Made in Kanada? Moment mal. Ja, richtig gehört: Sportdiscounter Decathlon lässt den Rahmen des hier getesteten E-Feel in Kanada fertigen. Ob das für ein Mountainbike gleich ein Qualitätsmerkmal bedeutet? Schließlich wurde modernes Freeriden in den Wäldern Kanadas groß. Doch bevor wir zu früh urteilen – erst einmal zur Sache: Was Decathlon mit dem Rockrider auf die Räder stellt, kann sich zumindest preislich absolut sehen lassen.

Unter der Kappe des Steuersatzdeckels verbirgt sich ein Adapter für Endgeräte wie Garmin & Co.
Kurz & Knapp: Rockrider E-Feel 700 S
- 160/150 mm Federweg
- Shimano EP6-Motor, 630-Wh-Akku
- Aluminium-Rahmen
- Gewicht: 25,5 kg (Größe L)
- Preis: 3499 Euro
Rockrider E-Feel 700 S: Ausstattung und Geometrie
Für nur 3499 Euro bekommt man ein Full-Suspension-MTB mit 160 mm Federweg vorn und 150 mm am Heck. Dazu verbauen die Franzosen den kleineren Bruder des Shimano-Topmotors EP801, den EP6. Mit 85 Nm Drehmoment liefert er eine Maximalleistung von 500 Watt und bietet eine Unterstützung von bis zu 350 Prozent. Beim Akku setzt Decathlon ebenfalls auf Shimano und verbaut einen entnehmbaren 630-Wh-Akku.
Auch die Schaltgruppe kommt aus Japan, die robuste Cues mit Link-Glide-Kassette soll Schaltvorgänge auch unter E-Last reibungslos gestalten. Verzögert wird mit einer TRP-Vierkolbenbremsanlage samt 203-mm-Scheiben.
Für Fahrkomfort an der Front sorgt eine Rock-Shox-35-Gold RL, am Heck arbeitet ein Rock-Shox-Deluxe-Select-Dämpfer. Direkt neben dem Vorbau am Lenker ist das kleine 1,4-Zoll-LCD-Display gut ablesbar montiert und zeigt die wichtigsten Informationen.

Der Shimano-EP6-Motor liefert bis zu 85 Nm Drehmoment und 500 Watt, ausreichend Schub für steile Anstiege und technische Uphills.
Die Geometrie des Rockrider ist eher kompakt mit 465 mm Reach in Größe L. Auf Transfers und Waldwegen sitzt man dennoch angenehm. Im Gelände, besonders beim Einsatz auf Trails bergab und bergauf, fühlt sich das Rad aber klein an. Die Tester hatten wenig Möglichkeiten, sich auf dem Rad vor- und zurückzubewegen. Behält man jedoch eine neutrale Körperposition bei, macht das Rad einen überraschend guten Job. In Kletterpassagen helfen zudem die 465 mm langen Kettenstreben und verhindern ein Aufsteigen der Front. So wird das Rockrider zum traktionsstarken Kletterer.
Fahreindruck am Rockrider E-Feel 700 S
Das 150-mm-Viergelenk-Heck spricht sensibel an und arbeitet insgesamt solide, auch wenn die Dämpfung im Endbereich des Federwegs etwas dürftig ausfällt. Hier ließe sich mit einem Dämpfer samt Ausgleichsbehälter oder zunächst über Volumenspacer (Tokens) nachjustieren.
Die 29-Zoll-Sunringlé-Laufräder vorn wie hinten sorgen für Präzision, wenngleich die hauseigenen Rockrider-Reifen bei schlammigen Bedingungen an ihre Grenzen stoßen.
Auf unseren lokalen Trails sammelte das Bike dennoch reichlich Spaßpunkte: Zwar purzeln nicht die letzten Sekunden und mit 25,5 kg ist das Bike kein Leichtgewicht, doch der Fahrspaß kommt auf jeder Abfahrt nicht zu kurz.
Top: Das Rockrider kommt bereits tubeless-ready ausgeliefert. Ab Werk ist ein passendes Felgenband montiert und Ventile sind beigelegt, sodass der Umbau problemlos zu Hause erfolgen kann – bei diesem Preisniveau alles andere als selbstverständlich. Der EP6-Motor zählt weder zu den neuesten noch zu den kräftigsten Aggregaten am Markt. Er verlangt nach etwas Kadenz, liefert dann aber eine sehr natürliche und gut dosierbare Unterstützung, die im Alltag absolut ausreicht.
Gemessen am Preis wirkt der Shimano-Motor fair kalkuliert. Das Rockrider bietet vieles, was man von einem modernen E-Bike erwartet.
👍 Das gefällt
sehr attraktiver Preis
sensibles Fahrwerk
traktionsstark bergauf
entnehmbarer 630-Wh-Akku
👎 Das weniger
hohes Gesamtgewicht
kompakte Geometrie
Heck mit wenig Reserven
Rockrider-Reifen bei Matsch limitiert





