Schlanke Eleganz: Schon auf den ersten Blick vermittelt das grazile Defy Advanced Pro 0 von Giant den Eindruck spielerischer Leichtigkeit. Ein Eindruck, den auch der Gang zur Waage nicht trüben kann: Gerade mal 7,48 Kilogramm zeigt das Display – der Spitzenwert in diesem Vergleich. Und auch bei den Laufrädern fehlen nur 27 Gramm zu den Newmen Advanced A.50 am Cube Attain – und das trotz zwei Millimeter breiterer Reifen. Kurz: Wem es auch bei Radmarathons auf jedes Gramm ankommt – etwa weil sich Pass an Pass reiht –, sollte das Defy Advanced ganz nach oben auf seine Auswahlliste setzen.
Damit nicht genug, zählt das Defy auch in Sachen Komfort zur Spitzengruppe und muss mit 153 N/mm am Heck nur dem Scott Addict den Vortritt lassen. Perfekt für lange Touren, trägt doch mehr Komfort erwiesenermaßen dazu bei, die Ermüdung zu reduzieren – für langfristig mehr Druck auf dem Pedal.

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.

Die Gabel wurde speziell für lange Fahrten entwickelt und trägt mit zum Komforteindruck bei.
Geringes Gewicht trifft auf Langstrecken-Komfort
Die Sitzposition auf dem Giant gerät eher sportlich mit ausgeprägter Sattelüberhöhung. Der mit 40 Zentimetern angesagt schmale Lenker trägt ebenfalls zum sportlich-agilen Fahrgefühl bei – wer will, kann mit dem Defy problemlos Tempo bolzen. Und auch beim Klettern zeigt das Defy Talent, ganz wie man es angesichts des geringen Gewichts erwarten darf. Behände und ausdauernd marschiert es gen Passhöhe. Die aufgezogenen 32er-Classics-Reifen von Giants Eigenmarke Cadex rollen gut, kommen aber zumindest nach Einschätzung der Testfahrer nicht ganz an die Top-Modelle von Schwalbe oder Conti heran.
Zum Thema Reifen: Maximal erlaubt das Defy bis zu 40 Millimeter breite Pneus – wieder ein Bestwert im Vergleich und so getunt könnte man das Defy auch problemlos im Gravel-Modus über Waldautobahnen jagen. Wichtig zu wissen: Giant setzt bei den SLR-0-Laufrädern auf Hookless-Felgen, was vom Nutzer Sorgfalt bei der Reifenauswahl wie auch beim maximalen Reifendruck erfordert. Bei der Übersetzung setzt auch Giant auf die bewährte Kombination aus 50/34er-Kompaktkurbel plus 11–34-Kassette, die sich als Quasi-Standard für diese Rennrad-Kategorie etabliert hat. Allerdings spendiert Giant obendrauf noch einen eigenen Powermeter in der Kurbel – was auf der Langstrecke der Krafteinteilung und dem zielgerichteten Pacing zugute kommt. Bergab profitieren auch weniger Geübte von der satten Straßenlage des Defy und viel Laufruhe. Wer sich damit in der Abfahrt unsicher fühlt, sollte sollte es nicht dem Defy anlasten ...
Kurz: Mit seiner starken Performance dank geringem Gewicht, sattem Komfort und großzügig bemessener Reifenfreiheit präsentiert sich das Defy als moderner Endurance-Renner mit Vorbild-Charakter.
👍 Das gefällt
Das Giant Defy ist mit 7,48 Kilogramm ausgesprochen leicht, auch der Komfort ist herausragend.
👎 Das weniger
Der Cadex Classics-Reifen rollt okay, kommt aber nicht ganz an die Top-Reifen von Conti oder Schwalbe heran.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die einen leichten und sehr komfortablen Renner für epische Pässetouren suchen, der zudem dank satter Reifenfreiheit von 40 mm sehr vielseitig ist.

* Gesamtgewicht ohne Pedale





