Zukunft Fahrrad: Lobbyarbeit und Marktchancen für die Fahrradbranche

Zukunft Fahrrad: Wie der Verband für Rad arbeitet
Warum das Fahrrad mehr politische Unterstützung braucht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.12.2024
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Wasilis von Rauch
Foto: Wasilis von Rauch

Wasilis von Rauch hat den Verband "Zukunft Fahrrad" vor fünf Jahren mitgegründet, um die Fahrradbranche stärker in der Politik zu verankern. Der Wirtschaftsverband vertritt heute über 100 Unternehmen – ein Erfolg, der zeigt, dass das Thema Fahrrad mehr Raum verdient hat. Dennoch betont von Rauch, dass die politische und öffentliche Wahrnehmung des Fahrrads weiterhin hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Zwischen Boom und Krise

Die Fahrradbranche erlebte während der Corona-Pandemie eine Blütezeit. Rekordumsätze und eine wachsende Akzeptanz des Fahrrads als Verkehrsmittel prägten die Jahre. Doch mittlerweile haben Überkapazitäten und Lieferkettenprobleme die Branche in eine Krise gestürzt. Gleichzeitig sieht von Rauch in der Herausforderung eine Bestätigung für den wachsenden Stellenwert des Fahrrads: "Es zeigt, dass wir im Mainstream angekommen sind."

Politik und Lobbyarbeit: Das Fahrrad auf die Agenda setzen

Obwohl Fahrräder eine klimafreundliche Alternative zum Auto darstellen, fehlt es laut von Rauch häufig an Grundwissen in der Politik. Der Verband setzt daher auf gezielte Kommunikation, auch auf Parteitagen. Ziel ist es, das Fahrrad als festen Bestandteil der Mobilitätswende zu etablieren und seine wirtschaftliche Bedeutung zu betonen.

Kaufanreize und Infrastruktur

In Deutschland fehlen flächendeckende Förderungen für E-Bikes, wie sie in anderen Ländern bereits existieren. Stattdessen setzt "Zukunft Fahrrad" auf konkrete Forderungen, wie eine verbesserte Infrastruktur und die Weiterentwicklung von Leasing- und Sharing-Modellen. "Wir müssen den Menschen das Radfahren erleichtern – sicherer, bequemer und zugänglicher machen", so von Rauch.

Ein Blick nach vorn

Die kommenden Monate werden entscheidend: Der Bundestagswahlkampf bietet die Gelegenheit, Kernforderungen der Branche in die politischen Programme einzubringen. Gleichzeitig arbeitet der Verband daran, den europäischen Rahmen – etwa die "Cycling Declaration" der EU – zu nutzen, um zusätzliche Mittel und Unterstützung zu mobilisieren.

Fazit