Hochwertige Technik nicht als Wegwerfprodukt entwerten – ein Grundsatz für Dr.-Ing. Sven Brück und seine in diesem Jahr gegründete Firma und Marke Dedicated. Seine technische Expertise hat Brück über Jahre geschärft. Früh am Potential des Werkstoffs Carbon interessiert, konnte er während seines Maschinenbaustudiums an der Uni Siegen diese Leidenschaft im Rennwagenbau bei Caterham für die Motorsportklassen Formel 1 und Le-Mans einbringen. Mit seiner Firma MEB Carbon baute er später eine Konstruktionsberatung für Carbonparts auf, setzte zudem Carbonreparaturen an Fahrradrahmen um.
Das super exklusive und in einer Kleinserie in der eigenen Manufaktur gefertigte Erstlingswerk Senduro XR stellt ein Gravity-Enduro mit üppigem 190-mm-Fahrwerk dar. Zu dessen Umsetzung hat Sven Brück mit Ingenieur und Fahrwerksspezialist Matthias Reichmann von Reichmann Engineering kooperiert.
Kurz & Knapp: Dedicated Senduro XR
- Preis: 14 900 €
- Gewicht: 16,93 kg
- Größen: S0, S1, S2 und S3
- Rahmenmaterial: Carbon/Alu
- Federweg: 190/190 mm

Das Test-Dedicated rollt auf 29-Zoll-Laufrädern, lässt sich dank Flip-Chip zur Geometrieanpassung aber auch als Mullet mit 27,5-Zoll-Heck fahren.
Ausstattung und Details
Das Fundament des Enduros bildet der Carbon-Alu-Hybridrahmen: Sitz-, Ober- und Unterrohr sind in Carbon ausgeführt und werden mit den, bei Aluspezialist Radoxx CNC-gefrästen, Alumuffen verklebt.
Den Siebengelenk-Hinterbau hat Reichmann entwickelt. Die Kinematik arbeitet mit einem modifizierten Wattgestänge und einer Drehpunktverlagerung über den gesamten Federweg.
Beim Einfedern entsteht eine S-förmige Bewegung, die die Eigenschaften von DW-Link- und VPPHinterbausystemen optimal kombinieren soll. Damit zielt Reichmann auf eine harmonische Liaison von sensiblem Ansprechverhalten plus hoher Fahrstabilität.
Das Hebelverhältnis ist progressiv ausgelegt, damit der Hinterbau bei harten Einschlägen Reserven bietet. Am Dedicated-Vorserien-Testbike mit finaler Geometrie arbeitet das Alu-Heck zur Geo-Feinabstimmung mit drei Kettenstrebenlängen (Test: 450 mm).
In Serie kommt der Hinterbau mit SRAM-UDH-Ausfallenden, ist so zu Srams Transmission-Schaltungen kompatibel. Das Testbike kostet stolze 14 900 Euro, was durch die Manufakturfertigung des Chassis bedingt sein dürfte. Für den Preis bekommt man vom Fahrwerksspezialisten EXT die Era-2-Luftgabel und das Storia-Stahlfederbein, von Trickstuff die im Schwarzwald entwickelte, enorm kraftvolle Maxima-Bremse und von US-Laufradbauer Industry Nine Enduro-Carbonlaufräder.
Fahreindruck Dedicated Senduro XR
Bedeutet die Materialnoblesse beste Fahreigenschaften? Im 20-Prozent-Anstieg staunt man: Fix die Pedal-Plattform am Federbein aktiviert und etwas Gewicht auf die Front gebracht, schon klettert man flott – unterstützt von gripstarkem Fahrwerk und extra steilem 79-Grad-Sitzwinkel – und trotz 17 Kilo!
In steile Downhills rast das Senduro XR "full-gas": Per superflachem 62,5-Grad-Lenkwinkel und 1320 mm langem Radstand giert die Fahrmaschine nach Highspeed! Zumal das traktionsstarke Fahrwerk die Reifen souverän am Boden hält und die 190 mm Federweg selbst unsaubere Landungen locker wegstecken. Auch im steilen Trail-Zick-Zack bleibt man am Volant des Senduro XR vergnügt am Gas, driftet selbstbewusst in enge Turns.
Kleine Kritik gibt es von Tester Finn Sandmann: "Das Fahrwerk arbeitet nicht immer ganz ausgewogen – teils taucht die Gabel stark ein, bietet dadurch aber auch viel Potenzial für große Drops."
Das mochten die Tester
innovativer Carbon-Alu-Hybridrahmen
sehr potentes 190-mm-Fahrwerk
hohe Fahrstabilität bei Highspeed
trotz 17 kg überraschend guter Kletterer
Das mochten die Tester weniger
keine Kettenführung/Bashguard
hoher Preis
Fahrwerk stellenweise nicht ganz ausgewogen





