Es gibt Schuhe für die Sonntagsrunde und es gibt Schuhe, die schreien förmlich nach Startnummern und brennenden Oberschenkeln. Der neue S-Works Recon EVO gehört definitiv in die zweite Kategorie. Die Entwickler wollen hier das Beste aus zwei Welten verschmolzen haben: die robuste Geländetauglichkeit der Recon-Serie und die "wattsparende" Innovationskraft des Straßen-Pendants Ares 2. Herausgekommen sei ein Schuh, der auf dem Mountainbike bei der Cross-Country-WM genauso glänzen solle wie bei epischen Gravel-Abenteuern über hunderte Kilometer.

Das "PowerHug"-System: hält im Zusammenspiel mit dem Boa Li2-Drehverschluss und einer vergrößerten, neu gestalteten Fersenkappe den Mittelfuß sicher fest, was für eine optimierte Trittfrequenz sorgen soll.
Kurz & Knapp: S-Works Recon EVO
- Einsatzbereich: XC, Marathon, Gravel
- Verschluss: BOA Fit System mit Dual-Dial Li2 und "PowerHug"-System
- Sohle: Carbon mit austauschbaren TPU-Blöcken am Cleat und Gummi-Stollen
- Preis: 479 Euro

Die neuen Specialized S-Works Recon EVO sollen Top-Performance bieten, der Preis für den Luxusschuh: 479 Euro.
Fester Halt dank "PowerHug"
Um die Kraft ohne Verluste aufs Pedal zu bringen, setze Specialized auf ein System mit dem klangvollen Namen "PowerHug". Zusammen mit einer vergrößerten, neu gestalteten Fersenkappe solle dieses Verschlusssystem den Mittelfuß regelrecht einklemmen und so die Tritteffizienz deutlich steigern. Inspiriert von der Architektur des Straßen-Schuhs Ares 2, verspreche man sich durch einen großflächigeren Kontaktbereich zwischen Fuß und Obermaterial weniger Energieverlust. Gezurrt wird das Ganze übrigens standesgemäß über zwei BOA-Li2-Drehverschlüsse.

Der Druck auf dem Vorfuß soll sich um 44 Prozent verringern.
Die Wissenschaft des Fußes: Body Geometry
Wer hart tritt, braucht Komfort. Hier werfen die Amerikaner ihre bewährte "Body Geometry"-Technologie in den Ring. Basis des Schuhs sei ein neuer anatomischer Leisten, der den Druck auf den Vorfuß um bemerkenswerte 44 Prozent reduzieren solle. Das klingt fast schon wie ein Rezept vom Orthopäden: Ein sogenannter Varus-Keil, eine Längsgewölbestütze und ein Metatarsal-Button sollen Fuß, Knie und Hüfte in eine perfekte Linie zwingen. Das Ziel laut Hersteller: Die eingesetzte Energie werde direkt in Vorwärtsdrang umgewandelt, ohne die Gelenke zu überlasten. Taube Zehen oder unangenehme Druckstellen sollen so selbst bei Renntempo der Vergangenheit angehören.
Grip für die Tragepassage
Weil man auf dem Gravelbike oder im XC-Rennen doch ab und zu mal laufen muss, verfügt die obligatorische Carbon-Sohle über griffige Gummi- und TPU-Stollen an Zehen und Ferse. Ein nettes Detail: Die Profilblöcke rund um die Cleats ("Pontoons") sind austauschbar, sodass Radfahrer das Einklick-Gefühl auf ihr bevorzugtes Pedal abstimmen können.

Grip beim Laufen: Die Profilblöcke rund um die Cleats ("Pontoons") sind sogar austauschbar, erklärt Specialized.
Preis
Dass solch ein Technik-Feuerwerk nicht für das Taschengeld zu haben ist, dürfte klar sein. Wer die S-Works Recon EVO ab heute sein Eigen nennen möchte, muss laut Mitteilung tief in die Tasche greifen: 479 Euro stehen auf dem Preisschild.
Erster Fahreindruck
MOUNTAINBIKE-Redakteur Lukas Hoffmann konnte den neuen Top-Schuh bereits auf zwei Touren ausprobieren. Sein erster Eindruck:





