Die Hallen der Cyclingworld Europe 2026 haben ihre Tore geschlossen, und die besondere Atmosphäre der Fahrradmesse in den altehrwürdigen Hallen des Areal Böhler liegt noch in der Luft. Zahlreiche Eindrücke, die die rund 35.000 Besucher mit leuchtenden Augen mit nach Hause nahmen.
Auch wir waren sehr angetan von dem riesigen Angebot an Gravelbikes, Zubehör und Themen rund ums Schottern. Doch welches sind die Gravelbike-Highlights, die man 2026 auf dem Messegelände erleben konnte? Wir haben in der Redaktion nachgeforscht und haben unsere Top 5 an Gravelbike-Highlights aus dem immens bunten Potpourri herausgepickt. Das vorweg: sich für ein Produkt, Zubehör oder Side Event zu entscheiden, fiel uns nicht leicht.
Top 5 Gravelbike-Highlights der Redaktion
1. Allied Able Custom Gravelbike

Zog unseren Redakteur magisch an: Allied Able Custom Gravelbike

Wenn ich mir eins von den vielen Gravelbike-Highlights der Cyclingworld herauspicken muss, dann das Allied Able Custom-Gravelbike. Mich ziehen individuelle Farbgebungen und Motive, die aus der Masse herausstechen, magisch an und mein Gravelherz schlägt höher. Große Augen gab es deshalb am Stand von Cycle Collective für mich, wo die amerikanische Fahrradmanufaktur Allied ihre Bikes präsentierte. So auch das Able, das mit einer aufwendigen Custom-Aufmachung mit Top-Ausstattung und Sram Red XPLR AXS gezeigt wurde. Ausgelegt ist das Carbon-Gravelbike auf Racing, nimmt man die Spacer heraus, gewinnt man sogar eine noch aggressivere Sitzgeometrie. Mit den Continental Dubnital Race RapidTires 29x2.20 lassen sich auch Peanut Butter-Gravelpfade beim Unbound Gravel klaglos bewältigen. Mir hat dieses Bike sehr gut gefallen. Nach einem Blick auf die Website und den weiteren Farbtönen des Rahmens, der Möglichkeit der einigermaßen günstigen Custom-Farbgebung (Aufpreis 500 Dollar) und weiterer Individualisierung ist von Glück für den heimischen Haushalt zu reden, dass ich an dem Wochenende nicht im Lotto gewonnen habe.
2. In aller Munde: 32 Zoll-Bereifung

Optik ist das eine, die Vorteile das andere, wie Felix herausgefunden hat.

Es war wohl DAS große Thema der Cyclingworld. Wobei „groß“ es trifft, denn die Gravelbikes mit 32-Zoll-Laufrädern waren kaum zu übersehen. Etwa in der Kaltstahlhalle am Stand von Bike Ahead und wenige Meter weiter in der Schmiedehalle bei der französischen Titan-Marke Chiru Bikes. Der Blick auf die Bikes sorgte, wahrscheinlich nicht nur bei mir, für gemischte Gefühle. Tonangebend dabei: Ablehnung und Neugierde. Ersteres vor allem mit Blick auf die ungewohnte Optik mit Proportionen, die einfach nicht richtig wirken wollen. Und zweiteres, weil ich natürlich wissen will, wie es sich denn nun fährt, mit den dicken Dingern. Um das Herauszufinden, konnten wir das Chiru Veldt : 32 nach Abschluss der Messe für erste Testfahrten mitnehmen. Unseren ersten Eindruck gibt es hier.
3. Titanrahmen sind zeitlose Schönheiten

Titanrahmen machen einfach was her, wie hier bei Kocmo Bikes.

Wo zuerst hinschauen? Beim Betreten der Messehallen ging es vermutlich jedem Fahrrad-Enthusiasten wie mir: komplette Reizüberflutung! So viele schöne Räder, Zubehör- und Ausrüstungsteile. Besonders erfreulich: Hier gibt’s viel Raum für alles abseits von „Brot und Butter“. Für mich immer wieder ein Fest: liebevoll gestaltete Titanräder. Seit Jahren bin ich ein Fan des unverwüstlichen Leichtmetalls, das nun zunehmend individueller verarbeitet daherkommt. Ob mit 3D-gedruckten Steuerrohren, Tretlagergehäusen oder Ausfallenden, fließenden Rohrübergängen und zunehmend organischen Formen oder aufwendig veredelten, teils eingefärbten Oberflächen. Hammer! Klar, fein geschuppte Schweißnähte sind auch schön. Aber moderne Titanrahmen sind längst nicht mehr „nur“ von Meisterhand zusammenfügte Rundrohre. Sie sind echte Kunstwerke auf Rädern. Individuell, unverwüstlich und wunderschön anzuschauen. Schön, dass es davon immer mehr gibt.
4. Komfort-Plus fürs Bikepacking dank innovativer Trinkflasche

Stetiger Zugang zu sauberen Trinkwasser nicht nur beim Bikepacking dank BeFree AC Bottle.

Mein Gravelbike Highlight der Cyclingworld war kein Rad, Anbauteil oder Bekleidungsstück, sondern eine Trinkflasche mit integriertem Wasserfilter. Denn unterwegs einfach Wasser aus einem Brunnen, Bach oder wenig vertrauenerweckenden Wasserhahn trinkbar machen zu können, ist kolossal wichtig - zumal bei langen Touren abseits der Zivilisation. Ich sag' nur: stay hydrated! Die Schweizer Marke Katadyn bietet mit ihrer BeFree AC Bottle für 50 Euro eine Fahrradtrinkflasche mit einem in den Flaschendeckel integrierten, zweistufigen Filter, der Bakterien, Mikroplastik und Sedimente aus dem Wasser filtert. Der Hohlfaserfilter reinigt bis zu 1000 Liter, der Aktivkohlefilter bis zu 200 Liter Wasser, beide lassen sich tauschen. Die Flasche selbst ist klassisch quetschbar - also wie gewohnt beim Radfahren.
5. Schotter, Kies & Moos-Gravelride zusammen mit der Schicken Mütze

Zusammen mit dem kultigen Fahrradladen Schicke Mütze aus Düsseldorf ging es auf den Schotter, Kies & Moos-Gravelride

So eine Fahrradmesse ist eine sehr schöne Erfindung. Überall nette Menschen, hübsche Bikes und coole Teile. Nur: Wer ständig so viele hübsche Bikes und coole Teile sieht, möchte irgendwann auch mal aufs Rad. Am besten natürlich mit den netten Menschen. Die gute Nachricht: Auf der Cyclingworld gab es dazu Gelegenheiten satt. Nicht nur auf der Teststrecke auf dem Messegelände, sondern auch im Rahmenprogramm. Ob Rennrad, E-Bike, Faltrad oder Crosser, für so ziemlich jede Fahrradgattung fanden Rennen oder Rides statt. So wie der Gravel-Ride „Schotter, Kies & Moos“, organisiert von dem Radladen Schicke Mütze. Bei sommerlichen Bedingungen konnten wir mit insgesamt rund 50 Teilnehmenden eine schöne, entspannte Runde entlang des Rheins und rund um Düsseldorf genießen. Und zum Abschluss gab es ein alkoholfreies Bier von Cycle4Water, bevor es mit viel Sonne im Herzen zurück in die Messehallen ging.





