In vielen Jahren hat sich das Specialized Diverge einen guten Ruf als Schotter-Multitalent erarbeitet. Ob bei Gravel-Rennen oder langen Bikepacking-Touren – dieses Bike hat eine Duftnote gesetzt. Jetzt ist die nächste Generation des Allrounders mit dem deutlich zur Sattelstütze abflachenden Oberrohr an der Reihe, diesen Weg weiterhin erfolgreich zu bestreiten. Daher waren wir gespannt, welche Optimierungen, welche Weiterentwicklung wir "erfahren" würden.

Seit vielen Jahren fahre ich mit großer Leidenschaft bei jeder Gelegenheit mit dem Gravelbike oder dem Rennrad. Ob es die Schotter-Hausrunde ist, die Ausfahrt mit dem Radsportverein oder episch lange Touren bei Ultracycling-Events – meist kommen so am Jahresende um die 14.000 Kilometer zusammen.
Auch als Redakteur, wo immer wieder neue Räder aller Art getestet werden, lassen sich spannende Entwicklungen ausmachen. Herauszufinden, wo der Mehrwert liegt, sich Räder vom Vorgänger unterscheiden oder neue Produkte auszuprobieren und sie der Leserin und dem Leser verständlich vorzustellen, sind mein Ansporn, dem ich mit viel Begeisterung nachkomme. Denn auch als Redakteur bin ich genauso ein Verbraucher, wie jeder andere und möchte selbst möglichst alles über neue Produkte zu unserem liebsten Hobby erfahren.
Grundsätzlich ist das Diverge auf Komfort getrimmt. Das liegt nicht nur an der Geometrie des Rahmens (Stack to Reach 1,52, Größe M), bei der man angenehm aufrecht sitzt, ohne zu sehr an Sportlichkeit zu verlieren. Vor allem liegt es an der neuen, im Gabelschaft integrierten Future Shock 3.2 (mit 20 mm Federung), die auf unseren ruppigen Test-Trails zeigt, wie eine Entlastung des Oberkörpers funktioniert. In Kombination mit dem 42 cm breiten, für unseren Geschmack aber etwas dünnen Lenker gab es selbst auf langen Tagestouren keine Ermüdungserscheinungen in den Armen.
Wo das Minimieren von Mikrovibrationen gerade im Trend liegt, bringt Specialized schon seit Jahren auf dem Gebiet erfolgreich seine Kompetenz ein. So federt die Roval Terra-Sattelstütze bei heftigen Unebenheiten zusätzlich bis zu 18 mm. Das Komfort-Plus sticht gerade in schwierigerem Gelände deutlich heraus.

Schnell und guter Grip: Die Specialized-eigenen Tracer überzeugen.
Komfortabel kann das Diverge
Um den Komfort weiter zu erhöhen, lassen sich bis zu 50 mm breite Schlappen aufziehen. Die Specialized-eigenen Tracer TLR All Terrain Gravel-Reifen in 45 mm rollen bereits komfortabel daher und vor allem sind sie sehr lauffreudig. Ob Schotter oder Straße, das leichte Abrollverhalten weiß auf verschiedenen Untergründen zu gefallen. Tempo bolzen? Hier zeigt sich, dass das Diverge für rasante Rennen geeignet ist. Mit nur 9,16 Kilogramm (Größe M) ist es beileibe kein Schwergewicht und kann im Kampf um die vorderen Plätze durch seine Agilität prima mithalten.
Wenn es zur Sache geht, bleibt das Diverge erfreulich sicher zu steuern. Specialized hat dem Gravelbike dazu ein flacheres Steuerrohr verpasst, was zu einem größeren Radstand führt. Kleine Optimierung, große Wirkung.
Seine große Stärke kristallisiert sich beim Diverge schnell heraus – Vielseitigkeit ist das Stichwort. Für epische Bikepacking-Touren ist alles am Bike vorhanden, was man benötigt. Zahlreiche Montageösen lassen Gepäcktaschen sicher anbringen, ein praktisches, großvolumiges und leicht zugängliches Staufach beherbergt Werkzeug und Ersatzschlauch. Wer nicht weiß, wohin mit seinen Gels: Die finden dort auch noch Platz.

Die Sram Rival AXS schaltet knackig und vor allem zügig durchs Ritzel-Programm.
Ob mit oder ohne Gepäck: Die elektrische Sram Rival AXS mit 40T-Kurbel und 10-46er Kassette lässt einen nicht im Stich, bietet ausreichende Übersetzung für die meisten Einsatzzwecke und passt zum Rund-um-sorglos-Paket der Amerikaner.





