Mitten durch enge Gassen, über endlose Treppen und vorbei an Hauswänden rasen Mountainbiker mit Höchstgeschwindigkeit bergab – genau das ist Red Bull Cerro Abajo (spanisch für "den Hügel hinunter"). Die Eventserie zählt zu den spektakulärsten Urban-Downhill-Rennen der Welt und verwandelt historische Städte in extreme Rennstrecken. Statt Trails und Steinfeldern stehen Asphalt, Beton und urbane Hindernisse auf dem Programm.
Ausgetragen wird Cerro Abajo ausschließlich in Städten mit starkem Gefälle und markanter Architektur. Orte wie Valparaíso in Chile, Guanajuato in Mexiko oder Genua in Italien sind längst legendär und ziehen zehntausende Zuschauer an die Streckenränder. Die urbane Umgebung ist dabei nicht bloß Kulisse, sondern integraler Bestandteil des Rennens – jede Treppe, jede Mauer, jede Gasse wird Teil der Strecke.
Stuttgarts Stäffele als perfekte Kulisse für Cerro Abajo?
Historische Altstädte, schmale Gassen, endlose Treppen? Das haben wir doch auch in Deutschland – genauer gesagt hier bei uns in Stuttgart, wo auch die Redaktion des MOUNTAINBIKE-Magazins sitzt. Und genau das scheint nun auch Red Bull erkannt zu haben: Seit dem vergangenen Herbst taucht für das erste Septemberwochenende 2026 ein "Red Bull Cerro Abajo Stuttgart" im offiziellen UCI-Rennkalender auf. Seitdem wird in der Szene heiß diskutiert – und die Stuttgarter Mountainbike-Community ebenso wie unser Redaktionsteam warten minütlich auf neue Informationen zu dem Spektakel.
Auffällig ist: Während "Red Bull Cerro Abajo Stuttgart" bereits im UCI-Rennkalender für September 2026 gelistet ist, fehlt bislang jede öffentliche Bestätigung seitens Red Bull oder der Stadt. Wir wollten es deshalb genauer wissen und haben exklusiv bei der Stadt Stuttgart nachgefragt.
Exklusiv: Das sagt die Stadt Stuttgart zum möglichen Rennen
"Die Stadt Stuttgart steht im Kontakt mit den Veranstaltern von Red Bull Cerro Abajo", erklärt Pressesprecher Dr. Harald Knitter gegenüber MOUNTAINBIKE. Die Gespräche drehten sich dabei sowohl um einen vorläufigen Termin im September 2026, (Anm. der Redaktion: vermutlich um den, der im UCI-Kalender gelistet ist), als auch um einen Austausch über Erfahrungen aus anderen Austragungsstädten und die grundsätzlichen Anforderungen an eine mögliche Rennstrecke in Stuttgart.
Konkret befinde sich das Projekt derzeit noch in einem frühen Stadium. "In der Stadtverwaltung befindet sich die Veranstaltung aktuell in der Voranhörung", so Knitter. Bereits am 20. Januar habe das Amt für Sport und Bewegung das Veranstaltungsformat im Bezirksbeirat Stuttgart-Süd vorgestellt – inklusive einer möglichen Streckenoption im Stadtgebiet.
Nun liegt der Ball bei den beteiligten Fachämtern. Diese müssten prüfen, ob ein Event dieser Größenordnung genehmigungsfähig ist, welche Auflagen erforderlich wären oder ob Änderungen notwendig sind. Teil dieses Verfahrens sei auch die Frage, ob ein formaler Beschluss des Gemeinderats notwendig wäre. Bei positivem Verlauf könnten die Rahmendaten für eine Entscheidung im April vorliegen; zudem sei geplant, den Sportausschuss zeitnah über den Stand zu informieren.

Grundsätzlich signalisiert die Stadt Offenheit für ein solches Großevent. "Die Landeshauptstadt engagiert sich, Spitzensport zu zeigen und Breitensport zu fördern", betont Knitter. Hochklassige Wettbewerbe böten die Möglichkeit, Stuttgart international als Sportstadt zu positionieren. Dafür könne die Stadt ihre einmalige Topographie mit urbaner Architektur, innerstädtischen Grünanlagen und spektakulären Ausblicken kombinieren – ein Mix, der sowohl für Teilnehmende als auch für das Publikum attraktiv sei.
Gleichzeitig macht die Stadtverwaltung deutlich, dass eine sorgfältige Abwägung notwendig ist. "Zugleich muss Aufwand und Nutzen in Relation gesetzt werden", erklärt der Pressesprecher. Geprüft werde unter anderem, ob Infrastruktur, Baudenkmäler, Natur oder Anwohner:innen beeinträchtigt würden oder ob es zu nicht akzeptablen Belastungen für Mensch und Umwelt kommen könnte.
Sollten in der fachlichen Prüfung Einwände entstehen, sei das jedoch nicht zwangsläufig das Ende des Projekts. "Mögliche Hinderungsgründe können durch Anpassungen des Streckenverlaufs, der Track Features oder des Veranstaltungsablaufs beseitigt werden", erklärt Knitter.





