Rennrad: Cervélo R5 im Test

Rennrad Cervélo R5 im Test
Stark im Antritt, leichtfüßig bergauf

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.11.2025
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Sechs Kilo: Das ist die für Rennradentwickler aktuell magische Marke. Mit dem 2024 vorgestellten Addict RC Ultimate haben die Schweizer von Scott als erster großer Hersteller diese Schallmauer für moderne Scheibenbrems-Renner durchbrochen – und eine neue Benchmark gesetzt: 5,9 Kilogramm – eine deutliche Ansage an die Konkurrenz. Und die Herausforderer lassen nicht lange auf sich warten.

Der Gang auf die Waage

Mit dem zur Tour de France vorgestellten R5 hat es sich Cervélo zur Aufgabe gemacht, das Addict RC zu stürzen und sich selbst die Leichtgewichtskrone aufzusetzen. Laut Hersteller soll es als Komplettrad in Topausstattung in Größe 56 nur 5,97 Kilogramm auf die Waage bringen. Möglich mache dies ein nur 651 Gramm schwerer Rahmen sowie die Gabel mit 298 Gramm. Insgesamt habe man dank einer intensiven Analyse aller Bereiche im Vergleich zum Vorgänger 326 Gramm eingespart.

Umso größer natürlich die Spannung vor dem Gang zur Waage: Steht eine Fünf vor dem Komma? Leider nicht ganz: Wir haben unser Testrad mit 6,18 Kilogramm gewogen. Damit zählt es natürlich trotzdem zu den Leichtgewichten, auch wenn es für den Platz ganz oben auf dem Treppchen nicht ganz reicht – was sogar an Produktionsschwankungen bei Anbauteilen wie Reifen oder Sattel liegen kann.

ModellvariantenCervélo bietet das neue R5 in insgesamt 5 Modellvarianten an. Rahmen, Gabel und Laufräder sind jeweils identisch, nur die Schaltgruppe unterscheidet sich. Im Top-Spec kommt es mit Sram Red AXS oder Shimano Dura-Ace Di2 samt Powermeter für 12 999 Euro. Mit Shimano Ultegra Di2 oder Sram Force AXS werden 8999 Euro fällig. Außerdem bietet Cervélo einen Spec mit Srams 13-fach-Gruppe Red XPLR im 1-by-Set-up ebenfalls für 12 999 Euro an. Das Rahmen-Set für den Eigenaufbau inkl. Sattelstütze und HB18-Cockpit ist für 5699 Euro zu haben.

Cervélo R5: Gierig auf Anstiege

Auf der Straße wird jedenfalls schnell klar, dass die paar Gramm zu viel eher von buchhalterischem Interesse sind. Dank der leichten Laufräder und der schnellen, wenn auch nur 26 mm breiten Vittoria-Reifen beschleunigt das R5 extrem agil, schon wenig Druck auf dem Pedal reicht aus, um das R5 auf Tempo zu bringen. Bergauf erweist sich der optisch vornehm zurückhaltende Renner als beeindruckender Kletterer, der jeden langen oder noch so steilen Anstieg mit sprichwörtlicher Leichtigkeit erklimmt. Selten haben wir uns bei den Testfahrten so sehr auf den nächsten Anstieg gefreut – und deshalb so viele wie möglich in die Testrunde eingebaut. Je länger und steiler, desto besser!

Christian Brunker, ROADBIKE-Redakteur
Christian Brunker
Testredakteur

Bergab lieferte das R5 den Beweis, dass es trotz seines superleichten Rahmen-Gabel-Sets über ausreichende Steifigkeitsreserven verfügt. Es folgt Lenkbefehlen sehr präzise durch jeden Kurvenradius und lässt auch bei hohen Geschwindigkeiten keine Unsicherheit aufkommen. Souverän liegt das R5 auf der Straße. Für eine noch bessere Straßenlage lassen sich bei Bedarf gar bis zu 34 mm breite Reifen montieren. Dem ohnehin schon sehr ordentlichen Komfort wäre das ebenfalls zuträglich.

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Bjoern Haenssler

Zusammen mit dem R5-Rahmen hat Cervélo überdies einen neuen, ultraleichten Reserve-35/37-Laufradsatz entwickelt, der in fahrbereitem Zustand inkl. Reifen, Kassette und Bremsscheiben nur 2284 Gramm auf die Waage bringt. Allerdings hat der Leichtbau einen Nachteil: Als zulässiges Systemgewicht nennt Cervélo maximal 100 Kilogramm, der Fahrer sollte laut Hersteller nicht mehr als 88 Kilogramm wiegen. Nichts für große Fahrer oder athletische Sprinter. Viel Lob von den Testern gab es für das ebenfalls neu entwickelte HB18-Cockpit, das mit seinem abgeflachten Oberlenker sehr gut in der Hand liegt und sich – obwohl 150 Gramm leichter als die Lenker- Vorbau-Einheit des Vorgängers – als richtig steif erweist, wenn man im Wiegetritt ordentlich am Lenker zieht.

Fazit

Mit dem R5 schickt Cervélo ein beeindruckendes Leichtgewicht auf die Straße. Für den obersten Podiumsplatz in Sachen Gewicht reichte es im Test zwar nicht ganz. Im Profiradsport hat das R5 seine Qualitäten indes schon bewiesen: Unter Pauline Ferrand- Prévot fuhr das R5 seinen ersten Sieg bei der Tour de France ein.

Das gefällt 👍

Stark im Antritt, leichtfüßig bergauf: Das R5 belegt eindrucksvoll, warum leichte Rennräder so sehr faszinieren.

Das weniger 👎

Das maximale Systemgewicht ist mit lediglich 100 Kilogramm leider recht knapp bemessen.

Das perfekte Rad für...

... alle, die das unvergleichliche Fahrgefühl eines superleichten Renners lieben und auf Touren keinen Anstieg auslassen. Und für alle, die klassisch schlichte Räder mögen.

*Größe 56, ohne Pedale