Look tritt ins Gravel-Pedal: eigene Serie für Racer und Abenteurer
Bislang war die Pedalwelt für Gravel-Fans recht überschaubar: Meist landeten bewährte Cross-Country-Pedale am Rad, die zwar funktionierten, aber eben doch ein Kompromiss darstellten. Die französische Traditionsmarke Look will diesen "One-size-fits-all"-Ansatz nun beenden und hat eine komplett neue, auf den Schottereinsatz spezialisierte Pedal-Familie vorgestellt. Statt bestehende Offroad-Designs anzupassen, seien drei unterschiedliche technische Lösungen entwickelt worden, die den vielfältigen Anforderungen des Gravel-Sports von Rennen bis Bikepacking gerecht werden sollen. Eins vorweg: Eine Version mit Powermeter ist bislang nicht vorgesehen.

Aufbau des Top-Modells Look X One G TI.
Kurz & knapp: Die neuen Look Gravelpedale im Überblick
X-One-G TI
- Einsatz: Gravel Race
- Material: Titanachse
- Gewicht: 120 g (pro Pedal)
- Kontaktfläche: 650 mm²
- Preis: 299,00 €
X-One-G MAX
- Einsatz: Gravel Performance
- Material: Chromoly-Achse, Aluminiumkörper
- Gewicht: 145 g (pro Pedal)
- Preis: 179,00 €
X-Venture+
- Einsatz: Adventure, Bikepacking (Flat Pedal)
- Material: Aluminiumkörper, geformte Pins
- Gewicht: 190 g (pro Pedal)
- Preis: 74,90 €
X-Venture
- Einsatz: Adventure, Bikepacking (Flat Pedal)
- Material: Komposit-Körper
- Gewicht: 200 g (pro Pedal)
- Preis: ab 49,90 €

Die neuen Gravel-Pedale von Look: X-One G TI, X-One G MAX und X-Venture (v. l. n. r.)
X-One-G: Wenn die Stoppuhr läuft
Für die performance-orientierte Fraktion schickt Look die neue X-One-G Serie ins Rennen. Diese soll die direkte Kraftübertragung eines Straßenpedals mit der Robustheit eines Offroad-Systems verbinden. Ein interessanter Kniff dabei: Es handelt sich um ein einseitiges SPD-System. Laut Hersteller soll das im Vergleich zu gängigen Systemen eine Gewichtsersparnis von 50 Gramm pro Paar bringen. Ob jedoch ein einseitiges Pedal, dass ein Stück weit mehr Konzentration benötigt, immer auf Gegenliebe stößt, sei dahingestellt.
Das Topmodell X-One-G TI kommt standesgemäß mit einer 53-mm-Titanachse und soll mit einer besonders großen Kontaktfläche von 650 mm² für eine optimale Kraftübertragung sorgen. Das Gewicht ist mit 123 Gramm pro Pedal niedrig. Wer es etwas robuster und geldbeutelschonender mag, für den sei das X-One-G MAX gedacht. Hier rotiert eine Chromoly-Achse in einem gefrästen Aluminiumkörper. Das Gewicht wird mit 145 Gramm/ Pedal angegeben. Laut dem US-Profi Russell Finsterwald, der die Pedale während der Entwicklung getestet hat, kombiniere das X-One-G die Effizienz eines Straßenpedals mit der Auslösesicherheit einer MTB-Plattform. Besonders die Steifigkeit und die gute Selbstreinigung bei Matschwetter hätten ihn überzeugt, heißt es in der Pressemitteilung.
X-Venture: Plattform für das große Abenteuer
Auch an die Langstrecken-Abenteurer und Bikepacker hat man in Burgund gedacht. Die bisherige "Trekking"-Kategorie wird durch die neue X-Venture-Serie ersetzt. Weg von klobigen Reflektoren, hin zu einem schlanken, aggressiveren Design, das besser zu modernen Gravelbikes passen soll. Das X-Venture+ ist die Premium-Variante mit einem 77 mm breiten Aluminiumkörper und geformten Pins, die für maximalen Halt sorgen sollen. Das X-Venture bietet als preiswertere Alternative einen 84 mm breiten Komposit-Körper, der auf sicheren Halt bei langen Touren ausgelegt sein soll.
Gut zu wissen
Das bewährte X-Track-Pedal bleibt im Programm, wird aber neu positioniert. Es soll künftig die universelle, beidseitige SPD-Lösung für all jene sein, die ein vielseitiges und intuitives System für den Wechsel zwischen Straße und Gelände suchen. Es hat zudem eine Kontaktfläche von 515 mm2.
Die gesamte Kollektion ist ab sofort erhältlich.

"Hatte ich bisher stets die Shimano XTR-Pedale im Einsatz, haben die neuen Look X-One G TI mir im Test deutlich gezeigt, wie komfortabel eine etwas größere Kontaktfläche bereits sein kann. Das hat mich positiv überrascht, zumal die Kraftübertragung dadurch gefühlt effizienter und weniger ermüdend für den Fuß ist. Beim Gravel-Racing könnte dies einen echten Vorteil bringen. Nur für das Einklicken in die einseitigen Pedale ist etwas Übung vonnöten, um stets sicher die richtige Seite zu erwischen."
Erster Fahreindruck Look X-One-G TI
Wir konnten bereits das neue Top-Modell der Gravel-Pedale, das X-One G TI auf den hiesigen Gravelpfaden des Ruhrpotts testen. Die Montage gestaltet sich mit einem 5er-Inbus leicht. Ebenso ist die Feineinstellung der Auslösehärte schnell erledigt und an die eigenen Vorlieben angepasst. Die Abstufung gefällt und ist deutlich beim Drehen des 3er-Inbus zu spüren. Dadurch lässt es sich gut mitzählen, um wie viel Stufen man die Härte verstellt hat.

Das Einklicken ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, am Anfang erwischt man schon einmal die falsche Seite des Pedals. Aber: Übung macht den Meister und nach kurzer Zeit gelingt dies immer besser.
Danach geht es auch schon auf die Schotterpisten zwischen den Halden des Potts und dem Rhein-Herne-Kanal. Wer bisher beidseitiges Einklicken von seinen SPD-Pedalen gewohnt war, muss sich zunächst an das einseitige X-One G TI-Pedal gewöhnen. Das Pedal selbst pendelt sich nicht so ideal ein, dass man auf Anhieb in die Aufnahme kommt. Zwischendurch landet der Fuß immer mal wieder auf der falschen Seite und dadurch auf dem Achskörper. Das Einklicken benötigt somit etwas Übung, funktioniert nach einer Weile aber immer besser.

Durch die große Kontaktfläche bietet das Pedal ein deutliches Komfort-Plus und dennoch eine effektive Kraftentfaltung.
Top: Der Aha-Effekt. Die große Kontaktfläche von 650 mm² bietet dem Fuß eine komfortable Stütze. Als Beispiel: das X-One Track-Pedal hat eine Kontaktfläche von 515 mm², Shimanos XTR-Pedal dagegen hat sogar keine solche Fläche. Der Unterschied ist tatsächlich spürbar, insbesondere zur Breite des Fußes hin. Gerade bei kraftvollen Pedalbewegungen am Anstieg oder im Sprint bedeutet dies eine verbesserte Kraftverteilung auf den Fuß, der Druck auf das Pedal ist weniger ermüdend. Das kommt gerade Race-orientierten oder Langstrecken-kompetitiven Fahrern entgegen und gefiel auf unseren ersten Fahrten besonders gut.
Trotz der vergrößerten Kontaktfläche macht das Pedal einen "schlanken Fuß", wie man so schön sagt. Auch, weil das Pedal nur einseitig aufbaut. Wer dies mag, bekommt ein leichtgewichtiges Pedal mit einem nachgewogenen Gewicht von 123 Gramm (Paar: 246 g). Die Verarbeitung ist, wie man es von Look-Komponenten gewohnt ist, sehr hochwertig.

Durch das einseitige Pedal spricht Look von einem Gewichtsersparnis von rund 50 g pro Paar.
Das Top-Modell mit Titanachse ist jedoch mit 299 Euro nicht ganz günstig. Wer ein Mehrgewicht von rund 40 g und eine Chromoly-Achse in einem gefrästen Aluminiumkörper verkraften kann, der greift zum G-One G MAX für 179 Euro.
Entlastung des Fußes und dadurch höherer Komfort
effiziente Kraftübertragung
geringes Gewicht
Top Verarbeitung
sicheres Einklicken benötigt Übung
nur einseitiges Pedal
Top-Modell teuer





