Deutschland ächzt gerade unter einer irren Hitzewelle. Regen und Abkühlung – Fehlanzeige! 30 Grad und mehr. Die Hitzerekorde purzeln. Kann man bei solchen Temperaturen überhaupt noch Rad fahren? Es sind besondere Umstände. Und auch besondere Belastungen für den Körper.
Klar ist: Wer aufs Rad steigt, setzt sich bei solchen Temperaturen einer zusätzlichen körperlichen Belastung aus. Vor allem das Herz-Kreislauf-System arbeitet unter Hochdruck. Für Menschen mit Vorerkrankungen gilt: besser pausieren. Für alle anderen haben wir die besten Tipps und Tools gesammelt, um bei Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren – und trotzdem in die Pedale treten zu können.

Wer auf eine Ausfahrt mit dem Fahrrad trotz hohen Temperaturen nicht verzichten will, sollte zum einen gut auf sich aufpassen und findet zum anderen vielleicht ein wenig Abkühlung mit den Tipps der BikeX-Experten.
Unsere Top-Tipps gegen die Hitze!
Früh starten!
Es mag wie eine Binsenweisheit klingen, ist aber der effektivste Ratschlag: Verlege deine Tour auf den frühen Morgen. Stell dir den Wecker, auch wenn es am Wochenende schwerfällt. So genießt du angenehmere Temperaturen und bist idealerweise wieder zu Hause, bevor die Mittagshitze gegen 14 Uhr ihren Höhepunkt erreicht. Probleme beim Aufstehen? Jetzt noch schnell einen Wecker bei amazon bestellen.
Salztabletten für Vielschwitzer
Wer stark schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Salztabletten können dir dabei helfen, den Elektrolythaushalt im Gleichgewicht zu halten. Sie sind besonders für Sportler bei intensivem Training oder für Menschen sinnvoll, die extrem auf Hitze reagieren. Sie gleichen den Natriumverlust aus und können so Müdigkeit und Muskelkrämpfen vorbeugen. Beachte jedoch stets die Dosierungsempfehlungen und halte im Zweifel Rücksprache mit einem Arzt.
Hilft die Einnahme von Magnesium?
Magnesium wird oft als Mittel gegen Muskelkrämpfe empfohlen, doch die Einnahme ist nicht unproblematisch. Es kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen und die Wirksamkeit ist laut neueren Studien umstritten, neueste Studien zeigen, dass die Wirksamkeit von Magnesium eher niedrig sei, berichtet der Südwestrundfunk am 12.07.2023 ("Magnesuim hilft gar nicht gegen Muskelkrämpfe"). Krämpfe entstehen meist durch eine Kombination aus Überlastung, unzureichendem Trainingszustand und dem Flüssigkeits- sowie Salzverlust durch die Hitze. Die bessere Alternative: Statt zu Präparaten zu greifen, iss vor und während der Tour eine Banane, ein kleines Müsli oder gesalzene Nüsse. Diese liefern Energie und gleichen Mineralstoffdefizite aus. Sollte es doch zu einem Krampf kommen, helfen Dehnübungen. Ein überraschender Tipp aus der Forschung: Das Gurgeln von Essiggurkenwasser kann einen Krampf oft innerhalb von ein bis zwei Minuten lösen.
Rechtzeitig Trinken
Warte nicht, bis der Durst kommt. Beginne frühzeitig mit dem Trinken, damit dein Körper genügend Flüssigkeit für die kühlende Schweißproduktion zur Verfügung hat. Ein Warnsignal für Dehydrierung kann ein plötzliches Gefühl von Gänsehaut oder Frieren sein. Praktischer Helfer: Viele moderne Radcomputer bieten eine nützliche Funktion, die dich in regelmäßigen Abständen ans Trinken erinnert, beispielsweise alle 20 Minuten. Du willst mehr über das Trinken auf Tour erfahren. Im MOUNTAINBIKE-Podcast "Alles ist fahrbar" ging es in Folge 84 genau darum: "Alles übers Trinken auf Tour".
So bleibt das Trinken kalt
Eiskalte Getränke sind bei Hitze verlockend, können aber den Magen reizen und die körpereigene Temperaturregulierung kurzzeitig stören. Ein kühles Getränk schmeckt dennoch besser. Ein einfacher Trick: Fülle deine Trinkflaschen zu drei Vierteln mit Wasser und lege sie ins Gefrierfach. Vor der Abfahrt füllst du den Rest auf und hast so für eine längere Zeit ein erfrischendes Getränk. Alternativ bieten sich isolierte Trinkflaschen an.
Hier noch ein Profi-Tipp von ROADBIKE-Redakteur Eric Gutglück, wie er dafür sorgt, dass die Flüssigkeit in seiner Flasche lange kalt bleibt: „Flaschen dreiviertel füllen und einfrieren. Direkt vor der Fahrt herausnehmen, vollgießen und ein kühles Getränk genießen (zumindest die ersten 90 Minuten).“
Außerdem gibt es isolierte Trinkflaschen für Radfahrer, zum Beispiel die Camalbak Podium Chill, die du hier bei amazon kaufen kannst.
Clevere Tourenplanung
Bei großer Hitze ist Schatten dein bester Freund. Plane deine Route daher gezielt durch Wälder oder zumindest durch Abschnitte mit viel Baumbestand. Tourenplanungs-Apps wie Komoot ermöglichen es zudem, Trinkbrunnen oder Tankstellen auf der Karte anzeigen zu lassen, sodass du deine Wasservorräte unterwegs sicher auffüllen kannst.
Sonnencreme!
Denk unbedingt an Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Trag diese bereits vor dem Start großzügig auf und, ganz wichtig: Creme unterwegs nach, da der Schutz durch das Schwitzen nachlässt. Was du noch zu dem Thema wissen musst, inklusive wertvoller Tipps eines Hautarztes, findest du hier auf BikeX. Dir ist gerade die Sonnencreme ausgegangen? Viele in der Redaktion nutzen die Creme von Eco Elio, die du hier bei amazon bestellen kannst.
Die richtige Kleidung für heiße Radtage
Trag helle, dünne und atmungsaktive Sommerkleidung. Da der Stoff oft UV-Strahlung durchlässt, solltest du auch unter dem Trikot Sonnencreme auftragen. Ein bewährter Trick für einen extra Kühl-Kick: Halte dein Trikot an einem Brunnen kurz unters Wasser. Die Verdunstungskälte auf der Haut wirkt Wunder.
Mach mal Pause!
Hitze ist die perfekte Entschuldigung für zusätzliche Pausen. Regelmäßiges Anhalten im Schatten, um durchzuatmen, zu trinken und den Körper abkühlen zu lassen, ist bei hohen Temperaturen nicht nur angenehm, sondern entscheidend für deine Gesundheit.
Mehr Unterstützung wagen!
Wenn du mit einem E-Bike unterwegs bist, nutze die Motorunterstützung großzügiger als sonst. Indem du in einer höheren Unterstützungsstufe fährst, reduzierst du die körperliche Anstrengung und entlastest so dein Herz-Kreislauf-System.
Planschen statt Plattfahren
Mach die Abkühlung zum Teil deiner Tour! Ein Badesee, ein Flussufer oder sogar ein Brunnen in einem Dorf können zu den Highlights deiner Fahrt werden. Einfach die Füße ins Wasser halten oder den Kopf benetzen, und schon fühlst du dich erfrischt und bereit für die nächste Etappe. Ein kleines, leichtes Mikrofaserhandtuch im Gepäck ist hierfür ideal.
Sonnenschutz ja oder nein: Das sagt der Hautarzt
Im Internet steht ja so einiges zum Thema Sonnenschutz. Auch wenn man sich im Bekanntenkreis unterhält, kommt die ein oder andere Halbwahrheit auf den Tisch. Für unseren Artikel wollten wir auf Nummer sicher gehen und haben beim Experten nachgefragt. Dr. Martin Wurster ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und mit seiner Hautarztpraxis im Stuttgarter Westen niedergelassen.





