Mit seinem spektakulären Design hat sich das Rotwild R.EX schon mit Shimano-Motor einen Namen gemacht. Nun haben die Hessen das Aggregat aus Japan gegen eines aus China getauscht sowie in Rekordzeit den Rahmen in Teilen verfeinert. Das Datenblatt weist 160 mm Federweg am Bug, 150 mm am Heck und ein Mullet-Setup aus. Typisch Rotwild kommt auch der neueste Wurf mit einer vollintegrierten Eightpins-Sattelstütze, deren Kopf bzw. Übergang zwischen Standrohr und Sitzrohr noch cleaner gestaltet wurde. Der Verstellweg fällt mit bis zu 210 mm in Größe L sehr üppig aus.

Die eigene Batterie mit 864 Wattstunden ist entnehmbar – ein Novum und bislang einzigartig bei einem Bike mit DJI-Antrieb.
Kurz & Knapp: Rotwild R.EX Pro
- 160/150 mm Federweg
- DJI Avinox M1, 864 Wh
- Carbon-Rahmen
- Gewicht: 23,0 kg (Größe L)
- Preis: 9990 Euro
Rotwild R.EX Pro: Ausstattung und Geometrie
Einzigartig am Rotwild ist der eigens entwickelte Akku: Als erster Hersteller weltweit setzt Rotwild an einem DJI-Bike auf einen eigenen Akku (beziehungsweise einen von BMZ). Er ist, typisch Rotwild, seitlich entnehmbar und bietet stolze 864 Wh, also mehr als die große DJI-Batterie (800 Wh). Sie fällt mit 3,58 kg aber auch schwerer aus (DJI im Vergleich: 2,97 kg).
Das R.EX bietet zwar nicht die zahlreichen Features wie das E-Race-Enduro R.EXC, das sich im Heckfederweg und damit auch im Lenkwinkel, in der Tretlagerhöhe sowie in der Kettenstrebenlänge anpassen lässt. Dennoch ist die Geometrie modern gewählt und via drehbarer Steuersatzschalen anpassbar: Ab Werk misst der Lenkwinkel 64 Grad, der Sitzwinkel recht steile 78 Grad. Reach (487 mm) und Stack (642 mm) sind moderat gehalten, die Kettenstreben messen bei allen drei Rahmengrößen 439 mm.

Mit dem „Elevated Box Design“ sticht das Rotwild ins Auge. Der Rahmen soll dadurch steifer ausfallen und viel Platz für grobe Reifen bieten.
Drei Ausstattungsvarianten sind vom R.EX mit DJI-Motor zu haben: Für das Ultra-Topmodell werden mit allerlei Edelparts 12 490 Euro aufgerufen. Den Einstieg markiert das R.EX Core für 8990 Euro. In unserem Test rollt das Pro-Modell für 9990 Euro.
Ausstattungsseitig offeriert Rotwild eine funktionale, am Kaufpreis gemessen wenig glanzvolle Ausstattung: Das Fahrwerk aus der Select-Plus-Güteklasse steuert Rock Shox bei, die elektronische GX-AXS-Schaltung sowie die Maven-Bronze-Bremse kommen von Sram. Schwalbe-Radial-Reifen rundum in Soft-Mischung rotieren auf Crankbrothers-Alu-Laufrädern.
Fahreindruck am Rotwild R.EX Pro
Obwohl die Geometrie etwas anderes vermuten lässt, fühlt sich das Rotwild beim Aufsatteln nicht sonderlich lang an: Schon auf dem ersten Kurventrail findet man sich super auf dem Rad ein, das kompakte Heck lässt sich adrett durch Nadelöhre drücken. Das Rad ist sehr exakt führbar, das Fahrwerk stellt eine gute Portion Gegendruck bereit. Generell fördert und fordert es den sportiven Fahrstil; der Rahmen ist subjektiv von der steiferen Sorte, was exakte Fahrmanöver möglich macht. Hier spürt man förmlich die Entwicklungsarbeit mit dem hauseigenen Rennteam heraus.
Das Rotwild steht stabil im Federweg, geizt gleichzeitig nicht mit Rückmeldung des eher straffer abgestimmten Fahrwerks. Auch Uphill-Trails beherrscht das R.EX: Wird es in Kurven eng, kann man es spielerisch aufs Heck bringen und die Front so rasch platzieren. Der Hinterbau klebt sich förmlich an den Untergrund und generiert trotz eher kompakter Kettenstreben viel Grip.
In Kombination mit dem bärenstarken Avinox-Aggregat fliegt man, speziell im Boost-Modus, der die volle Leistung entfesselt, Mitfahrern auf anderen Antriebssystemen quasi davon. Kritik: Das Tretlager fällt indes sehr niedrig aus. Für Shredder könnte der Reifen vorn gerne klebriger sein.
👍 Das gefällt
potentes Fahrwerk, einzigartiger Hinterbau
eher klein ausfallende, aber gelungene Geometrie
entnehmbarer Akku mit großer Kapazität
👎 Das weniger
am Preis gemessen durchschnittliche Ausstattung
polarisierendes Design
Vorderreifen könnte klebriger sein








