Bis zu 50.000 Euro Strafe? NRW-Pläne sorgen für Angst bei Mountainbikern

Landesforstgesetz-Änderung
Bis zu 50.000 Euro Strafe? NRW-Pläne sorgen für Angst bei Mountainbikern

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.05.2026
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Zwei Mountainbiker fahren auf einem wurzeligen Waldtrail bergab. Die Szene spielt im lichten Mischwald, beide Fahrer tragen Helme und Schutzkleidung.
Foto: Adrian.Greiter.Photodesign

Im Mittelpunkt der Debatte steht eine scheinbar kleine Formulierung mit großer Wirkung: Künftig soll Radfahren im Wald nur noch auf "Fahrwegen" oder ausdrücklich genehmigten Trails erlaubt sein. Bisher war das Fahren auf "Straßen und festen Wegen" gestattet.

Werden Singletrails in NRW bald illegal?

Genau dieser Unterschied könnte für Mountainbiker drastische Folgen haben. Denn als "Fahrwege" gelten laut Gesetzentwurf vor allem befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege, die typischerweise auch von zweispurigen Fahrzeugen genutzt werden können. Viele schmale Pfade und klassische Singletrails würden damit praktisch aus dem legalen Bereich verschwinden.

Der Deutsche Interessenverband Mountainbike (DIMB) schlägt deshalb Alarm. In einer Stellungnahme kritisiert der Verband eine "deutliche Einschränkung des zulässigen Radfahrens im Wald". In der Praxis dürften dadurch vor allem breite Forstwege übrig bleiben.

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Besonders brisant: Verstöße könnten künftig richtig teuer werden. Laut dem veröffentlichten Entwurf sollen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro möglich sein, wenn unerlaubt im Wald gefahren oder illegale Trails gebaut werden.

Das NRW-Landwirtschaftsministerium bestätigte gegenüber dem WDR grundsätzlich strengere Regeln. Ziel sei es, Natur, Waldboden und Tiere besser zu schützen. Trails sollen künftig nur noch mit Zustimmung von Waldbesitzern und Behörden möglich sein.

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hatte bereits im vergangenen Jahr kritisiert, dass Mountainbiker "quer durch die Wälder rasen, ohne Rücksicht auf Verluste".

Tatsächlich gab es zuletzt – ebenfalls laut WDR-Recherchen – mehrere Fälle illegal gebauter Strecken in NRW – etwa in Hünxe, Kleve oder am Bonner Venusberg. Dort wurden Bäume gefällt oder Böden beschädigt, um Trails anzulegen.

Petition gegen das "Singletrail-Aus"

Nach massiver Kritik aus der Öffentlichkeit ruderte das Ministerium inzwischen teilweise zurück. Man nehme die Sorgen ernst und wolle sich mit Verbänden austauschen. Eine feste Mindestbreite für Wege solle es demnach doch nicht geben.

Trotzdem wächst der Widerstand in der Szene. Inzwischen wurde eine Petition an den Landtag NRW gestartet. Die Forderung: Kein pauschales Verbot von Singletrails.

Die Initiatoren argumentieren, dass Mountainbiken für hunderttausende Menschen in NRW ein wichtiger Sport und Naturausgleich sei. Statt pauschaler Verbote brauche es klare Regeln, gezielte Sperrungen in sensiblen Bereichen und legale Trail-Angebote.

Als Vorbild nennen die Unterstützer unter anderem den Mountainbikepark Pfälzerwald, wo Naturschutz, Tourismus und Mountainbike-Sport seit Jahren gemeinsam organisiert werden.

Szene befürchtet Rückschritt

Viele Mountainbiker sehen in den Plänen vor allem ein Problem: Konflikte würden nicht gelöst, sondern auf wenige verbleibende Wege konzentriert. Gleichzeitig könnten ehrenamtliches Engagement, legale Trail-Projekte und regionale Tourismusangebote leiden.

Die Debatte zeigt vor allem eines: Der Druck auf Wälder und Naturflächen wächst – genauso wie die Zahl der Menschen, die draußen unterwegs sein wollen. Die große Frage lautet jetzt: Setzt NRW künftig auf Kooperation oder auf Verbote?