ADFC-Radreiseanalyse 2025: So radelt Deutschland

ADFC Radreiseanalyse 2025
So radelt Deutschland: Kurztrips boomen, Radreisen schrumpfen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.03.2026
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So radelt Deutschland: Kurztrips boomen, Radreisen schrumpfen
Foto: Alex Moling

Radfahren gehört für Millionen Menschen in Deutschland fest zur Freizeit – auch im Urlaub. Doch wie genau reisen die Deutschen heute mit dem Fahrrad? Die aktuelle Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs zeigt: Der Radurlaub verändert sich. Klassische Radreisen gehen leicht zurück, gleichzeitig wird das Fahrrad immer häufiger Teil anderer Urlaubsformen. Dazu kommen Trends wie spontane Kurztrips, mehr E-Bikes und ein wachsender wirtschaftlicher Einfluss des Radtourismus.

Radfahren bleibt eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten

Mehr als 17.300 Menschen haben an der aktuellen Radreiseanalyse des Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) teilgenommen. Die Ergebnisse wurden Anfang März 2026 auf der Internationale Tourismus-Börse Berlin vorgestellt und geben Einblick in das Radreise- und Ausflugsverhalten in Deutschland.

Trotz eines leichten Rückgangs bei Radreisen bleibt das Fahrrad eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten: Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung – rund 39,3 Millionen Menschen – nutzt das Rad im Urlaub oder in der Freizeit.

Der Trend zeigt: Auch wenn sich das Reiseverhalten verändert, bleibt das Fahrrad ein zentraler Bestandteil aktiver Erholung.

Tagesausflüge bleiben auf hohem Niveau

Grafik zur ADFC Radreiseanalyse 2025
ADFC/April Agentur

Die meisten Radtouren beginnen direkt vor der Haustür. Im Jahr 2025 unternahmen 34 Millionen Menschen rund 361 Millionen Tagesausflüge mit dem Fahrrad. Auch wenn die durchschnittliche Zahl der Ausflüge pro Person auf 10,6 sank, bleibt das Niveau weiterhin hoch.

Besonders interessant: Während der Corona-Pandemie hatten viele Menschen das Radfahren für Tagesausflüge entdeckt. Zwar ist die Zahl inzwischen wieder etwas gesunken, sie liegt aber deutlich über dem Niveau von 2019.

Für viele ist das Fahrrad vor allem ein Mittel zur Erholung. Mehr als 92 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen Radfahren in der Natur hilft, sich zu entspannen. Rund drei Viertel haben zudem das Gefühl, durch Radfahren aktiv zum Naturschutz beizutragen.

Kurzreisen werden spontaner geplant

Radreisen mit ein bis zwei Übernachtungen bleiben beliebt, werden aber zunehmend kurzfristig geplant. 2025 unternahmen 4,2 Millionen Menschen insgesamt 7,6 Millionen Kurzreisen mit dem Fahrrad. Besonders gefragt waren die Monate Mai und Juni.

Auffällig ist die spontane Planung:

  • Jede zweite Kurzreise wird spontan entschieden.
  • Rund 22,8 Prozent der Reisenden planen ihre Tour sogar erst eine Woche vorher.

Bei der Inspiration spielen persönliche Empfehlungen eine große Rolle. Tipps aus dem Freundes- und Familienkreis sind die wichtigste Quelle. Auch Social Media gewinnt an Bedeutung, während klassische Reiseführer vor allem bei längeren Touren genutzt werden.

Weniger klassische Radreisen – aber weiterhin wichtig

Bei längeren Radreisen mit drei oder mehr Übernachtungen zeigt sich ein leichter Rückgang. Im Jahr 2025 machten 3,3 Millionen Menschen eine solche Reise, insgesamt wurden 4,6 Millionen Radreisen dieser Art gezählt. 2023 waren es noch 3,6 Millionen Reisende gewesen.

Wer eine längere Tour plant, bleibt im Schnitt etwa 7,6 Nächte unterwegs. Die meisten Radreisenden übernachten in Hotels (59,8 Prozent), gefolgt von Pensionen (34,1 Prozent) und Ferienwohnungen (22,3 Prozent). Rund 22 Prozent nutzen Campingplätze.

Bei der Anreise greifen viele weiterhin auf andere Verkehrsmittel zurück:

  • 38 Prozent reisen mit dem Auto an
  • 37 Prozent nutzen Bus oder Bahn

Woran liegt der Rückgang der klassischen Radreisen? Der ADFC vermutet, dass der wechselhafte Sommer 2025 Schuld sein könnte.

Radfahren wird Teil vieler Urlaubsarten

Grafik zur ADFC Radreiseanalyse 2025
ADFC/April Agentur

Parallel zum klassischen Radurlaub wächst ein anderer Trend: Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad einfach als Aktivität während ihres Urlaubs. Im Jahr 2025 fuhren 12,7 Millionen Menschen im Urlaub Fahrrad, ohne dass die Reise selbst als Radreise geplant war. 2023 waren es noch 10,6 Millionen.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • 65,6 Prozent möchten Land und Leute besser kennenlernen.
  • Rund die Hälfte möchte im Urlaub aktiv sein.
  • Für 37,9 Prozent spielt auch die Gesundheit eine wichtige Rolle.

Große Offenheit für Radreisen

Ein weiteres Ergebnis zeigt das große Potenzial des Radreisemarkts. Von den Menschen, die in den vergangenen drei Jahren keine Radreise gemacht haben, können sich 75 Prozent grundsätzlich vorstellen, eine solche Reise zu unternehmen oder haben es bereits früher getan. Nur etwa ein Viertel schließt Radreisen grundsätzlich aus. Als Gründe nennen sie vor allem:

  • Wetterabhängigkeit
  • fehlende Ausrüstung
  • komplizierte An- und Abreise
  • familiäre Verpflichtungen
  • körperliche Anstrengung

Gerade Letzteres könnte sich durch neue Technik verändern.

Viele investieren vor der Reise in Ausrüstung

Grafik zur ADFC Radreiseanalyse 2025
ADFC/April Agentur

Radurlaub sorgt außerdem für Nachfrage im Fahrradmarkt. Mehr als jede vierte Person, die eine längere Radreise plante, investierte vor der Tour in Ausrüstung oder Dienstleistungen rund ums Fahrrad.

Besonders häufig gekauft wurden:

  • Fahrrad- und Gepäcktaschen (55,3 Prozent)
  • Funktionskleidung (50,6 Prozent)
  • Fahrradteile (31,7 Prozent)

Knapp 30 Prozent ließen ihr Fahrrad vor der Reise reparieren oder warten. Rund 10 Prozent kauften sogar ein neues E-Bike.

Auch insgesamt ist der wirtschaftliche Effekt des Radtourismus enorm: Laut Studie gaben Menschen in Deutschland im Jahr 2025 insgesamt rund 40 Milliarden Euro für Radreisen und Tagesausflüge mit dem Fahrrad aus.

Fazit: Radreisen bleiben ein wichtiger Zukunftsmarkt

Die Ergebnisse der Radreiseanalyse zeigen: Der Radurlaub verändert sich, bleibt aber ein bedeutender Teil der Freizeit- und Reisekultur in Deutschland. Während klassische Radreisen leicht zurückgehen, wächst gleichzeitig die Bedeutung von Tagesausflügen und spontanen Kurztrips. Zudem wird das Fahrrad immer häufiger einfach als Bestandteil anderer Urlaube genutzt. Mit Millionen Reisenden, Milliardenumsätzen und einer großen Offenheit für neue Radreisen bleibt der Radtourismus damit ein Markt mit viel Potenzial – vorausgesetzt, Infrastruktur und Qualität der Radwege werden weiter ausgebaut. Die gesamte ADFC-Studie gibt's hier zum Nachlesen.

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