Wo bleiben alte E-Bike-Akkus? TU Dresden sucht Antworten durch Umfrage

Studie: Was passiert mit alten E-Bike-Akkus?
Teilnehmer gesucht bei Umfrage der TU Dresden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.09.2026
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E-Bike-Akku
Foto: Mario Klötzer

Die TU Dresden sucht Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Umfrage, die fünf Minuten Zeit in Anspruch nimmt, aber hochrelevant ist für Fahrradindustrie, Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz: Geklärt werden soll, was eigentlich geschieht mit E-Bike-Akkus, wenn diese älter werden, an Leistung verlieren oder durch einen neuen Akku ersetzt werden.

Genau hier besteht bislang eine erhebliche Wissenslücke, obwohl E-Bikes längst zum Alltag auf deutschen Straßen gehören. Über den tatsächlichen Endverbleib von E-Bike-Akkus ist jedoch vergleichsweise wenig bekannt. Gleichzeitig gelangen offenbar deutlich weniger Akkus in die bestehenden Sammelsysteme, als aufgrund der Marktmengen zu erwarten wäre.

Zusätzliche Relevanz erhält die Fragestellung durch die regulatorische Entwicklung: Ab 2028 gilt erstmals eine verbindliche Sammelquote für sogenannte LV-Batterien (Light Means of Transport Batteries) – und damit auch für E-Bike-Batterien. Damit wächst der Handlungsdruck, besser zu verstehen, wo E-Bike-Akkus nach ihrer Nutzung verbleiben, welche Hemmnisse einer Rückgabe entgegenstehen und wie bestehende Sammelstrukturen verbessert werden können.

M.Sc. Johannes Preuß vom Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der Technischen Universität Dresden untersucht im Rahmen seiner Promotion deshalb den Lebenszyklus und insbesondere das End-of-Life von E-Bike-Batterien – und sucht dafür Antworten über eine Umfrage: "Für unsere Forschung ist es entscheidend, möglichst viele E-Bike-Besitzer zu erreichen, da nur eine ausreichend große und damit repräsentative Teilnehmerzahl belastbare Schlüsse bezüglich bestehender Optimierungspotenziale ermöglicht. Die Antworten zeigen uns, wie E-Bike-Akkus tatsächlich genutzt und zurückgegeben werden – denn obwohl die meisten Nutzer im Alltag wenig mit Sammel- und Recyclingstrukturen zu tun haben, spielen sie eine Schlüsselrolle für ein funktionierendes Sammelsystem."

Agron Beqiri

Zentrale Forschungsfrage

Die Untersuchung geht der Frage nach: Welche Hemmnisse und Potenziale bestehen im aktuellen Sammelsystem für E-Bike-Akkus – und welche Maßnahmen könnten die Sammelquote effektiv steigern?

Dafür ist zunächst entscheidend zu verstehen, wie E-Bike-Akkus von ihren Nutzerinnen und Nutzern tatsächlich verwendet werden und was mit ihnen geschieht, wenn sie älter oder nicht mehr regelmäßig genutzt werden.

Eine der Hypothesen der Untersuchung lautet, dass E-Bike-Akkus deutlich länger genutzt werden als bisher vielfach angenommen. Zudem könnte ein nicht unerheblicher Teil der E-Bike-Nutzer ältere oder zusätzliche Akkus zu Hause aufbewahren – beispielsweise als Ersatzakku.

Was die Wissenschaftler von E-Bike-Nutzern wissen möchten

Die Befragung untersucht unter anderem:

  • wie lange E-Bikes bzw. ihre Akkus bereits genutzt werden,
  • wie häufig sie zum Einsatz kommen,
  • was mit älteren oder nicht mehr genutzten Akkus geschieht,
  • und wie gut E-Bike-Nutzer über Rückgabe- und Entsorgungsmöglichkeiten informiert sind.

Die Antworten sollen dazu beitragen, bestehende Hemmnisse im Sammelsystem zu identifizieren und praxisnahe Verbesserungsmöglichkeiten zu entwickeln. Mit Blick auf die ab 2028 geltende Sammelquote für LV-Batterien können solche Erkenntnisse eine wichtige Grundlage dafür liefern, bestehende Rückgabe- und Sammelstrukturen gezielt weiterzuentwickeln.

Wer kann teilnehmen?

Gesucht werden ausschließlich Nutzerinnen und Nutzer von E-Bikes. Dabei spielt es keine Rolle, ob das E-Bike gekauft, geleast oder auf andere Weise genutzt wird.

Die Teilnahme dauert rund fünf Minuten und ist derzeit bis Ende Oktober 2026 vorgesehen.