Mountainbike-Trends 2026: Neue Bikes, E‑MTB‑Motoren, Trailbike‑Zukunft

Ein Blick in die Glaskugel
Warum 2026 das Jahr des Mountainbikes wird!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.01.2026
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Bikepark in Bellwald
Foto: Schweiz Tourismus / Silvano Zeiter

Der Mountainbike-Markt bleibt in Bewegung – technisch, wirtschaftlich und kulturell. Nach Boomjahren, Lieferkettenkrisen und Preisverfall steht 2026 ganz im Zeichen der Neuordnung. Welche Trends sich abzeichnen, welche Kategorien unter Druck geraten und wo echte Innovation zu erwarten ist, zeigt ein Blick in die Glaskugel.

Kurz & knapp: Trends 2026

Trend 2026/27: Kommt 32‑Zoll ins XC‑Racing?

Detailaufnahme eines Fahrrad-Antriebs mit Kettenblatt, Kurbel und Kettenstrebe mit der Aufschrift 'PROJEKT 32"'. Zu sehen sind ein SRAM XX Kurbelarm und ein Wolf Tooth Kettenblatt.

Vorolympische Saisons gelten traditionell als Innovationsbeschleuniger im Cross-Country-Segment – und auch 2026 dürfte dieses Muster greifen. Viele Hersteller nutzen das Jahr vor den Spielen, um ihre sportlichen Flaggschiffe zu erneuern oder zumindest gezielt weiterzuentwickeln. Modelle wie das Scott Spark oder das Santa Cruz Blur wären turnusgemäß reif für ein Update – sei es bei der Kinematik, beim Gewicht oder bei der Integration. Mindestens ebenso spannend wie klassische Modellpflege ist jedoch die Frage nach dem nächsten Technologiesprung: Erlebt das 32-Zoll-Laufrad 2026 seinen ersten ernsthaften Auftritt im XC-Weltcup?

Nach Jahren der Gerüchte, vereinzelter Prototypen und Testfahrten im Hintergrund könnte das größere Laufradmaß erstmals selektiv im Rennbetrieb auftauchen – vermutlich bei sehr großen Fahrern und auf schnellen, laufruhigen Strecken. Die Vorteile liegen auf der Hand: besseres Überrollverhalten, mehr Stabilität, höhere Geschwindigkeit. Dem stehen jedoch weiterhin Gewicht, Trägheit und die anspruchsvolle Rahmenkonstruktion gegenüber.

Ein flächendeckender Durchbruch ist kurzfristig nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher ist ein vorsichtiges Herantasten – mit viel Entwicklungsarbeit hinter den Kulissen. Parallel dazu setzt sich ein anderer Trend fort: XC-Bikes werden vielseitiger. Flachere Lenkwinkel, längere Reach-Werte und mehr Reserven bergab machen moderne XC-Fullys immer trailtauglicher, ohne ihre Effizienz einzubüßen. Downcountry bleibt kein Marketingbegriff, sondern wird gelebte Realität.

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Welche E‑MTB‑Motoren prägen 2026?

Bosch CX Generation 5 2025
Moritz Schwertner

Kaum ein Segment ist derzeit so dynamisch wie der E-MTB-Antriebsmarkt. Bosch spürt den Druck wie selten zuvor. Der Markteintritt von DJI hat gezeigt, dass neue Player nicht nur leistungsfähig auftreten, sondern auch preislich neue Maßstäbe setzen können. Branchenintern wird seit Monaten über einen neuen Performance-Line-CX-Motor spekuliert. Leichter, kompakter, effizienter – und möglicherweise mit neuen Features wie erweiterten Softwarefunktionen, überarbeiteten Displays oder gar einer Schnelllade-Option. Bosch wird nachlegen müssen, nicht aus Prestigegründen, sondern um seine dominante Marktposition zu verteidigen.

Gleichzeitig deutet vieles auf eine Marktbereinigung hin. Antriebe wie Brose spielen im OEM-Geschäft nur noch eine Nebenrolle und erreichen vielfach nicht mehr die nötigen Stückzahlen, um wirtschaftlich attraktiv zu bleiben. Dass selbst Schwergewicht Porsche sein eigenes E-Bike-Projekt eingestellt hat, unterstreicht, wie margenkritisch und hart umkämpft dieser Markt inzwischen ist. Auch Shimano steht unter Beobachtung: Ein größerer Technologiesprung im EP-Segment wäre dringend nötig, um nicht zwischen Bosch und DJI an Relevanz zu verlieren.

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Warum Trailbikes ohne Motor aus dem Markt fallen

Björn Hänssler

Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur noch rund drei Prozent der in Deutschland verkauften Mountainbikes kommen ohne Motor. Besonders hart trifft es klassische Trailbikes mit etwa 140 mm Federweg vorne. Im Handel gelten sie zunehmend als Ladenhüter. Modelle wie das Santa Cruz Tallboy, das Canyon Neuron oder vergleichbare Konzepte stehen sinnbildlich für eine Kategorie, deren Zukunft wirtschaftlich immer fragwürdiger wird. Für viele Hersteller lohnt sich eine Neuentwicklung schlicht nicht mehr.

Der Druck kommt von zwei Seiten. Einerseits von immer leichteren und leistungsfähigeren E-MTBs, die den klassischen Trailbike-Einsatzbereich nahezu vollständig abdecken. Andererseits von hochpotenten XC-Fullys, die längst im Trail-Segment wildern. Bikes wie das Lux Trail, das Specialized Epic EVO oder das Rocky Mountain Element sind bergab so souverän wie Trailbikes früherer Generationen – und bergauf ohnehin effizienter.

Das Mehrgewicht eines klassischen Trailbikes ohne Motor wirkt vor diesem Hintergrund kaum noch attraktiv. Das neue Credo vieler Marken lautet daher: eine Plattform, zwei Welten. Leichte XC-Bikes mit Trail-DNA statt schwerer Allrounder ohne klaren Einsatzzweck. Eine Überlebenschance bleibt dieser Kategorie dennoch: stark gewichtsoptimierte Konzepte unter 12 Kilogramm, sehr verspielte Geometrien oder eine bewusste Nischenpositionierung jenseits des Mainstreams.

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Sind günstige DJI‑E‑MTBs der neue Markttrend?

Unno hat ein neues E-MTB mit dem Avinox-Motor von DJI präsentiert: Mith!
Unno Bikes

Mit Marken wie Crussis oder Steppenwolf sind bereits erste vergleichsweise günstige Carbon-E-MTBs rund um die 5.000-Euro-Marke auf dem Markt. Für 2026 ist davon auszugehen, dass diese Preisgrenze weiter nach unten verschoben wird – vor allem durch Aluminium-Modelle. Möglich macht das der aggressive Kampfpreis, den DJI für sein Motorensystem aufruft. Während DJI laut Branchenkreisen zu den günstigsten Motorenlieferanten zählt, gilt Bosch als teuerster Zulieferer unter den großen Playern. Für viele Hersteller ist das ein entscheidender Hebel, um wieder wettbewerbsfähige Einstiegspreise anbieten zu können.

Offen bleibt, wie schnell Handel und Endkunden Vertrauen zur neuen Marke aufbauen. Themen wie Service-Netz, Ersatzteilverfügbarkeit und Langzeiterfahrung werden darüber entscheiden, ob DJI mehr als nur ein kurzfristiger Preistreiber wird.

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Neue Federelemente: Evolution im Jahresrhythmus

Hersteller

Stillstand ist bei Fahrwerksherstellern weiterhin kein Thema. Fox und RockShox halten das Entwicklungstempo hoch und präsentieren beinahe im Jahresrhythmus neue Kartuschen, überarbeitete Castings oder Detailverbesserungen. Zuletzt sorgte eine mutmaßlich neue RockShox Boxxer für Aufsehen, die auf Online-Marktplätzen gesichtet wurde und ein neuartiges Luftkammer-Design vermuten lässt. Parallel dazu tauchten im Enduro-Weltcup Hinweise auf eine überarbeitete Fox 38 auf. Spannend bleibt auch die Zukunft der spektakulären Fox-Podium-Upside-Down-Gabel. Denkbar sind sowohl ein kurzhubigeres Modell als auch eine preislich zugänglichere Variante, die den Sprung aus dem High-End-Nischenprodukt schafft.

Der übergeordnete Trend: mehr Einstellbarkeit, sensibleres Ansprechverhalten – und gleichzeitig ein einfacheres Grundsetup für Fahrer, die nicht jedes Wochenende mit Dämpferpumpe und Shim-Stacks experimentieren wollen.

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Warum E‑Enduros & Parkbikes 2026 beliebter werden

Das Hybe auf dem Trail.
Martin Bissig

Mit leistungsfähigeren Federelementen wächst auch der Mut zu immer langhubigeren Konzepten. E-Enduros und Parkbikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit, nicht zuletzt, weil sie den Fokus klar auf Abfahrtsperformance und Fahrspaß legen. Modelle wie das Transition Bottlerocket oder das Propain Spindrift stehen exemplarisch für diesen Trend: robust, kompromisslos, park- und shuttle-tauglich. Der Bikepark gewinnt für viele Fahrer an Bedeutung, während der klassische Tourengedanke in den Hintergrund rückt.

Gerade E-Parkbikes könnten 2026 stärker in den Fokus rücken – als Ersatz für Zweitbikes und als Antwort auf volle Liftanlagen, bei denen zusätzliche Abfahrten ohne Wartezeit plötzlich besonders attraktiv werden.

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Stirbt das Enduro-Racing?

Loic Bruni
©Cerveny/UCI

Ein Blick auf die Meldelisten wirft Fragen auf: Nur elf Profiteams wurden für den Enduro World Cup (EDR) gemeldet. Die einstige Königsdisziplin des Mountainbikens scheint an Strahlkraft zu verlieren. Gut möglich, dass das Schicksal der bereits eingestellten E-EDR auch der klassischen EDR droht. Sollte das passieren, verlöre der Enduro-Sport sein internationales Aushängeschild – mit unklaren Folgen für Nachwuchsarbeit, Sponsoreninteresse und mediale Sichtbarkeit.

Zuschauerfreundlichere Gravity-Formate mit kürzeren, klarer strukturierten Rennen könnten langfristig attraktiver sein als ganztägige Enduro-Wettkämpfe mit komplexem Reglement.

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Negativtrend 2026: Markensterben und Konsolidierung?

Syntace GmbH Tacherting Zentrale Gebäude
Syntace GmbH

Die wirtschaftliche Lage der Fahrradbranche bleibt angespannt. Übervolle Lager, aggressive Rabattschlachten und anhaltende Konsumzurückhaltung setzen selbst große Player unter Druck. Konzerne wie die Accell Group oder auch Canyon sind bereits von Einsparmaßnahmen und Entlassungen betroffen. Für kleinere Hersteller wird die Luft zunehmend dünn. 2026 könnte das Jahr werden, in dem erste Marken vom Markt verschwinden oder in größere Strukturen integriert werden. Konsolidierung statt Expansion lautet die neue Realität.

Die besten Überlebenschancen haben Marken mit klarer Positionierung, direktem Kundenkontakt, schlanken Strukturen – und dem Mut, nicht jedem Trend hinterherzulaufen.

Eure Meinung ist gefragt!

Fazit