Nike ACG und Mountainbike: Zeigt Nike wieder Interesse am MTB-Sport?

ACG-Clip mit Hannah Bergemann
Zeigt Nike wieder Interesse am MTB-Sport?

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.03.2026
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Nike ACG
Foto: Nike

Nike ACG rückt offenbar wieder näher an den Mountainbike-Sport. Anlass ist ein neuer Kampagnenclip aus der offiziellen Rebranding-Pressemitteilung der Outdoor-Linie. Darin ist die Freeriderin Hannah Bergemann auf dem Mountainbike in der Wüste von Utah zu sehen. In der Szene springt sie einen ihrer typischen Drops – ein Terrain, für das die Red Bull Rampage Teilnehmerin in der Freeride-Szene bekannt ist.

Der zugehörige Instagram-Post ist dabei bewusst minimal gehalten. Die Caption lautet schlicht: "Out committing to the drop."

Screenshot Nike ACG
Screenshot @acg

Auffällig ist jedoch: Konkrete MTB-spezifische Produkte sind im Clip nicht zu sehen. Weder Schuhe noch Bekleidung werden explizit als Bike-Produkte inszeniert. Auch auf den offiziellen Nike-Seiten ist Bergemann derzeit nicht als gesponserte Athletin gelistet. Ob es sich also um ein tatsächliches Sponsoring handelt oder lediglich um einen einmaligen Kampagnenauftritt im Rahmen des ACG-Rebrandings, bleibt unklar.

Ein weiterer Hinweis auf Nikes vorsichtige Rückkehr in den Radsport ist eine neue Kooperation im Profipeloton. Seit der Saison 2025 arbeitet Nike mit dem Frauen-WorldTour-Team FDJ-SUEZ zusammen. Nike liefert dabei zwar keine Rennbekleidung, sondern Lifestyle-Apparel für Fahrerinnen und Staff – dennoch ist das Team damit derzeit das einzige im Profi-Radsport, das direkt mit der Marke mit dem Swoosh kooperiert.

Dass im aktuellen ACG-Clip ebenfalls eine Athletin wie Hannah Bergemann im Mittelpunkt steht, wirkt daher kaum zufällig und passt zu einer Entwicklung, bei der Marken den wachsenden Frauenradsport stärker in den Fokus rücken.

Chris Pauls, Redakteur
Chris Pauls
Redaktionsleiter MOUNTAINBIKE Magazin

ACG und Mountainbiking: Eine Verbindung aus den 1990ern

Ganz neu wäre eine Nähe zum Radsport für Nike nicht. Bereits in den frühen 1990er-Jahren spielte Mountainbiking im Umfeld von ACG eine Rolle. Die Marke unterstützte damals unter anderem das GT Bicycles Factory Racing Team und arbeitete mit Downhill-Stars wie Nicolas Vouilloz zusammen.

Parallel dazu entstanden mehrere Bike-taugliche Schuhe innerhalb der ACG-Linie. Modelle wie der Air Mowabb wurden zwar ursprünglich als Outdoor- und Hiking-Schuhe konzipiert, tauchten jedoch in Nike-Werbung auch im Kontext von Mountainbiking auf. Später entwickelte Nike sogar speziellere MTB-orientierte Modelle, teilweise kompatibel mit SPD-Pedalsystemen.

Nike und Cycling: Eine lange, aber unterbrochene Geschichte

Über ACG hinaus war Nike zwischen den 1980er- und frühen 2000er-Jahren insgesamt relativ stark im Radsport präsent, vor allem im Bereich Footwear. Bereits Mitte der 1980er-Jahre gab es erste Cycling-Schuhe wie den "Velo". Anfang der 1990er führte Nike unter dem Namen Echelon sogar kurzzeitig eine eigene Cycling-Linie ein.

Im Laufe der 1990er verlagerte sich ein Teil der Offroad-Produkte zunehmend in das ACG-Portfolio. Gleichzeitig entstanden sowohl Straßen- als auch Mountainbike-Schuhe mit verschiedenen Pedalstandards.

International größere Aufmerksamkeit erhielt Nike im Radsport später während der Lance-Armstrong-Ära, als der Konzern eng mit dem US-Rennfahrer zusammenarbeitete und unter anderem Schuhe wie den "Nike Lance" entwickelte. Nachdem Armstrong 2013 seine Dopingvergangenheit öffentlich eingestand, endete diese Partnerschaft – und Nike zog sich zunehmend aus dem professionellen Radsport zurück.

Nike ACG Top
Nike

Experimente statt offizieller Rückkehr

Ganz verschwunden war Nike aus der Bike-Welt jedoch nie. Immer wieder tauchten in den vergangenen Jahren experimentelle oder individuelle Cycling-Schuhe auf – etwa bei Profis wie Mark Cavendish.

Offiziell vermarktet wurden solche Produkte jedoch nicht. Stattdessen konzentrierte sich Nike auf Fitness- und Indoor-Cycling-Produkte für Spinning.

Was steckt hinter dem ACG-Clip?

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Vor diesem Hintergrund wirkt der neue ACG-Kampagnenclip mit Hannah Bergemann interessant. Auch wenn keine konkreten MTB-Produkte gezeigt werden, ist die Wahl der Protagonistin und des Settings sicher kein Zufall: Freeride-Mountainbiking steht für Abenteuer, Action und Adrenalin – Events wie die Red Bull Rampage, deren Wüstenlandschaft auch an das Setting des Clips erinnert, zählen weltweit zu den prestigeträchtigsten Veranstaltungen des Sports.

Dass Bergemann aktuell nicht offiziell als Nike-Athletin geführt wird, lässt allerdings viele Fragen offen. Möglich ist, dass der Auftritt lediglich Teil der Bildsprache der neuen Kampagne ist. Ebenso denkbar wäre aber, dass Nike die Bike-Kultur künftig wieder stärker in seine Outdoor-Strategie integriert. Ob daraus tatsächlich eine Rückkehr von Nike in den Mountainbike-Markt entsteht, bleibt vorerst Spekulation.

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