Wenn Preis-Leistung gewertet wird, steht Cube traditionell in der ersten Startreihe. Für 3999 Euro rollen die Bayern mit dem Stereo Hybrid One22 Race 800 im "electricblue ’n’ white"-Dress zum Vergleichstest an. Beim Rahmenmaterial setzt Cube auf Aluminium. Genauer gesagt auf eine hitzebehandelte 6061er-Legierung, die Cube unter dem Label "Aluminium Superlite" führt und die mit hoher Ermüdungsfestigkeit, überzeugender Steifigkeit sowie vergleichsweise geringem Gewicht punkten soll.

Deckel auf und Akku raus: Auch am Cube ist der Energiespeicher entnehmbar. Gut gegen Diebstahl: Der teure Bosch-Akku ist abschließbar.
Kurz & Knapp: Cube Stereo Hybrid One22 Race 800
- 120/120 mm Federweg
- Bosch Performance Line CX, 800-Wh-Akku
- Aluminium-Rahmen
- Gewicht: 26,7 kg (Größe L)
- Preis: 3999 Euro
Cube Stereo Hybrid One22 Race 800: Ausstattung und Geometrie
Angetrieben wird das Trailbike vom Bosch-CX-Motor der fünften Generation, gespeist von einem integrierten 800-Wh-Akku – eine Ausstattung, die in dieser Preisregion Seltenheitswert hat. Die 100 Nm Drehmoment bringt der Bosch-CX über ein Shimano-XT-Schaltwerk in Kombination mit einer KMC-e12-Kette ans 29-Zoll-Hinterrad.
In den Rahmengrößen M, L und XL setzt Cube konsequent auf große 29-Zoll-Laufräder. Größe S rollt auf 27,5 Zoll. Cube nennt das "Size Split".
Mit 26,7 kg gehört das Bike nicht zu den leichtesten auf dem Markt. Dafür überzeugt es mit attraktiver Ausstattung zum schmalen Kurs und zeitgemäßer Geometrie. Beim Fahrwerk setzt Cube – anders als die übrigen Bikes im Test – auf kurzen Hub mit 120 mm Federweg. An der Front arbeitet eine Rock Shox Psylo Silver RC, am Heck ist ein Rock Shox Deluxe Select R verbaut. Die Schwalbe-Smart-Sam-Bereifung zielt klar auf geringen Rollwiderstand ab.

Das Purion-200-Display gefällt mit seiner wertigen, schlanken Bauform. Die Anzeigeoptionen sind allerdings limitiert.
Der Bosch-Motor überzeugt: Kraftentwicklung, Leistung und Abstimmung überzeugen ebenso wie das Gesamtpaket aus großem Akku sowie gut bedienbarer Display- und Remote-Einheit – hier hat das Canyon keine Chance.
Die direkte Umsetzung des Pedalinputs erleichtert zudem präzise Manöver im technischen Gelände. Schade nur, dass beim Purion-200-Display die Anzeige der Eigenleistung nicht verfügbar ist.
Für Tourenfahrer top, für Trailfüchse eher Flop: Die Schwalbe Smart Sam rollen dank flacher Stollen effizient und sparen Akku, lassen auf matschigem Untergrund jedoch spürbar Grip vermissen. Und: Die Ergogriffe passen zum Tourencharakter des One22.
Fahreindruck am Cube Stereo Hybrid One22 Race 800
Auf dem Trail überzeugt das Cube mit einer ausgewogenen Geometrie bergauf wie bergab. Die Sitzposition fällt dank 76-Grad-Sitzwinkel angenehm moderat aus. Der Reach von 471 mm in Größe L bewegt sich auf zeitgemäßem Niveau. Die auffallend langen Kettenstreben von 488 mm verhindern ein ungewolltes Steigen des Vorderrads im Uphill nahezu vollständig.
Mit starker Spurtreue vermittelt das Stereo Hybrid One22 viel Sicherheit – auch wenn das Tempo steigt. Gleichzeitig bleibt es in engen Kurven erstaunlich handlich und verlangt nur moderaten Körpereinsatz. Das Fahrwerk spricht nicht ultrafein an, arbeitet aber ausreichend effektiv und steckt auch härtere Treffer souverän weg.
Unterm Strich: ein lebendiges, spaßiges Trail-Setup. Wird das Gelände jedoch ruppig, kommt das Fahrwerk ans Limit. Aufeinanderfolgende harte Schläge sorgen für Unruhe und zehren, auch bedingt durch das hohe Systemgewicht, an den Kräften.
👍 Das gefällt
starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
kraftvoller Bosch-CX-Antrieb
großer 800-Wh-Akku
tourenstarke Geometrie
Spurtreue & Fahrstabilität
👎 Das weniger
hohes Gewicht
Fahrwerk im groben Gelände limitiert
griparme Smart-Sam-Bereifung












