Salsa Fargo 32: Ist das der nächste große Wurf oder einfach nur... groß?
Seit seinem Debüt 2009 ist das Salsa Fargo so etwas wie der Land Rover Defender unter den Bikepacking-Rädern: robust, verlässlich und bereit für absolut alles. Ein Drop-Bar-Mountainbike, das Komfort für lange Tage im Sattel mit massig Reifenfreiheit und gefühlt hunderten Anschraubpunkten für Gepäck kombiniert. Doch jetzt wagt Salsa einen Schritt, der die Szene aufhorchen lässt.

Das Fargo 32 bietet allerhand Optionen, wie hier am Stahlrahmen, um sich das Gravelbike wie gewünscht aufzubauen.
Kurz & knapp: Salsa Fargo 32
- Laufradgröße / Reifenfreiheit: 32 × 2,4″
- Rahmenmaterial: dreifach konifizierter Chromoly-Stahl oder 3/2.5 nahtloses, dreifach konifiziertes Titan
- Gabel: Carbon
- Schaltauge: SRAM UDH-kompatibel (via Alternator UDH Flat Mount plates)
- Tretlager: 73 mm BSA, geschraubt
- Verfügbarkeit: Stahl-Frameset: ab sofort / Titan-Frameset: ab Herbst
- Preise: Stahlrahmen: 1799 Dollar / Titanrahmen: 3499 Dollar (Angaben in EUR reichen wir nach.)
32 Zoll: Die Physik des Rollens
Die wichtigste Neuerung sind die riesigen 32-Zoll-Laufräder. Doch das ist kein Marketing-Gag, sondern pure Physik. Laut Salsa sorgt der größere Durchmesser für ein höheres Trägheitsmoment – einmal in Schwung, rolle das Rad schneller und weiter. Gleichzeitig wird der Anstellwinkel auf Hindernisse flacher, was bedeutet, dass das Rad förmlich über Wurzelteppiche und Steinfelder hinweggleiten soll, anstatt hängenzubleiben. Und als Bonus? Eine größere Reifenaufstandsfläche, die mehr Grip in Kurven bringen und niedrigere Reifendrücke erlauben soll. Das Ziel sei ein spürbar schnelleres und geschmeidigeres Fahrgefühl auf jedem Untergrund.

Das Salsa Fargo 32 kann neben Bikepacking auch Rennen erfolgreich bestreiten.
Länger, flacher und erstaunlich vielseitig
Die Geometrie sei komplett neu gedacht worden, um die Riesenräder zu bändigen. Mit einem flachen 67-Grad-Lenkwinkel und langen 482-mm-Kettenstreben ist das Fargo 32 auf stoische Laufruhe getrimmt. Clever sei die "Multi-Fit"-Geometrie: Der Rahmen sei für Drop-Bars mit kurzen 60-mm-Vorbauten optimiert worden, das lange Oberrohr erlaube aber auch den unkomplizierten Umbau auf einen Flat-Bar mit längerem Vorbau, ohne die Sitzposition zu ruinieren, erklärt der Hersteller. Ein Segen für alle mit recht großen Füßen: Toe-Overlap soll dank des langen Front-Centers kein Thema mehr sein.
Moderne Details am Abenteuer-Panzer
Salsa beweist, dass sie nicht nur groß, sondern auch clever können. Der Rahmen – wahlweise aus dreifach konifiziertem Chromoly-Stahl oder edlem 3/2,5 Titan – ist auf der Höhe der Zeit. Die Alternator 1.0 Ausfallenden sind Sram UDH-kompatibel, was die Ersatzteilsuche für das Schaltauge weltweit vereinfacht. Eine Federgabel mit 80 mm Hub passt ebenfalls rein. Und während andere auf Pressfit setzen, bleibt Salsa dem geschraubten 73-mm-BSA-Tretlager treu – ein Fest für jeden Schrauber, der unterwegs mal ranmuss. Dazu kommen zahlreiche Montagemöglichkeiten: Three-Pack-Mounts an der Carbongabel, Halterungen für Low-Rider, bis zu drei Flaschenhalter im Rahmendreieck (bei L/XL) und natürlich ein Platz für den Gepäckträger.

Der Titanrahmen unterscheidet sich gegenüber dem Stahlrahmen in kleinen Details, wie der Wölbung des Unterrohrs zum Steuerrohr.
Riesige Räder, auch für kleine Fahrer
Die vielleicht größte Ingenieursleistung ist jedoch, dass dieses Konzept nicht nur für Hünen im XL-Format funktioniert. Dank einer neuen Rahmengröße SM (Small) sollen nun auch Fahrer ab einer Körpergröße von ca. 1,57 m in den Genuss der Riesenräder kommen.

Soll die reine Physik ausnutzen und mit 32-Zoll-Schlappen über so manchen Wurzeltrail hinweggleiten.





