Serpentinen mit Meerblick, ruhige Landstraßen durch Mandelhaine und Anstiege, die längst Legendenstatus haben: Mallorca ist ein Paradies für Rennradfahrer. Kaum eine andere Insel bietet auf so engem Raum derart abwechslungsreiche Strecken, verlässliche Straßenqualität und echtes Trainingslager-Feeling.
Aber wo kann man auf Mallorca am besten Radfahren? Das wissen unsere erfahrenen ROADBIKE-Kollegen – und teilen ihre Tipps für den perfekten Rennradurlaub auf Mallorca.
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Die 15 besten Rennradstrecken auf Mallorca
1. Von Port de Pollença zum Cap Formentor

Das Cap Formentor ist das östliche Ende der Halbinsel Formentor und gleichzeitig der nördlichste Punkt Mallorcas.
- Kilometer: 38
- Höhenmeter: 1000
- Route bei Komoot
Alexander Walz: Wer Mallorca aus nordöstlicher Richtung anfliegt, sieht den ikonischen Leuchtturm bereits aus der Luft – und kann beim Blick von oben bestenfalls erahnen, wie abwechslungsreich sich die Fahrt mit dem Rennrad zum Cap Formentor gestaltet. Ab Port de Pollença folgt man der Stichstraße und nimmt dabei alles mit, was Radfahren auf Mallorca so besonders macht: eine eindrucksvolle Strecke mit etlichen Höhenmetern, passähnliche Straßen, sensationelle Ausblicke aufs Meer und weit über die Insel, Wald, Steilküste, Tunnel. Und am Ende wartet der über allem thronende Leuchtturm Far de Formentor. Obwohl zu den Stoßzeiten von Ziegen und Touristen umlagert, ein Muss auf jeder Mallorca-Bucket-List. Empfehlung: Frühmorgens oder am späten Nachmittag zum Cap, da ist es ruhiger. Im Sommer ist die Straße für Autos tagsüber gesperrt. Event: der Full Moon Social Ride von Holibikes in Port de Pollença.
2. Orient-Runde über den Coll d’Honor

Der Ausgangspunkt dieser Tour, Bunyola, liegt nur 20 Minuten von Palma entfernt.
- Kilometer: 53
- Höhenmeter: 650
- Route bei Komoot
Dagmar Behringer: Der Anstieg zum Coll d’Honor ist meine Referenzstrecke fürs Training. Bei möglichst konstanter Wattzahl und zügigem Tempo geht es von Bunyola bis zur Passhöhe. Vorher noch am Marktplatz die Trinkflaschen am Brunnen auffüllen – und los. Die Strecke führt durch Orangenhaine, einige schöne Kurven und eine spektakulär schöne Landschaft. Nur die ersten Kurven sind gemein steil. Wenn du Glück hast, steht oben Jan-Eric Schwarzer mit seinem Kaffee-Mobil und drückt dir einen Espresso in die Hand. Nach kurzer, etwas holpriger Abfahrt und dem Gegenanstieg zum Dörfchen Orient wartet die grandiose Abfahrt nach Alaró: meine Lieblingsabfahrt auf Mallorca, mit Wellen, Kurven, viel Speed, wenig Verkehr und einer Megaaussicht. In Alaró angekommen, ist der Besuch im Radladen und Café Cycling Planet natürlich Pflicht.
3. Orangental und Ermita de Bonany

Nicht zu verwechseln ist dieses Orangental mit dem an der Nordwestküste bei Sóller.
- Kilometer: 58
- Höhenmeter: 500
- Route bei Komoot
Felix Krakow: Das Orangental ist ein unerwarteter Hotspot. Weder wartet hier eine spektakuläre Aneinanderreihung von Kurven noch eine berauschende Abfahrt oder eine harte Kletterpartie. Auch fehlt die grandiose Aussicht auf das Meer oder wenigstens imposante Berge. Und doch ist das schmale, frisch asphaltierte Sträßchen im Inneren der Insel ein wahres Kleinod. Auf einer Länge von rund elf Kilometern führt es vom berühmten "Wellblech" bei Petra Richtung Manacor. Und ein bisschen Spektakel gibt es doch: Gleich zu Beginn geht es durch eine traumhafte Kombination von vier engen Kehren, dann folgen die namensgebenden Zitrusbäume. Der Rest ist purer Roller-Genuss.
Tipp: Alle empfholenen Touren gibt's auch gesammelt in unserer Komoot-Collection.
4. Küstenklassiker light

Kürzere Alternative zum langen Küstenklassiker.
- Kilometer: 60
- Höhenmeter: 1440
- Route bei Komoot
Stephan Bareiß: Ich gestehe, dass ich Mallorca-Fan de luxe bin. Seit 25 Jahren statte ich der Insel mindestens einmal pro Jahr einen Besuch mit dem Rennrad ab. Mein persönliches Highlight: der Westen der Serra de Tramuntana rund um Galilea. Mit knapp 300 Einwohnern ist Galilea ein Nest – aber ursprünglich und wunderschön! Die Zufahrtssträßchen sind kaum breit genug für zwei Autos, mit vielen Kurven und Serpentinen. Einfach spektakulär! Mein dazu passender Tourentipp ist zwar nicht lang, unterschätzen sollte man das ständige Auf und Ab inklusive der berühmten Passage auf der Küstenstraße MA-10 über Estellencs aber besser nicht.
5. Coll de Sa Bataia von Playa de Muro

Der Anstieg zum Coll de sa Bataia ist 9,2 km lang und überbrückt 435 m Höhenunterschied.
- Kilometer: 69
- Höhenmeter: 900
- Route bei Komoot
Christian Brunker: "Fahren wir heute zur Tanke?" – "Aber immer!" Für mich zählt der Coll de Sa Bataia von Caimari zu den schönsten Anstiegen auf der Insel. Vor allem gefallen mir sein abwechslungsreicher Charakter, die einmalig schöne Straße und die gute Gesellschaft. Denn auf den Kurven durch den Wald des Tramuntana-Gebirges ist man fast nie allein. Zu so ziemlich jeder Jahres- und Tageszeit sind hier andere Rennradfahrer unterwegs, mit denen man sich messen kann. Unfassbar, wie schnell acht Kilometer und rund 400 Höhenmeter bei immer wieder neuen Ausblicken verfliegen können. Als Belohnung warten oben die Einkehr ins Tankstellen-Café und die entscheidende Frage: Fahren wir runter ans Meer oder weiter Richtung Sa Calobra und Puig?
6. Von Sineu durchs Inselinnere

Ein echter Pflichtstopp für Radsportler ist das Café Sa Mola 13 in Sineu.
- Kilometer: 72
- Höhenmeter: 600
- Route bei Komoot
Moritz Pfeiffer: Bei der Planung des Mallorca-Urlaubs stellt sich ja immer die Frage nach dem Standort. Für mich ist Sineu die perfekte Ausgangslage für Touren in alle Himmelsrichtungen – quasi der geografische Mittelpunkt der Insel. Weit ab der Touristenhochburgen erlebt man Mallorca etwas ruhiger und ursprünglicher, zum Beispiel beim Wochenmarkt jeden Mittwochvormittag. Aber auch wer nur durchfährt, kann sich der Schönheit Sineus nur schwer entziehen: Die kleine Gemeinde thront exponiert über der Landschaft, der Kirchturm ist weithin sichtbar, und zahlreiche kleine bis kleinste asphaltierte Straßen durchziehen die Umgebung. Ein besonderes Highlight aus Radfahrersicht ist das Velodrom in Sineu – eine Freiluftbahn, auf der man auch selbst mal seine Runden drehen kann. Die Bahn verweist auf die lange Rennsportgeschichte der Insel – eine Zeit lange bevor die radfahrenden Gäste kamen.
7. Von Platja de Muro durchs Maffaytal

In Peter Maffays Finca wohnt er übrigens nicht selbst - sie wird von seiner Stiftung betrieben.
- Kilometer: 76
- Höhenmeter: 400
- Die Route bei Komoot
Sandra Giacopelli: Das am Fuße der Berge entlang der Serra de Tramuntana verlaufende Sträßchen ist ein Klassiker und ein Insider zugleich. Der "Camí vell de Campanet" biegt unweit Pollenças von der Ma-2200 Richtung Campanet ab. Den Kosenamen "Maffaytal" verdankt das Tal der nach wenigen Hundert Metern linker Hand liegenden Finca Can Sureda, deren Besitzer der Sänger Peter Maffay ist. Praktisch verkehrsfrei schlängelt sich der Weg in leichten Wellenbewegungen entlang der Berge durch die Felder – zehn Kilometer pures Rennradglück! Ideal zum Ausrollen oder zum Warmfahren für die Kletterpartie zur Tankstelle.
8. Via Porto Cristo und Manacor nach

Die Region um Petra ist seit 1993 anerkanntes Weinbaugebiet.
- Kilometer: 82
- Höhenmeter: 730
- Die Route bei Komoot
Julia Anders: Manche definieren den Mallorca-Aufenthalt als Trainingslager, andere als Radurlaub – für mich ist es immer ein bisschen von beidem. Deshalb gehört bei den Touren auch eine Pause dazu, mit einem leckeren Stück Kuchen, einem frisch gepressten Orangensaft oder einem Café con leche. Den besten Mandelkuchen gibt es meiner Erfahrung nach am Marktplatz in Petra. Mein Tourentipp lädt aber schon vorher dazu ein, statt nur auf den Radcomputer auch mal rechts und links zu schauen. Auf einem typischen mallorquinischen Camí mit Steinmauern geht es Richtung Porto Cristo, wo die sehenswerte Altstadt mit kleinen Gässchen ebenso einen Besuch wert ist wie der Jachthafen. In Manacor kommt man am Rafa Nadal Museum vorbei, das Einblicke in die Karriere des Tennis-Superstars gewährt – ein Tipp für den Ruhetag! Hinter Petra kann man dann frisch gestärkt auf breiter Straße Tempo machen.
9. Der doppelte Randa

Der Gipfel Puig de Randa mit den Radaranlagen ist 542 Meter hoch.
- Kilometer: 95
- Höhenmeter: 1300
- Die Route bei Komoot
Moritz Pfeiffer: Beim Landeanflug auf Palma halte ich immer Ausschau nach dem prägnanten Klosterberg Randa – gut erkennbar an der weißen Radarkuppel. Nähere ich mich dem Gipfel per Rennrad, bin ich immer begeistert von der engen Ortsdurchfahrt in Randa und der schmalen Stichstraße mit ihren schönen Kehren. Wegen der moderaten, gleichmäßigen Steigung eignet sich der fünf Kilometer lange Anstieg gut für Intervalle, etwa K3-Training. Mein Geheimtipp: auch mal von Llucmajor kommend die wenig bekannte Südauffahrt ausprobieren! Etwas steiler als die Hauptstraße führt dieses Mini-Asphaltband durch den Wald, am spektakulär in den Fels gehauenen Kloster Santuari de Gràcia bieten sich schöne Blicke über die Insel. Kurz darauf trifft man für die letzten zweieinhalb Kilometer wieder auf die Hauptstraße.
10. Von Cala Millor zur Ermita de Betlem

Per Gravelbike lassen sich nördlich von Artà viele spannende Wege entdecken.
- Kilometer: 96
- Höhenmeter: 750
- Die Route bei Komoot
Christian Brunker: Nein, als Geheimtipp geht die Strecke von Artà zur Ermita de Betlem wohl nicht mehr durch. Trotzdem ist sie selbst in der radsportlichen Hochsaison im Frühjahr meist ruhig und autofrei, da es sich um eine Stichstraße handelt. Auf der schmalen Straße wird es für Autos ziemlich eng – umso schöner für uns Radsportler. In vielen Kurven mäandert die Route über den Coll des Pescadors zum namensgebenden Kloster. Auf Hin- und Rückweg kommen rund 17 Kilometer und 500 Höhenmeter zusammen. Die Steigung pendelt sich bei etwa 7 Prozent im sehr angenehmen Bereich ein. Zwischendurch blitzt immer wieder die Bucht von Alcúdia durch die Bäume, sodass ich fast zwangsweise für mehr als einen Fotostopp anhalten muss – und das jedes Mal aufs Neue.
11. Von Port de Pollença nach Sa Calobra

Tipp: Die kaum beachtete Abzweigung nach Cala Tuent ist fast noch schöner.
- Kilometer: 106
- Höhenmeter: 2100
- Die Route bei Komoot
Viel mehr Spektakel als zwischen dem Strand von Sa Calobra und dem Coll dels Reis geht kaum. Und dabei spreche ich nicht nur von Mallorca. Die zehn Kilometer lange Sackgasse gehört zu den schönsten mit dem Rennrad befahrbaren Straßen der Welt. Punkt. Mit ihren zwölf Haarnadelkurven ist sie ein Meisterwerk des Straßenbaus. Höhepunkt jedoch ist die "Corbata", der berühmte "Krawattenknoten", in dem die Straße eine 270-Grad-Kurve durch sich selbst beschreibt. Egal ob bergauf oder bergab, die 700 Höhenmeter machen richtig Spaß – vorausgesetzt, die Straße ist nicht voll von Autos und Bussen. Kleiner Haken ist zudem die Lage mitten im Gebirge: Eine Sa-Calobra-Runde mit weniger als 2000 Höhenmetern ist kaum machbar. – Felix Krakow
12. Von Sineu über den Puig Major

Der 1445 Meter hohe Gipfel des Puig Major ist militärisches Sperrgebiet und kann nur selten befahren werden.
- Kilometer: 112
- Höhenmeter: 1900
- Die Route bei Komoot
Björn Hänssler: Der König von Mallorca hat einen Namen! Und der lautet nicht Jürgen Drews, sondern Puig Major. Der Name, zu Deutsch "der große Hügel", sagt eigentlich schon alles: Höher hinaus als auf den 1445 Meter über dem Meer gelegenen Berg geht es auf Mallorca nicht. Mit dem Rennrad ist zwar normalerweise auf der Passhöhe von 880 Metern Schluss, doch das ist immer noch der höchste erreichbare Punkt der Insel. Ich erobere den Puig am liebsten in Kombination mit dem traumhaften Anstieg zum Coll de sa Bataia und vorbei am Stausee Gorg Blau. Kurz danach geht es durch einen Tunnel zur Passhöhe und dann in die Abfahrt nach Sóller – mit der perfekten Kombination aus Highspeed-Passagen und schönen Kurven.
13. Zur Wallfahrtskirche San Salvador

Start und Ziel dieser Rundtour ist S'Arenal an der Küste nahe Palma.
- Kilometer: 114
- Höhenmeter: 940
- Die Route bei Komoot
Jakob Henri: Unzählige Male war ich schon im Rennrad-Trainingscamp auf Mallorca mit seinen perfekten Trainingsbedingungen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der fünf Kilometer lange, sieben Prozent steile Anstieg zur Wallfahrtskirche San Salvador im Südosten der Insel. Dort standen für die württembergischen Nachwuchskaderfahrer immer Bergzeitfahren auf dem Programm. Auf Basis der Zeiten wurde die Bundesligamannschaft für die Saison ausgewählt – das war wichtig, klar. Die Nervosität entsprechend groß: schnell noch ein Gel, überflüssige Klamotten ausziehen, Flaschen weg. Der Trainer verglich unsere Ergebnisse dann immer mit alten Bestzeiten, zum Beispiel von Dominik Nerz, und prophezeite uns daraufhin eine rabenschwarze Zukunft. Wer’s nicht eilig hat, genießt die Ausblicke und die Serpentinen der sich spektakulär um den Berg windenden Straße.
14. Mallorca Küstenklassiker

Im beschaulichen Hafen von Port d‘Andratx liegen kleine Bötchen neben Superjachten.
- Kilometer: 117
- Höhenmeter: 2500
- Die Route bei Komoot
Wolfgang Krauter: Andratx ist für mich ein magischer Ort auf Mallorca – allerdings weniger wegen der Stadt selbst, sondern vor allem als Ausgangspunkt für die wohl schönsten, vielleicht auch anspruchsvollsten Touren, die die Insel zu bieten hat. Die Rede ist vom Küstenklassiker, der von Andratx bis Pollença einmal komplett durchs Tramuntana-Gebirge führt. Über weite Strecken kannst du dabei die spektakuläre Aussicht auf die Küstenlandschaft genießen. Aber Vorsicht: Die vielen Anstiege gehen ganz schön in die Beine – vor allem natürlich die fast 900 Höhenmeter auf den Puig Major. Wer noch mehr will, kann kurz danach sogar den Abstecher nach Sa Calobra einplanen. Klare Sache: Diese Tour müssen alle Rennradfahrer:innen einmal im Leben gemacht haben!
15. Von Arenal über Coll de Sóller und Puig

Unsere längste Tour deckt große Teile der Insel ab.
- Kilometer: 132
- Höhenmeter: 2000
- Die Route bei Komoot
Lukas Ittenbach: Wer von Palma tief ins Tramuntana-Gebirge eintauchen will, kommt am Coll de Sóller kaum vorbei. Seit ich den Pass im zarten Alter von 16 Jahren zum ersten Mal gefahren bin und auf dem Rückweg einer mächtig langen Runde gehörig gelitten habe, gehört er für mich zum Pflichtprogramm auf Mallorca. Mein Favorit ist die Südauffahrt von Bunyola Richtung Sóller. Wenn ich im Wiegetritt durch die Kehren zirkle, habe ich automatisch ein Lächeln im Gesicht. Auch die kurvenreiche Abfahrt durch die engen 180-Grad-Kehren nach Sóller ist ein Traum – zumal es kaum Autos auf der Straße gibt, die nehmen den direkten Weg durch den Tunnel. In Sóller hast du dann die Wahl: rechts auf den Puig oder links über Deià nach Valldemossa.
Und, welche Tour ist dein Mallorca-Favorit?
Mallorca ist für Rennradfahrer weit mehr als ein Trainingslager mit Sonnegarantie. Die Insel bietet eine beeindruckende Vielfalt aus legendären Anstiegen, stillen Nebenstraßen, spektakulären Küstenrouten und Orten, an denen Radgeschichte lebendig wird. Ob harte Kletterpartie in der Tramuntana, entspannter Roller durch das Inselinnere oder Kaffeestopp auf dem Dorfplatz – jede Tour erzählt ihre eigene Geschichte. Wer Mallorca mit dem Rennrad erkundet, kommt nicht nur mit müden Beinen zurück, sondern mit dem Gefühl, eine der besten Rennrad-Destinationen Europas wirklich erlebt zu haben.





