Leichter, mehr Reifenfreiheit, ein geschraubtes Tretlager und eine interne Kabelführung, die kein Entlüften der Bremsen erfordert, wenn man das Cockpit anpasst: Das neue Cervélo Caledonia soll ein Performance-orientiertes Endurance-Rennrad sein, das Cervélo-Technik zu einem erschwinglichen Preis anbiete. Entwickelt für Allwetterfahrer, Highend-Einsteiger und GranFondo-Racer soll es darüber hinaus aerodynamische Exzellenz mit außergewöhnlicher Fahrqualität kombinieren.
Kurz&knapp: Cervélo Caledonia
- Preise: ab 2999 Euro (Shimano 105)
- Größen: 48, 51, 54, 56, 58, 61
- Testrad: Cervélo Caledonia mit Sram Force AXS
- Gewicht: 7,88 Kilogramm (Gr. 56)
- Laufräder: Reserve 40/44
- Übersetzung: 48/35 x 10-36
Klare, aerodynamische Linien, versteckte Leitungen und eine hochwertig verarbeitete Carbon-Konstruktion sollen das Bike schnell genug für temperamentvolle Gruppenausfahrten, komfortabel genug für richtig lange Touren und zu einem schönen Anblick vor jedem Café machen.
Was ist neu?
Eine der wesentlichen Neuerungen beim Caledonia ist die erweitere Reifenfreiheit, maximal 36 mm breite Reifen passen in den Rahmen, 34 mm sind es bei montierten Schutzblechen. Im Gegensatz zum vollständig internen System des Caledonia-5 biete das Caledonia darüber hinaus eine servicefreundliche Kabel- und Leitungsführung, die sowohl vollständig integrierte Setups (mit ST31/32 und HB18-Lenkern) ermöglicht als auch mit dem serienmäßig verbauten halb-integrierte Cockpit kompatibel ist.
Mit einem Radstand von 1013mm, 415mm Kettenstreben und einem 72° Lenkwinkel biete das Caledonia ein sicheres und berechenbares Handling – ideal für Freizeitfahrer wie für ambitionierte Gran-Fondo- und Brevet-Enthusiasten. Der Nachlauf sei außerdem angepasst worden, um die Geometrie für 32 mm Reifen zu optimieren.
Ein geschraubtes T47A-Tretlager vereinfache die Wartung und gewährleiste zudem langfristige Performance. Und nicht zuletzt sei es 53 Gramm leichter als das bisherige Caledonia.

Die Einstiegsversion des Caledonia kommt mit Shimanos mechanischer 105.
Platz für breite Reifen und Schutzbleche
Die Reifenfreiheit bis 36mm ermögliche es, komfortable Reifen zu montieren, die Unebenheiten abfedern und die man bei dreistelligen Kilometern wirklich zu schätzen wisse. Und für diejenigen, die das ganze Jahr über bei jedem Wetter unterwegs sind, biete das Caledonia die Möglichkeit, Schutzbleche anzubringen.
Farben, Ausstattungen und Preise
Das Caledonia ist in zwei Farben erhältlich: einem tiefen, kräftigen Nightshift (blau) und einem satten, eleganten Mocha (braun). Den Einstieg bildet das Caledonia mit Shimano 105 für 2999 Euro. Mit 105 Di2 oder mit Sram Rival AXS kostet es 3999 Euro, für die Top-Version mit Sram Force AXS werden 6499 Euro fällig.
Der erste ROADBIKE-Testeindruck
ROADBIKE hatte das Möglichkeit, das neue Caledonia in der Version mit Sram Force AXS bereits vor dem Launch zu fahren. Kann es die Versprechen einlösen? Definitiv! Die Sitzposition fällt angenehm entspannt, aber nicht unsportlich aus, der Carbon-Lenker liegt gut in der Hand.
Die montierten 30er Vittoria Corsa N.ext-Reifen rollen einerseits schnell, sorgen für eine satte Straßenlage und verbessern zudem den ohnehin ausgeprägten Komfort der Carbon-Sattelstütz, zumal sie auf den Reserve-Felgen stolze 33 mm breit bauen. Die maximale Reifenbreite von 36 mm sorgt zudem für weiteres Potenzial, mit dem Caledonia auch mal über festere Offroad-Wege zu fahren. Außerdem fiel uns die ausgeprägte Laufruhe auf – so schnell bringt das Caledonia nichts aus der Spur.
Aber bei aller Komfort kommt auch die Sportlichkeit nicht zu kurz: Dank der leichten Reserve-Laufräder beschleunigt das Caledonia durchaus leichtfüßig und keinesfalls träge. Geht es bergauf klettert es auch mit großer Gelassenheit und Ausdauer. Zwar kann es sein vergleichsweise hohes Komplettgewicht von 7,88 Kilogramm (Gr. 56) nicht ganz leugnen, aber dennoch fühlt man sich nicht eingebremst. Dazu trägt auch die schlüssige Übersetzung mit einer 10-36er Kassette bei, die die nötigen kleinen Übersetzungen für entspanntes Kurbel bereitstellt. Allerdings wäre beim Preis von 6499 Euro für das Testrad ein Powermeter schön.
Kurzum: Wer ein vielseitiges Rennrad mit entspannterer Sitzposition sucht, dass trotzdem für viel Fahrspaß sorgt, sollte sich das neue Caledonia definitiv anschauen.





