Radreise planen, Packtaschen ans Bike und einfach losrollen – für viele gehört eine mehrtägige Fahrradtour zu den schönsten Arten zu reisen. Doch welche Radwege sind bei deutschen Radurlaubern eigentlich am beliebtesten? Die aktuelle Radreiseanalyse des ADFC liefert die Antwort. Und die bringt 2026 eine kleine Überraschung: An der Spitze des Rankings hat sich etwas getan.
Die beliebtesten Radfernwege
Platz 10: Fünf-Flüsse-Radweg

Die fünf namensgebenden Flüsse sind: Pegnitz, Vils, Naab, Donau und Altmühl.
Wem ein Fluss als Begleiter für den Radweg nicht reicht, der ist beim Fünf-Flüsse-Radweg in Bayern genau richtig. Dieser Neueinsteiger in den Top 10 ist auch der einzige Rundweg. Start und Ziel können individuell gewählt werden – aufgrund der guten Verkehrsanbindung empfiehlt sich Nürnberg. Landschaftliche Highlights sind die auf einem Felsen thronende Burg Kallmünz, das Altmühltal oder der verwunschene Alte Ludwigskanal.
- Gesamte Länge: 320 km
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Regensburg, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg
- Mehr Infos: erlebe.bayern
Platz 9: Ems-Radweg

Maritimer Charme findet sich in Emden, der größten Stadt Ostfrieslands, und dem Ort, an dem die Ems in die Nordsee mündet.
Weiter hinauf in den den Norden geht es auf Platz 9 der beliebtesten Radfernwege. Die Ems entspringt etwas nördlich von Paderborn in NRW und fließt an Münster vorbei durch Papenburg und Leer schließlich in die Nordsee. Mit ihren 371 Kilometern ist die Ems übrigens der längste Fluss, der in Deutschland sowohl entspringt als auch mündet. Das heißt, auf dem Radweg kann man dem Fluss beim Wachsen zusehen. Spektakulär wird’s, wenn ein riesiges Kreuzfahrtschiff von der Meyer Werft in Papenburg in Zentimeterarbeit über die Ems geschleust wird.
- Gesamte Länge: 385 km
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Papenburg, Lingen, Meppen, Leer, Emden
- Mehr Infos: emsradweg.de
Platz 8: Mosel-Radweg

Paradies für Weinliebhaber: Am Moselradweg lässt sich einiges über den Weinanbau in der Region lernen.
Der Mosel-Radweg hat 2026 im Ranking zugelegt und ist um zwei Plätze nach oben geklettert. Als Teil der internationalen Route Velo Tour Moselle beginnt der deutsche Abschnitt in Perl. Von dort folgt der Weg den typischen Moselschleifen durch Weinberge und idyllische Fachwerkorte. Nach rund 250 Kilometern endet die Strecke am Deutsches Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet. Oft hat man die Wahl zwischen Radwegen auf der linken und rechten Moselseite, was auch kürzere Rundtouren möglich macht.
- Gesamte Länge: 514 km, davon 250 km in Deutschland
- ADFC-Bewertung: ⭐⭐⭐⭐
- Städte am Weg: Trier, Koblenz
- Mehr Infos: mosel.de
Platz 7: Donauradweg

Bei so viel Kultur und Schönheit neben dem Weg – hier Passau – hält es den Radler an der Donau meist nicht lang im Sattel.
Der Donauradweg hat in der ADFC-Auswertung für 2025 drei Plätze verloren, kann sich aber weiter in den Top Ten halten. Von ihrer Quelle bei Donaueschingen führt die Donau ihre Radler durch den gesamten Südwesten Deutschlands. Links und rechts von ihr liegen die Sehenswürdigkeiten aufgereiht wie an einer Perlenkette: Der sagenumwobenen Blautopf, das Ulmer Münster, das UNESCO-Weltkulturerbe der Regensburger Altstadt und, und, und. Der ADFC lobt die steigungsarme, überwiegend asphaltierte Route, die mit der ganzen Familie befahren werden kann.
- Gesamte Länge: 2859 km, 600 in Deutschland
- ADFC-Bewertung: ⭐⭐⭐⭐
- Städte am Weg: Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Passau
- Mehr Infos: deutsche-donau.de
Platz 6: MainRadweg

Aschaffenburg, Bayerns „Schatztruhe am Main“ liegt direkt am Radweg und läd zu einem Pausentag mit Schlossbesichtigung ein.
Vorbei an Bierkellern und Weinbergen führt der MainRadweg durch üppige Natur und abwechslungsreiche Städte. Von den Quellen in Franken geht es entlang zahlreicher historischer Orte und beeindruckender Landschaften bis nach Mainz, wo der Main schließlich in den Rhein mündet. Besonders praktisch: Die Wegweiser zeigen nicht nur die nächsten Orte, sondern auch die Kilometer bis dorthin an. So lässt sich leicht entscheiden, ob man noch weiterfährt oder unterwegs eine Pause einlegt.
- Gesamte Länge: 600 km
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Bayreuth, Bamberg, Würzburg, Frankfurt a.M., Wiesbaden
- Mehr Infos: mainradweg.com
Platz 5: Bodensee-Königssee-Radweg

Der BoKö kombiniert traumhafte Bergpanoramen mit Seen, die zum Abkühlen einladen.
Einer der Aufsteiger im aktuellen ADFC-Ranking ist der noch junge Bodensee-Königsee-Radweg in Bayern. 2015 wurde die Alpenrand-Route gegründet. Von West nach Ost startet die Strecke in Lindau im Bodensee und führt an sechs bekannten Alpenseen vorbei bis zum Königsee im Berchtesgadener Land. Befahren werden kann die Route aber in beiden Richtungen. Ständiger Begleiter ist natürlich die Alpenkulisse. Im Gegensatz zu den flachen Flussradwegen ist das Profil hier mit knapp 3500 Höhenmetern anspruchsvoller.
- Gesamte Länge: 455 km
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Füssen, Bad Tölz, Bernau
- Mehr Infos: bodensee-koenigssee-radweg.de
Platz 4: Rheinradweg

Zwischen Mainz und Koblenz liegt idyllisch am Rhein das Schloss Marksburg.
Auch der Rheinradweg bleibt unverändert auf dem vierten Platz der ADFC-Umfrage. Die auch als EuroVelo 15 bekannte Route gehört zu den beliebtesten Fernradwegen Europas. Der Weg erstreckt sich natürlich entlang des Rheins, startet in den Schweizer Alpen, führt durch Deutschland, das Elsass in Frankreich bis in die Niederlande, wo der Rhein in die Nordsee fließt. In Deutschland warten vielfältige Natur- und Kulturräume: von den Weinbergen des Oberrheins über den sagenumwobenen Mittelrhein bis hin zur urbanen Landschaft des Ruhrgebiets.
- Gesamte Länge: 1500 km, davon 900 km in Deutschland
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Karlsruhe, Mainz, Koblenz, Köln,
- Mehr Infos: nrw-tourismus.de oder schwarzwald-tourismus.info
Platz 3: Ostseeküstenradweg

Wer ganz viel Zeit hat, kann auf dem Ostseeküstenradweg (EuroVelo 10) die gesamte Ostsee umrunden.
Wir kommen in die Top 3: Küste geht immer – denken sich die deutschen Radreisenden. Denn der Ostseeküstenradweg bleibt stabil auf dem dritten Platz des ADFC-Rankings. Von Flensburg an der dänischen Grenze geht’s immer an der Küste entlang nach Osten. Besonderes Highlight: der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit dem wilden Küstenwald, den Rastgebieten für Kraniche und den Robben, Seehunden und Fischottern, die hier leben.
- Gesamte Länge: 7.980 km, 800 km in Deutschland
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Flensburg, Lübeck, Wismar, Stralsund
- Mehr Infos: ostsee-kuestenradweg.de
Platz 2: Weser-Radweg

Der Weser-Radweg (R 99) ist in beide Richtungen sehr gut befahrbar. Er ist meist asphaltiert, verkehrsarm und für Anfänger und Familien geeignet.
Auch wenn er wieder auf den zweiten Platz abgerutscht ist – der Weser-Radweg bleibt einer der beliebtesten Radwege Deutschlands. Er verläuft über rund 500 Kilometer von Hann. Münden an der Weserquelle über das Weserbergland bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven. Was Radlern hier geboten wird? Imposante Schlösser und Burgen, Fachwerkstädte in der Norddeutschen Tiefebene und am Schluss das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer.
- Gesamte Länge: 520 km
- ADFC-Bewertung: ⭐⭐⭐⭐
- Städte am Weg: Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven
- Mehr Infos: weserradweg-info.de
Platz 1: Elberadweg

Den großen Pötten begegnet man auf dem Elberadweg nur auf den letzten knapp 100 Kilometern von Hamburg nach Cuxhaven.
Nach fünf Jahren auf Platz zwei ist der Elberadweg laut ADFC wieder Deutschlands beliebtester Radfernweg. Von der Elbquelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee misst der Fluss knapp 1.100 Kilometer. Weil der Radweg nicht immer direkt am Ufer verläuft und in Tschechien einen Abstecher entlang der Moldau bis nach Prag macht, beträgt die Gesamtlänge rund 1.270 Kilometer. Perfekt ausgebaute Wege, kombiniert mit spektakulären Landschaften wie dem Elbsandsteingebirge, dem Wendland oder dem Wattenmeer, machen den Elberadweg zu einem Favoriten bei Familien, Genussradlern und E-Bikern gleichermaßen.
- Gesamte Länge: 1.270 km, davon 860 km in Deutschland
- ADFC-Bewertung: /
- Städte am Weg: Dresden, Magdeburg, Hamburg
- Mehr Infos: elberadweg.de
Die Plätze 11 bis 20
Als kleinen Bonus kommen hier noch die Plätze 11 bis 20, wie der ADFC sie in seiner Radreiseanalyse ausgewertet hat.
- Platz 11: Neckartal-Radweg
- Platz 12: Nordseeküsten-Radweg
- Platz 13: Saaleradweg
- Platz 14: Altmühltal-Radweg
- Platz 15: Oder-Neiße-Radweg
- Platz 16: Bodensee-Radweg
- Platz 17: RuhrtalRadweg
- Platz 18: Lahnradweg
- Platz 19: Kocher-Jagst-Radweg
- Platz 20: Fulda-Radweg
Fazit: Flussradwege sind nach wie vor die Favoriten
Ob Elbe, Weser oder Mosel – die beliebtesten Radfernwege Deutschlands zeigen, wie vielfältig Radreisen hierzulande sein können. Von flachen Flussrouten über Küstenwege bis hin zu alpinen Panoramaetappen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer also Inspiration für die nächste mehrtägige Tour sucht, muss gar nicht weit reisen: Einige der schönsten Radwege Europas liegen direkt vor der Haustür.





