Roval, die hauseigene Laufradschmiede von Specialized, will dem angesagten Gravelracing nun ordentlich Schub verleihen. Mit dem Terra Aero CLX und dem Terra CLX III rollen gleich zwei neue Carbon-Laufradsätze an den Start, die auf dem Erbe des leichten Terra CLX II aufbauen sollen, aber in völlig unterschiedliche Richtungen sprinten. Die Ansage aus dem Hause Roval ist klar: Man habe die schnellste Gravel-Laufradfamilie aller Zeiten entwickelt. Eine vollmundige Behauptung? Das sind die Fakten:

Für ein Aero-Laufradsatz bringen die neuen Roval Terra Aero CLX III eine besondere Form mit.
Kurz & Knapp: Roval Terra Aero CLX & Terra CLX III
Roval Terra Aero CLX
- Gewicht: 1.340 g
- Felgentiefe: 50 mm (vorne) / 45 mm (hinten)
- Innenmaulweite: 27 mm
- Außenbreite: 38,5 mm
- Speichen: Roval Aero Composite Spokes von Arris
- Besonderheit: Chopped Aero Speed Shape für maximale Aerodynamik, extra breite "FlatStop"-Felgenhörne
- Reifenkompatibilität: Für Reifen von 35 mm bis 60 mm
- Preis: 1499 Euro
Roval Terra CLX III
- Gewicht: 1.079 g
- Felgentiefe: 27 mm (vorne & hinten)
- Innenmaulweite: 27 mm
- Außenbreite: 38 mm
- Speichen: Roval Aero Composite Spokes von Arris
- Besonderheit: Extrem leicht und auf maximalen Komfort ausgelegt, extra breite "FlatStop"-Felgenhörne
- Reifenkompatibilität: Für Reifen von 35 mm bis 60 mm
- Preis: 1299 Euro
Terra Aero CLX: Die Aero-Waffe mit der seltsamen Kante

Kostenpunkt der Aero-Laufräder: 1499 Euro.
Fangen wir mit dem wohl auffälligsten Laufradsatz an, dem Terra Aero CLX. Wer hier eine klassische Aero-Felge erwartet, wird überrascht sein. Das Ding ist vorne nämlich – man lese und staune – ziemlich flach. Roval nennt dieses Design "Chopped Aero Speed Shape" und soll sich aerodynamisch wie eine 70-mm-Felge verhalten, ohne deren Nachteile bei Gewicht und Seitenwindanfälligkeit mitzubringen.
Laut Hersteller sei dieser Laufradsatz satte 5,84 Watt schneller als der Vorgänger Terra CLX II (gemessen bei 40 km/h mit einem 45-mm-Tracer-Reifen). Ob man das als Normalsterblicher auf dem Schotter spürt, sei dahingestellt, aber die Zahl steht im Raum. Entwickelt wurde diese Form angeblich in unzähligen CFD-Simulationen, die nicht nur die Felge, sondern das Gesamtsystem aus Reifen, Felge und Rahmen im Luftstrom betrachtet haben. Das Ergebnis ist eine 50 mm tiefe Felge vorn und eine 45 mm tiefe Felge hinten, die mit einer externen Breite von 38,5 mm und einer Innenmaulweite von 27 mm perfekt für moderne Gravel-Reifen von 35 mm bis 60 mm ausgelegt sein soll. Ideal sollen Reifenbreiten von 35 mm bis 45 mm sein.
Terra CLX III: Das Fliegengewicht für Kletterer und Techniker

Reifenbreiten von 35 mm bis 60 mm können montiert werden.
Wem Watt-Zahlen auf der Geraden egal sind und wer stattdessen jeden Anstieg hochfliegen will, für den dürfte das Terra CLX III die spannendere Wahl sein. Laut Hersteller mit einem Gewicht von nur 1.079 Gramm (inklusive Felgenband und Ventilen) soll es der leichteste Gravel-Laufradsatz seiner Klasse sein. Hier stand nicht die Aerodynamik im Vordergrund, erklärt Roval, sondern maximaler Komfort und Kontrolle. Roval gibt außerdem an, die laterale Nachgiebigkeit um beeindruckende 21,52 % verbessert zu haben. Das soll sich vor allem auf ruppigen Pisten, sowie durch Feld, Wald und Flur durch eine spürbar ruhigere Fahrt und mehr Kontrolle bemerkbar machen. Roval gibt eine externe Weite von 38 mm an, die Innenmaulweite mit 27 mm. 45 mm breite Reifen sollen am besten damit performen.
Gemeinsamkeiten: Carbonspeichen und ein Bollwerk gegen Platten

Die ebenfalls auf Aero getrimmten Speichen stammen von Arris.
Beide Laufradsätze setzen auf die neuen "Roval Aero Composite Spokes by Arris". Diese Speichen aus Carbon sollen nicht nur leichter sein (angeblich eine Ersparnis von 96,6 Gramm im Vergleich zu Stahl), sondern auch 20 % stärker. Ihre Form sei dabei aerodynamisch optimiert.
Ein weiteres Highlight, das beide Modelle teilen, ist der verbesserte Pannenschutz. Die Felgenhörner, von Roval "FlatStop" getauft, sind mit bis zu 5,38 mm (Aero CLX) bzw. 4,86 mm (CLX III) extrem breit und abgerundet. Das soll die Gefahr von Pinch Flats, also den gefürchteten Durchschlägen, drastisch reduzieren. Roval behauptet, es sei 91 % mehr Energie nötig, um einen Platten zu provozieren als beim schon sehr robusten Vorgänger.












