Eine aktuelle Studie von Shimano zeigt, dass viele Deutsche im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nur wenig Fortschritte bei der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr wahrnehmen. Der „State of the Nation“-Report 2025 basiert auf einer Befragung von 25.000 Menschen in über 25 europäischen Ländern und beleuchtet die Wahrnehmung der Fahrradinfrastruktur, Wartung, Sicherheit und Nutzung von Fahrrädern.
Kindersicherheit stagniert – Deutschland fällt zurück

Deutschland liegt im roten Bereich bei der wahrgenommen Verbesserung der Kindersicherheit.
In Deutschland geben 65 % der Befragten an, dass das Radfahren für Kinder in ihrer Umgebung in den vergangenen zwölf Monaten nicht sicherer geworden sei. Damit fällt Deutschland hinter Ländern wie Polen und Frankreich zurück, wo deutlich optimistischere Einschätzungen vorherrschen.
Die Studie zeigt, dass Eltern und Kinder auch weiterhin Risiken im Straßenverkehr wahrnehmen, vor allem in städtischen Gebieten mit dichtem Autoverkehr und unübersichtlichen Radwegen. Weniger als zwei Fünftel der europäischen Befragten insgesamt gaben an, dass die Sicherheit für Kinder beim Radfahren in ihrem Umfeld verbessert wurde – ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Thema länderübergreifend Aufmerksamkeit benötigt.
Generationsunterschiede bei Lösungsansätzen
Interessant ist die Kluft zwischen jüngeren und älteren Befragten: Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren sehen finanzielle Unterstützung für hochwertige Fahrräder und Sicherheitsausrüstung als entscheidenden Faktor, um die Sicherheit für Kinder zu erhöhen. Ältere Befragte über 65 Jahre hingegen bevorzugen Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen, um das Verhalten von Kindern und Autofahrenden gleichermaßen zu verbessern.
Kinderfreundliche Infrastruktur bleibt zentral

Infrastruktur, Aufklärungsarbeit und finanzielle Unterstützung sind die Bausteine, die sich viele für mehr Kindersicherheit wünschen.
Über alle Altersgruppen hinweg zeigt die Studie, dass eine sichere, kinderfreundliche Infrastruktur der Schlüssel zu mehr Sicherheit ist. Radwege, die von Autos getrennt sind, sichere Kreuzungen und klar markierte Fahrstreifen für Kinder werden von den Befragten als wichtigste Maßnahmen genannt, um Risiken zu minimieren.
Fazit: Bei Kindersicherheit ist viel Luft nach oben
Der Shimano-Report verdeutlicht, dass trotz vieler Fortschritte in der Fahrradinfrastruktur Deutschlands Potenzial besteht, die Sicherheit von Kindern aktiv zu verbessern. Für die Fahrradbranche, Kommunen und Verkehrsplaner ist dies ein wichtiger Weckruf: Investitionen in kindgerechte Radwege und Aufklärungskampagnen sind entscheidend, um die nächste Generation zu sicheren und selbstbewussten Radfahrenden zu machen.
Über die Shimano-Studie
Der im Auftrag von Shimano erstellte Bericht ist nach eigener Aussage ein Reality Check für die Fahrradbranche. Er soll zeigen, wie die Europäer das Radfahren tatsächlich erleben – und wo die Herausforderungen für die Branche liegen. Die Daten wurden mithilfe eines Online-Fragebogens erhoben, der in Zusammenarbeit mit dem Panel-Partner Panel Inzicht in der Muttersprache der Teilnehmer bereitgestellt wurde. Die Umfrage lief vom 4. bis zum 29. September 2025. Die Stichprobe war national repräsentativ für Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren, wobei Quoten basierend auf Alter und Geschlecht verwendet wurden. Den gesamten Bericht gibt’s hier zum Nachlesen.
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