Neue Studie: Werkstatt-Engpässe halten Millionen Europäer vom Radfahren ab

Neue Studie
Werkstatt-Engpässe halten Millionen Europäer vom Radfahren ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.02.2026
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Shimano-Report zu Fahrrad-Service und Kindersicherheit 2026
Foto: Shimano

Eine neue Studie zeigt, dass Millionen Menschen in Europa weniger Rad fahren – nicht wegen mangelnder Motivation, sondern aufgrund von Problemen beim Zugang zu Fahrradwartung und -reparaturen. Der "State of the Nation"-Report 2025 von Shimano, für den 25.000 Menschen in über 25 europäischen Ländern befragt wurden, macht deutlich, dass die Service-Infrastruktur vielerorts nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt hält.

Lange Wartezeit in Werkstätten sind Hauptproblem in Deutschland

Knapp die Hälfte der befragten deutschen Radbesitzer (46,6 %) gab an, Schwierigkeiten bei der Wartung ihres Fahrrads zu haben. Hauptursache sind lange Wartezeiten in Werkstätten – mit 33,1 % der höchste Wert in ganz Europa. In Südeuropa ist es dagegen oft ein Mangel an Fahrradgeschäften, der den Zugang erschwert.

Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung zeigt die Studie, dass etwa 121 Millionen Europäer aufgrund von Wartungsproblemen weniger Fahrrad fahren. Einige haben ihr Rad sogar dauerhaft abgestellt, andere greifen auf alternative Verkehrsmittel zurück oder versuchen, Reparaturen selbst durchzuführen.

Shimano-Report zu Fahrrad-Service und Kindersicherheit 2026
Shimano

Kosten und Öffnungszeiten erschweren den Zugang zusätzlich

Neben der reinen Verfügbarkeit spielen auch finanzielle und organisatorische Faktoren eine Rolle: 20,3 % der Befragten nennen hohe Kosten als Hindernis, 15,3 % bemängeln ungünstige Öffnungszeiten oder zu wenige lokale Werkstätten.

"Wenn es kompliziert, teuer oder unbequem wird, ein Fahrrad fahrbereit zu halten, sinkt die Nutzung signifikant", kommentiert Ties van Dijk, Advocacy Specialist bei Shimano Europe. "Das zeigt, wie dringend strukturelle Lösungen nötig sind, um den Radverkehr in Europa nachhaltig zu stärken."

Shimano-Report zu Fahrrad-Service und Kindersicherheit 2026
Shimano

Konsequenzen für die Branche

Die Ergebnisse verdeutlichen ein strukturelles Risiko: Radfahren könnte zurückgehen, wenn Wartungsbarrieren nicht abgebaut werden. Gleichzeitig zeigen sie, dass Investitionen in Werkstattkapazitäten, schnelle Reparaturservices und erschwingliche Wartungsangebote nicht nur das Radfahren erleichtern, sondern auch zur Förderung nachhaltiger Mobilität beitragen.

Über die Shimano-Studie

Der im Auftrag von Shimano erstellte Bericht ist nach eigener Aussage ein Reality Check für die Fahrradbranche. Er soll zeigen, wie die Europäer das Radfahren tatsächlich erleben – und wo die Herausforderungen für die Branche liegen. Die Daten wurden mithilfe eines Online-Fragebogens erhoben, der in Zusammenarbeit mit dem Panel-Partner Panel Inzicht in der Muttersprache der Teilnehmer bereitgestellt wurde. Die Umfrage lief vom 4. bis zum 29. September 2025. Die Stichprobe war national repräsentativ für Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren, wobei Quoten basierend auf Alter und Geschlecht verwendet wurden. Den gesamten Bericht gibt’s hier zum Nachlesen.

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