laut Strava legten Nutzerinnen und Nutzer auf der ganzen Welt im Jahr 2025 gemeinsam rund 550 Millionen Kilometer auf dem Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurück. Das entspricht etwa 22.000 Erdumrundungen. Insgesamt hat fast jede zweite aktive Person (43 Prozent) mindestens eine Pendelfahrt per Rad aufgezeichnet.
Die Daten basieren auf aufgezeichneten Fahrten zwischen Januar und Dezember 2025 und stammen aus dem globalen Datensatz Strava Metro, der anonymisierte Bewegungsdaten bündelt.
Deutschland: Pendelstart um 7 Uhr – bekannte Routen dominieren

Die Daten für die Studie stammen aus dem Datenpool Strava Metro, für den anonymisierte Userdaten für bessere Radinfrastruktur ausgewertet werden.
Auch für Deutschland liefert der Report spannende Einblicke: Die häufigste Startzeit fürs Radpendeln liegt bei 7 Uhr morgens.
Zu den meistbefahrenen Pendelstrecken zählen diese Top-Drei:
Wo: Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin
Distanz: 1,22 km
Anzahl Radfahrten: 147.014 von 16.907 Personen
2. Tiergarten I
Wo: Berlin-Mitte
Distanz: 1,03 km
Anzahl Radfahrten: 239.449 von 33.223 Personen
Wo: Untergiesing-Harlaching, Bayern
Distanz: 1,26 km
Anzahl Radfahrten: 375.054 von 36.577 Personen
Diese Routen entwickeln sich laut Strava zu echten "Community-Korridoren", die täglich von vielen Pendlerinnen und Pendlern genutzt werden.
Wer pendelt – und wer hinterherhinkt
International liegt Island beim Anteil der Radpendler vorne, gefolgt von Belgien und Norwegen. Auffällig: In Island ist auch der Anteil von E-Bike-Pendlern besonders hoch.
Ein Generationenvergleich zeigt:
- Boomer nutzen das Fahrrad besonders häufig für den Arbeitsweg
- Gen Z liegt deutlich zurück und zeichnet seltener Pendelfahrten auf
Daten als Schlüssel für bessere Infrastruktur?
Ein zentrales Argument des Reports: Je mehr Menschen ihre Fahrten aufzeichnen, desto besser lassen sich Verkehrsströme verstehen.
Über Strava Metro fließen die Daten bereits in die Arbeit von mehr als 4.000 Partnern weltweit ein – etwa für:
- Planung von Radwegen
- Standortwahl für Bike-Sharing
- Verbesserung urbaner Mobilität
Brian Bell von Strava betont: Die Daten könnten helfen, aktive Mobilität sicherer und zugänglicher zu machen – vorausgesetzt, genug Menschen machen mit.
Fazit: Viel Potenzial im Radpendeln
Der Strava-Report zeigt, welches Potenzial im Radpendeln steckt – und wie groß die Rolle von Daten dabei werden könnte. Millionen Fahrten ergeben ein klares Bild davon, wie sich Menschen tatsächlich durch ihre Städte bewegen.





