Erst 2024 erblickte Velduro in Neuseeland das Licht der MTB-Welt. Das Gründungsteam aus Fahrrad-Enthusiasten hat sich zum Ziel gesetzt, Bikes für passionierte Mountainbiker zu entwickeln. Gefertigt werden die Carbonrahmen in China. Der Markenname wurde kurzerhand aus den Begriffen "Velo" und "Enduro" abgeleitet. Über einen deutschen Vertrieb sind die Bikes inzwischen auch hierzulande bei vielen Händlern sowie online erhältlich. Neben einem E-Gravelbike hat die Marke das Rogue im Programm.

Das Velduro lässt sich wahlweise als Mullet- oder Full-29-Bike fahren. Möglich macht das ein Flip-Chip am oberen Hinterbaulager.
Kurz & Knapp: Velduro Rouge R
- 170/165 mm Federweg
- DJI Avinox M1, 800 Wh
- Carbon-Rahmen
- Gewicht: 24,0 kg (Größe L)
- Preis: 9999 Euro
Velduro Rouge R: Ausstattung und Geometrie
Das Bike setzt auf einen auffälligen Mid-High-Pivot-Hinterbau samt Umlenkrolle. Diese Konstruktion soll den Pedalrückschlag minimieren und gleichzeitig eine besonders günstige Raderhebungskurve für ruppige Trails ermöglichen.
Dabei zeigt sich das Rad äußerst variabel: Über Flip-Chips lassen sich Laufradgröße, Federweg und Progression anpassen. Serienmäßig kommt das Rogue als Mullet-Bike mit 170 mm Federweg vorne und 165 mm am Heck. Alternativ ist ein All-Mountain-Setup mit jeweils 160 mm im Mullet-Trim möglich.
Im Enduro-Modus mit 29-Zoll-Laufrädern vorne und hinten stehen 180 mm Federweg an der Front und 172 mm am Heck bereit. Das Rad ist klar auf Abfahrt ausgelegt und kommt mit mehreren Ausstattungsoptionen. Formschön ist der Avinox-Antrieb integriert; wie bei vielen Mitbewerbern ist der Akku fest im Unterrohr verbaut.
Für Individualisten gibt es das Rogue auch als Rahmenset zum Selbstaufbau für 4999 Euro. Das Rogue X kostet mit mechanischer Sram 70 Transmission, Magura-MT5-Bremsen, Aluminium-Laufrädern und Fox-Performance-Fahrwerk 6999 Euro.

Der Flip-Chip am Hinterbau ermöglicht unterschiedliche Fahrwerkseinstellungen, etwa bei der Progression – wahlweise in STD oder PRO.
Zum Test stellte der Importeur das Topmodell Rogue R bereit. Es wartet mit Fox-Factory-Fahrwerk, Sram-GX-AXS-Schaltung, Maven-Bremsen und Carbonlaufrädern auf. Zusammen mit der robusten Maxxis-Double-Down-Bereifung bringt das Bike rund 24 Kilogramm auf die Waage.
Die Geometrie ist progressiv ausgelegt: Mit einem Lenkwinkel von 63,5 Grad steht die Front sehr flach. Auch der Reach von 485 mm in Größe L fällt großzügig aus. Die Kettenstreben bleiben hingegen über alle vier Rahmengrößen (S–XL) hinweg identisch kurz bei 440 mm. Auffällig ist zudem der vergleichsweise kompakte Stack von 643 mm.
Fahreindruck am Velduro Rouge R
Auf dem Trail stellt sich schnell ein erhabenes, sehr sicheres Fahrgefühl ein. Das Rogue R fühlt sich auf steilen und anspruchsvollen Trails besonders wohl, während es auf flowigen Strecken fast etwas unterfordert wirkt.
Gewöhnungsbedürftig ist der Hinterbau: Er spricht sehr sensibel an und arbeitet ausgesprochen geschmeidig, liefert aber mitunter eine etwas diffuse Rückmeldung. Dadurch ist nicht immer klar spürbar, in welchem Federwegsbereich man sich gerade bewegt.
Abgesehen davon zeigt sich das Velduro als äußerst potentes Bike, wenn es bergab zur Sache geht. Große Sprünge und harte Landungen steckt das Rad stoisch weg. Unser Testrad klapperte allerdings bei starken Kompressionen und bei Vibrationen – etwa in Wurzelfeldern oder Rockgardens – teilweise deutlich. Geht es wieder bergauf, schiebt der DJI-Avinox-Antrieb kraftvoll, aber stets kontrollierbar an. Der Hinterbau arbeitet dabei erfreulich antriebsneutral.
Die Geräuschkulisse fällt durch die Umlenkrolle allerdings etwas höher aus als bei vielen Konkurrenten. In technischen Anstiegen fordert es einen aktiven Fahrstil – sowie eine leicht abgesenkte Variostütze.
👍 Das gefällt
Fahrwerk trotz weniger Rückmeldung jederzeit satt
sicheres Handling bei hohen Tempi
gelungene Ausstattung
👎 Das weniger
weniger wendig, vergleichsweise erhöhtes Gewicht
Akku klappert im Rahmen
Hinterbau fehlt teils Feedback







