Langhubige E-MTBs findet man mittlerweile viele, die meisten setzen auf einen Carbonrahmen. Mondraker wählt hier jedoch Leichtmetall und verpasst dem Level einen schicken Alurahmen mit stolzen Schweißnähten. Was kann die Ballerbude auf dem Trail? Wir haben es für euch getestet.

Das Mondraker Level setzt auf einen schicken Aluminiumrahmen. Hier das Level XR in hübschem Gelb.
Kurz & knapp: Mondraker Level XR
- E-Enduro mit 180/170 mm Federweg
- Bosch-CX-Gen-5-Motor, 800-Wh-Akku
- Aluminiumrahmen, Mullet-Setup (29" / 27,5")
- Gewicht: 26,8 kg (Größe L)
- Preis: 9999 Euro (Top-Modell)

Edles Fahrwerk, extreme Geometrie und massig Laufruhe: Das Level ist ein Long-Travel-E-Bike aus dem Bilderbuch. Perfekt für ruppigste Abfahrten oder Downhill-Strecken und das mit eingebautem Shuttle. Auf zahmen Mittelgebirgstrails hat es mit seinem hohen Gewicht und dem eher sperrigen Fahrverhalten allerdings wenig verloren. Eben eine echte Abfahrtsmaschine.
Mondraker Level XR: die Ausstattung
Für einen ersten Test schickten uns die Spanier die Topausstattung, das Level XR für 9999 Euro. Ein echter Blickfang: Der gelb-schwarze Rahmen matcht mit den Öhlins-Federkomponenten, breite 2,6-Zoll-Reifen vollenden das brachiale Auftreten. Mitsamt Sram-GX-Transmission-Schaltung bringt das Level XR in Größe L satte 26,8 kg auf unsere Redaktionswaage. Um das Gewicht zu stoppen, sind Sram-Maven-Bremsen mit 220 und 200 mm großen Scheiben verbaut.
Neben einer mittleren Version, dem Level RR, ist das Level R das günstigste Modell des E-Enduros. Für nicht ganz günstige 6999 Euro bietet es ein Rock-Shox-Select beziehungsweise -Base-Fahrwerk aus Zeb und Vivid Coil. Auch die anderen Komponenten stammen aus dem Sram-Konzern. Maven-Bronze-Bremsen und eine mechanische Transmission-Schaltung vollenden das Specsheet.
Extreme Geometrie
Sofort beim ersten Aufsitzen fällt einem die hohe Front des Levels auf. Der Stack liegt bei extremen 670 mm, der Reach in Größe L bei 500 mm. Bei vielen Herstellern findet man solche Werte, wenn überhaupt, nur in Größe XL oder XXL. Der Lenkwinkel ist Enduro-typisch flach gehalten, je nach Flip-Chip-Stellung liegt er bei 64° oder 63,7°.

Über einen Flip-Chip an der unteren Dämpferaufnahme lassen sich Tretlagerhöhe und Lenkwinkel anpassen.
Mondraker Level XR im Test
Im Antritt am Berg ist das Rad unter anderem durch die klebrigen Reifen mit dicker Karkasse naturgemäß gehemmt. Der Motor sorgt jedoch für flottes Vorankommen, solange man unter der 25-km/h-Grenze bleibt. Reichweitenangst muss trotz des Abfahrtsfokus aber keine aufkommen. Verbaut ist ein Bosch-800-Wh-Akku, mit Range-Extender lässt sich die Kapazität sogar auf 1050 Wh erhöhen. Alternativ findet eine Wasserflasche im Rahmendreieck Platz. Auf technischen Kletterpassagen bleibt der Hinterbau angenehm aktiv. Neben den griffigen Maxxis-Minion-DHR2-Reifen schützt dies vor ungewolltem Abrutschen an Steinen oder Kanten.
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Mit Vollgas in den Downhill
Im Downhill merkt man schnell, wofür das Level gebaut wurde, oder wofür eben nicht. Enge, verwinkelte Trails gehören nicht nur den Daten nach zur Schwäche des spanischen Geschosses. Das Gewicht benötigt viel fahrerischen Input, auf flachen Passagen beschleunigt das Level eher widerspenstig. Aber was möchte man auch erwarten? Richtig Spaß macht es auf echten Downhill-Strecken. Hohe Geschwindigkeit, möglichst geradeaus, und das in sehr verblocktem Gelände. Nun arbeitet auch das feinfühlige Fahrwerk, der Hinterbau schluckt Schläge, ohne jemals ein Limit zu erreichen, und das Bike zieht kompromisslos geradeaus. Also: Kleinmachen, flach über den Carbonlenker beugen und Bremse auf. Die hohe Front verleiht extreme Sicherheit, der lange Radstand enorme Laufruhe. Allerdings muss so ein Gewicht auch erst um die Ecken gebracht werden. Top für Anlieger: Das Fahrwerk bietet einen guten Gegenhalt, um zügig aus Kurven heraus zu beschleunigen. Offene oder flachere Kurven gestalten sich schwieriger. Wegen der doch recht hohen Front bekommt man nur schwer Druck aufs Vorderrad. Das recht happige Gewicht erfordert zudem deutlich mehr Kraft, um das Rad in die Kurve zu lehnen. Wer standardmäßig auf Bikes in Größe L unterwegs ist, sollte über ein Down-Sizing nachdenken. In Größe M/L bietet das Level dann eher den Size-Large typischen 480 mm Reach, allerdings muss man dann mit einer kürzeren 180-mm-Sattelstütze leben.

Verspielt ist das Level auf keinen Fall. Dennoch lässt es sich mit etwas Kraft in einen Wheelie oder Manual bringen.












