Im Test: Das Forbidden Druid Core 1

Forbidden Druid Core 1 im Test
High-Pivot trifft DJI-Avinox-Power

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.03.2026
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In der Szene gilt Forbidden, die erst seit 2019 im Bikemarkt mitmischen, aktuell als Geheimtipp, wenn es um schnittige Trial- und Endurobikes geht. Die Marke aus British Columbia hat sich vor allem durch Mid- und Highpivot-Hinterbaukonzepte und durchdachte Detaillösungen einen Namen gemacht. Folglich groß war die Aufregung, als das erste Fullsize-EMTB der Kanadier gesichtet wurde, das auch mit spektakulärem High-Pivot-Design daherkommt.

Bjoern Haenssler

Kurz & Knapp: Forbidden Druid Core 1

  • 160/150 mm Federweg
  • DJI Avinox M1, 800-Wh-Akku
  • Carbon-Rahmen
  • Gewcht: 22,6 kg (Größe S3)
  • Preis: 11 699 Euro

Forbidden Druid Core 1: Ausstattung und Geometrie

Das Druid Core setzt auf den gehypten DJI-Avinox-Motor. Zwei Versionen gibt es: Das Lite setzt auf 150 mm vorne und 140 mm am Heck, das Core kommt mit je 10 mm mehr. Beide kommen mit Vollcarbon-Rahmen samt Kohlefaser-Umlenkwippe. Beide sind als Mullet-Bikes mit 29-Zoll-Laufrad vorne und 27,5 Zoll am Heck konzipiert.

Die Geometrie ist progressiv und durchaus eigenwillig gezeichnet: Während der Reach in der Größe S3, vergleichbar mit Large, recht kurze 467 mm misst, ist der Stack fast gigantisch: Mit 667 mm sorgt er bei stehender Position für viel Sicherheit und eine hohe Front. Hier schimmert die Heimat von Forbidden, Cumberland auf dem Trailparadies Vancouver Island, durch.

Der Hinterbau hingegen ist mit 456-mm-Kettenstreben in unserer Testgröße eher von der moderat-langen Sorte, insgesamt wachsen die Kettenstreben je Größe mit. Apropos: Vier Rahmengrößen von S1 bis S4 sind zu haben.

Bjoern Haenssler

Als Testbike war vom deutschen Vertrieb MRC Trading nur das Topmodell Core 1 verfügbar, das 11699 Euro kostet. Dafür gibt es Hightech-Parts wie ein RockShox-Ultimate-Fahrwerk, bestehend aus Zeb und Vivid, Sram-Maven-Ultimate-Bremsen und -X0-Transmission-Schaltung, die Carbonlaufräder stammen von Crankbrothers, Cockpit und die Variostütze von OneUp.

Die Waage zeigt 22,6 kg. Preislich startet die Druid-Familie bei 8199 Euro, wobei die günstigeren Modelle mit dem kleineren 600-Wh-Energiespeicher kommen. Sinnvoll ist auch die Ladebuchse mit Magnetverschluss gestaltet, die auch auf Rütteltrails alles an Ort und Stelle bzw. sauber hält. Für die harte Gangart wappnet zudem die werksseitig bereits angebrachte Rahmenschutzfolie. Für lange Tage im Sattel bietet Forbidden im Rahmendreieck Platz für eine Flasche.

Fahreindruck am Forbidden Druid Core 1

Auf dem Trail begeistert das Rad schon nach der ersten Kurbelumdrehung: Die kompakte, aber merklich frontlastige Sitzposition fördert die aktive Fahrweise, bergauf trumpft das leichtfüßige Rad aus Kanada mit massig Traktion auf, der Motor schiebt bärenstark auch steile Rampen hinauf, speziell im Boost-Modus. Obwohl der Lenkwinkel nominell nicht besonders flach ist, vermittelt das Druid Core speziell an der Front viel Sicherheit, für kurvenreiche Trails passte uns das vergleichsweise schmale Cockpit besonders gut.

Im Talschuss lässt sich das Forbidden messerscharf bewegen, das Rad gibt klares Feedback vom Boden und liegt dabei sehr satt. Generell steht das sportlich-straffe Fahrwerk sehr hoch im Hub und bietet massiv Reserven, was auch zum Selbstvertrauen an Bord beiträgt. Bis auf ein leichtes Mahlgeräusch vom Motor ist das Bike geräuschlos: Kein Kettenschlagen, Klappern oder Fahrwerksschmatzen lässt sich vernehmen – stark!

Wer auf überwiegend flowigeren Trails unterwegs ist, kann auch auf die kurzhubigere, ergo direktere Version zurückgreifen, teils fühlt sich das Rad ohne ruppige Streckenabschnitte gar etwas unterfordert an.

👍 Das gefällt

 detailreicher Rahmen, tolle Ausstattung

 ausbalanciertes

 Handling zwischen Front und Heck

 fein abgestimmtes

 Fahrwerk mit viel Reserven

👎 Das weniger

 spezielle Geo muss gefallen

 giert mehr nach verblockten als nach Flowtrails